Das albanische Genf findet man in Klassenzimmern, Proberäumen und den Lebensgeschichten von Menschen, die auf Französisch heimisch wurden, ohne Shqip aufzugeben. Ende 2025 zählte der Kanton 8'267 Einwohnerinnen und Einwohner mit kosovarischer oder albanischer Staatsangehörigkeit. Eine andere Erhebung schätzt die Zahl der Menschen ab 15 Jahren mit Albanisch als Hauptsprache 2024 auf rund 9'842. Keine dieser Zahlen erzählt die ganze Geschichte. Dafür lohnt sich der Blick auf eine ehemalige Studentin, einen Schulhof in Meyrin und einen Verein, der seine Türen für alle öffnete.
Als Albana Krasniqi Malaj 1992 nach Genf kam, sprach sie bereits Französisch. Vier Jahre später half sie, die Université populaire albanaise zu gründen. 2016 erzählte sie dem Journalisten Xavier Lafargue von den Anfängen in den Charmilles: Männer sassen vor dem albanischen Fernsehprogramm und suchten in den Bildern nach Angehörigen, von denen sie nichts mehr gehört hatten. Die Sprache des neuen Landes zu lernen war dringend. Zu erfahren, ob jemand zu Hause noch lebte, konnte noch dringender sein. Die Erinnerung stammt aus Lafargues ursprünglich in der Tribune de Genève veröffentlichtem Porträt.
Heute heisst die Einrichtung Université des Cultures de Genève. Der neue Name erzählt etwas über die Stadt: Aus einer Anlaufstelle für Albanischsprachige wurde ein Angebot für Nachbarn unterschiedlichster Herkunft. Die albanische Geschichte Genfs handelt vom Ankommen, aber ebenso von Einrichtungen, die blieben, sich veränderten und für ihre Umgebung wichtig wurden.
Wie viele Albaner leben in Genf?
Am 31. Dezember 2025 lebten im Kanton Genf 7'843 kosovarische und 424 albanische Staatsangehörige: zusammen 8'267 Menschen in diesen beiden Kategorien. Hinzu kommt eine separat ausgewiesene Gruppe von 961 nordmazedonischen Staatsangehörigen. Die Zahlen stammen aus dem Bevölkerungsregister des OCSTAT und erfassen Staatsangehörigkeit, keine ethnische Zugehörigkeit. Sie gelten für den gesamten Kanton, nicht nur für die Stadtgemeinde Genf.
Die Strukturerhebung 2024 des Bundesamts für Statistik bietet eine andere Perspektive: Geschätzt 9'842 ständige Einwohner ab 15 Jahren nannten Albanisch als Hauptsprache, rund 2,4 Prozent der erfassten Genfer Bevölkerung. Das veröffentlichte relative Vertrauensintervall beträgt ±9,55 Prozent, entsprechend ungefähr 8'902–10'783 Personen. Es handelt sich um eine Stichprobenschätzung.
Diese Ergebnisse dürfen nicht addiert werden. Sie überschneiden sich, betreffen unterschiedliche Jahre und unterschiedliche Bevölkerungen. Die Spracherhebung erfasst Menschen ab 15 Jahren in Privathaushalten; Diplomaten, internationale Funktionäre und ihre Familien sind ausgeschlossen. Das Staatsangehörigkeitsregister umfasst alle Altersgruppen. Eine Schweizerin mit Albanisch als Hauptsprache kann in der Sprachschätzung erscheinen, ohne in den Ausländerzahlen aufzutauchen. Ein Kind kann nach Staatsangehörigkeit erfasst sein, obwohl es für die Sprachbefragung zu jung ist.
Quellen: OCSTAT T 01.01.8.05, aktualisiert am 27. Februar 2026; BFS T 01.08.01.02, 2024. Keine der Quellen liefert eine Gesamtzahl aller Menschen albanischer Abstammung. Nordmazedonische, kosovarische und albanische Staatsangehörigkeit sind nicht deckungsgleich mit albanischer Ethnizität. Auch serbische und montenegrinische Einwohner dürfen nicht pauschal als Albaner gezählt werden. Ein erfundener Aufschlag würde diese Lücken nicht schliessen.
Ein Stadtname, mehrere Räume
Ende 2025 hatte die Stadtgemeinde Genf 210'601 Einwohner, der Kanton 537'191. Onex, Meyrin, Vernier, Lancy und Plan-les-Ouates sind eigenständige Gemeinden innerhalb dieses Kantons. Ihre Veranstaltungen gehören mit genauer Ortsangabe in einen Genfer Gemeinschaftsführer. Das Wort «Genève» im Vereinsnamen verschiebt einen Veranstaltungsort nicht in die Stadtgrenzen.
Der Kooperationsraum Grand Genève umfasst zusätzlich den Bezirk Nyon im Kanton Waadt und das benachbarte Frankreich. Lausanne gehört zur weiteren Genferseeregion, aber weder zur Stadt noch zum Kanton Genf. Familien überschreiten solche Grenzen für Arbeit, Proben oder Verwandtenbesuche. Statistiken müssen bei dem Gebiet bleiben, das sie tatsächlich messen.
Zur Orientierung helfen belegte Anlaufstellen: UPA in den Charmilles, der Studierendenverein an der Uni Mail, Gëzuar in Onex und Dituria in Plan-les-Ouates. Albanischunterricht findet auch in weiteren Gemeinden statt. Das sind Orte der Teilnahme, keine Grundlage dafür, ein Quartier zum «Albanerviertel» zu erklären. Die Bevölkerungszahlen liefert OCSTATs Gemeindetabelle.
Von vorübergehender Arbeit zu einem bleibenden Zuhause
Die albanische Gemeinschaft Genfs entstand nicht in einer einzigen Einwanderungswelle. Arbeitsmigration aus Jugoslawien, politisches Exil und der Kosovokrieg führten zu unterschiedlichen Erfahrungen, manchmal innerhalb derselben Familie. Menschen aus dem Kosovo oder albanischsprachigen Teilen Jugoslawiens wurden historisch nicht unter der Staatsangehörigkeit Albaniens registriert. Wer nur diese Tabellenzeile betrachtet, übersieht einen grossen Teil der frühen Zuwanderung.
Genf beschäftigt sich inzwischen auch mit den Folgen der Saisonarbeit für Familien. Im Februar 2024 zeigte Cinélux gemeinsam mit UPA Katharine Dominicés Dokumentarfilm Lettres ouvertes. Der Film auf Französisch, Albanisch und Portugiesisch behandelt das Saisonnierstatut und die Trennung von Familien. Er ergänzt eine Chronologie um ihre menschliche Bedeutung: Aufenthaltsbewilligungen entschieden auch darüber, ob eine Familie zusammenleben konnte.
Schon 1991 organisierte der Genfer Zweig des albanischen Lehrer- und Elternverbands Unterricht in der Herkunftssprache. 1996 folgte UPA. Beide Daten liegen vor dem Ende des Kosovokriegs. Sie zeigen, dass hier bereits dauerhafte Strukturen entstanden, während die Zukunft anderswo unsicher blieb. Auch nach dem Krieg ging die praktische Arbeit mit Schulen, Französischkursen und gesellschaftlicher Teilhabe weiter.
Eine von Albanern gegründete Volkshochschule für ganz Genf
UPAs eigene Chronik nennt 1996 als Gründungsjahr der Anlaufstelle für Albanischsprachige und 2010 als Zeitpunkt der Öffnung ihrer Leistungen für die gesamte Genfer Bevölkerung. Der heutige Name Université des Cultures de Genève macht diesen breiteren Anspruch sichtbar. Das Kürzel UPA bleibt bestehen. Die Einrichtung ist ein Verein für Erwachsenenbildung und gesellschaftliche Teilhabe, keine Hochschule wie die Universität Genf, die akademische Abschlüsse vergibt.
Albana Krasniqi Malaj und Ueli Leuenberger gehören wegen ihrer Arbeit in diese Geschichte. In ihrer Erinnerung würdigt sie Leuenbergers Rolle bei der Suche nach den nötigen Unterstützern. Das heutige Programm verbindet Französischkurse mit Sozialberatung, Hilfe bei Verwaltungsangelegenheiten, Familienaktivitäten und Einbürgerungsvorbereitung. Der Verein beschreibt ein Publikum aus mehr als 80 Nationalitäten. Das ist seine eigene institutionelle Angabe, keine Zählung der Albaner.
Für Neuankommende stellt sich oft eine unmittelbare Frage: einen Brief verstehen, einen passenden Kurs finden oder ein Kind durch die Schule begleiten. UPAs Website veröffentlicht das aktuelle Angebot, darunter die Anmeldung für Französischkurse 2026–27. Die Kontaktseite informiert über den Zugang. Die Vereinsgeschichte zeigt den grösseren Zusammenhang: Aus empfangener Hilfe kann ein eigener Beitrag zur Stadt werden.
Französisch in der Schule, Albanisch zwischen den Generationen
Für ein im Dezember 2018 veröffentlichtes Interview von Servette FC traf Kastriot Imeri den Reporter an seiner ehemaligen Schule Bellavista in Meyrin. Er erzählte von einer Familie, die Sprachen mischt und mit dem kleinen Bruder bewusst Albanisch spricht, weil ihm Französisch durch die Schule leichter fällt. Seine Erinnerung macht eine vertraute Frage konkret: Ein Kind kann hier ganz zu Hause sein und zugleich Gelegenheiten brauchen, seine Familiensprache zu erhalten.
Der seit 1991 aktive Verein LAPSH–LEPA Genève organisiert Unterricht in albanischer Sprache und Kultur. Seine Website weist inzwischen den Stundenplan 2026–2027 aus. Nutzen Sie diesen und die aktuellen Anmeldeinformationen für die Klassenwahl. Eine alte Schuladresse garantiert weder den Fortbestand eines Kurses noch dieselbe Unterrichtszeit.

Das kantonale Verzeichnis der LCO-Anbieter nennt LEPA Genève für Albanisch und die Primarschulstufen 1P bis 8P. Das Dokument trägt die Jahresangabe 2024–2025; es belegt den Anbieter, nicht den diesjährigen Stundenplan. Der Vereinsbericht beschreibt die Zusammenarbeit mit öffentlichen Schulen und Gemeinden. Der Herkunftssprachenunterricht ergänzt den regulären Schulbesuch.
Ein Foto in diesem Artikel zeigt Albanisch unter den Sprachen eines Aushangs an einer Schule in den Pâquis im Mai 2020. Es dokumentiert, wie eine Genfer Schule Familien damals ansprach. Daraus lässt sich keine ethnische Zuordnung ihrer Kinder ableiten; auch die damaligen Pandemiehinweise sind historisch. Es ist eine sichtbare Spur einer Sprache, die im Alltag häufiger zu hören als zu lesen ist.
Ein Film für albanischsprachige Eltern
1999 produzierte das Genfer Bildungswesen Shkollimi: l’école genevoise auf Albanisch. Das offizielle Archiv ARCHIPROD beschreibt ihn als interkulturellen Film, der einer durch die Kriege gewachsenen Gemeinschaft das Genfer Schulsystem erklären sollte. Es ging um konkrete Fragen: die Grundsätze der Schule und die Erwartungen der Lehrpersonen, von den ersten Klassen bis zur Berufsbildung.
Beim ursprünglichen Herausgeber ansehen · Shkollimi: Das Genfer Schulsystem auf Albanisch erklärt (1999). Vollständiger historischer Film aus dem Genfer Bildungsarchiv ARCHIPROD; albanischer Ton. Keine aktuelle Schulinformation.
Der Archivlink führt zum vollständigen Werk auf der Website des Herausgebers. Der Film ist ein historisches Dokument: Für heutige Entscheidungen gelten die aktuellen Informationen des Kantons und die Auskunft der Schule.
Was die nächste Generation verändert
Die Staatsangehörigkeitszahlen verdeutlichen die Bedeutung von Schulen und Jugendangeboten. Von den 8'267 kosovarischen und albanischen Einwohnern des Kantons waren Ende 2025 2'326 zwischen 0 und 19 Jahre alt: 28,1 Prozent. Weitere 2'660 waren 20–39 Jahre alt. Die erste Altersgruppe umfasst auch junge Erwachsene. Diese Verteilung beschreibt die beiden Staatsangehörigkeiten, nicht alle Menschen albanischer Abstammung.
LEPAs mit «2023» überschriebener, im November 2024 unterzeichneter Bericht bietet eine Momentaufnahme: 210 regelmässige Schüler und 17 Klassen, mit Unterstützung der Gemeinden bei den Räumen. Der Text vermischt Schuljahre und enthält Unstimmigkeiten. Diese Zahlen dürfen deshalb nicht als Schülerzahlen von 2026 erscheinen. Eindeutiger ist der Bericht über das Schuljahresabschlussfest in Aïre in Vernier: Kinder und Eltern verschiedener Klassen kamen zusammen, Familien brachten Essen mit und halfen bei der Organisation.
Solche Arbeit macht Sprache zu einer gemeinsamen Erfahrung. Unterricht vermittelt Lesen und Schreiben; Begegnungen schaffen Gelegenheiten, beides zu nutzen. Der albanische Studierendenverein der Universität Genf, AEAUG, führt das Netzwerk mit kulturellen, akademischen und sozialen Angeboten weiter, darunter Filmvorführungen und Diskussionen. Auch Interessierte ohne albanische Herkunft sind willkommen.
Gëzuar, das Flaggenfest und die Arbeit hinter der Bühne
Die Stadt Onex führt Association Gezuar-GE in ihrem Kulturverzeichnis. Der Verein will albanische Kultur unter anderem durch Tanz an jüngere Generationen weitergeben. Die kommunale Vorstellung spricht bereits von einer dritten Generation. Eine Aufführung ist der sichtbare Teil dieser Arbeit; Proben und die Menschen dahinter ermöglichen ihre Fortsetzung.
Dieses Video stammt vom eigenen Kanal der albanischen Gemeinschaft Genfs und ist auf ihrer Website verlinkt. Es dokumentiert Shkurte Fejzas Besuch bei Gëzuar und der Gemeinschaft in Genf. Die Sängerin ist eine Gastkünstlerin, keine hier behauptete Genfer Einwohnerin. Die Begegnung ist lokal, ihre kulturellen Verbindungen reichen über die Schweiz hinaus.
Die Vereinsaufnahmen vom Flaggenfest 2018 sind ein weiteres Dokument des gemeinschaftlichen Lebens. Spätere Programme verbinden Schulkinder, Sänger und mehrere Organisationen. In seinem Bericht über die Feier 2023 nennt LEPA neben den eigenen Schülern Gëzuar, Rinia Contact und Hareja. Aus einem nationalen Jahrestag wird ein lokaler Anlass, wenn Menschen aus unterschiedlichen Gruppen gemeinsam ein Programm gestalten.
Die Aufnahmen zeigen vergangene Veranstaltungen. Neue Ankündigungen finden Sie im Veranstaltungskalender der Communauté albanaise de Genève. Termine, Säle und Eintrittsbedingungen können sich ändern. Eine Feier zum 28. November muss nicht genau an diesem Abend stattfinden.
Bücher, Filme und eine Stimme mit Genfer Wurzeln
Das Foto am Anfang dieses Artikels entstand am 20. Oktober 2012 bei einer Genfer Präsentation von Slogans. Es zeigt den albanischen Schriftsteller und Diplomaten Ylljet Aliçka bei einer öffentlichen Kulturveranstaltung. Er war Gast in Genf; das Foto belegt die Begegnung, keinen Wohnsitz. Auch der Austausch zwischen ansässigem Publikum und eingeladenen Künstlern gehört zum albanischen Kulturleben der Stadt.
Bei Elina Duni liegt die Verbindung in ihrer Kindheit. Die 1981 in Tirana geborene Sängerin zog 1992 mit ihrer Mutter nach Genf. Ihre offizielle Biografie und das Porträt von ECM beschreiben das spätere Jazzstudium in Bern und ihre Verbindung von Balkanliedern mit Improvisation. Lieder über Liebe und Aufbruch können reisen und dabei mit ihrem Ursprung verbunden bleiben.

Dieses Foto zeigt Duni 2011 bei einem Konzert in Wil. Ihre Lebensgeschichte stellt den Genfer Bezug her; die Bildunterschrift nennt den tatsächlichen Aufnahmeort. Ein gastierender Schriftsteller, eine hier aufgewachsene Sängerin und ein örtlicher Tanzverein zeigen verschiedene Wege, Kultur weiterzutragen. Nicht jeder Mensch muss seine albanische Identität gleich ausdrücken.
Vom Meyriner Schulhof zur Servette-Ausbildung
Kastriot Imeris eigenes Interview für Servette führt die Fussballgeschichte nach Bellavista zurück. Er wurde in Genf geboren; seine Eltern kamen in den 1990er-Jahren aus dem Kosovo. Er erinnerte sich an winterliche Spiele unter dem Pausendach und seine Anfänge beim Meyrin FC. Sein Weg verläuft tatsächlich durch örtliche Schulen und Vereine und erklärt den Zusammenhang besser als eine Liste berühmter Namen ohne Genfer Verbindung.
Das Gespräch handelt auch von den alltäglichen Folgen einer Profikarriere: weniger Zeit für Verwandtenbesuche im Kosovo, eine kurze Reise zur Hochzeit seiner Schwester und Zuneigung zum Quartier seiner Kindheit. Es sind seine 2018 veröffentlichten Erinnerungen. Für Kinder, die Fussball spielen möchten, ist Meyrin FC eine lokale Anlaufstelle. Weder dieser Verein noch Servette ist ausschliesslich albanisch.
Arbeit, Unternehmen und ein Land im Weinglas
Egin Telqiu kam 1999 nach Genf, arbeitete in der Luxushotellerie und danach mehr als zwölf Jahre im Bankwesen, bevor er 2021 Alba Impex mitgründete. In einem 2025 von der Genfer Handelskammer CCIG veröffentlichten Bericht erzählte er davon, albanische Weine auf dem Schweizer Markt bekannt zu machen. Damit stellte er auch ein Land anhand bislang wenig bekannter Produkte vor.
Die CCIG berichtet von mehr als 150 Degustationen seit 2022 und Kontakten zu den Einkäufern von Manor. Das sind Angaben aus einem einzelnen Unternehmerbericht, keine Zählung albanischer Firmen und keine Aussage über das Einkommen der Gemeinschaft. Sein Weg erweitert dennoch das Bild über die ersten Berufsfelder der Einwanderung hinaus: In Genf erworbene Erfahrungen und Kontakte können eine Verbindung zu Produzenten in Albanien schaffen.
Eine überprüfte Gesamtzahl Genfer Unternehmen im Besitz von Menschen albanischer Abstammung liegt diesem Artikel nicht zugrunde. Firmennamen oder Nachnamen reichen für eine solche Zählung nicht aus. Wer selbst gründet, findet in diesem Beispiel vor allem einen Hinweis auf das berufliche Netzwerk der Handelskammer und auf den Erfahrungsaustausch in Vereinen.
Glaube, Solidarität und öffentliches Leben
Dituria, das albanische islamische Kulturzentrum in Plan-les-Ouates, gehört zu den belegten Einrichtungen des Kantons. Seine Aufnahme in diesen Artikel macht Religion nicht zur Voraussetzung albanischer Zugehörigkeit. Menschen haben unterschiedliche Überzeugungen und Formen religiöser Praxis; Sprach- und Staatsangehörigkeitsstatistiken geben darüber keine Auskunft.
Ein von der römisch-katholischen Kirche Genf veröffentlichter Erfahrungsbericht beschreibt einen interreligiösen Besuch bei Dituria im November 2023. Die Gäste wurden zum Essen und danach zum Austausch über die Aktivitäten des Zentrums im Gebetsraum empfangen. Es ist ein konkretes Beispiel dafür, wie eine Einrichtung Begegnung ermöglicht.
Die Communauté albanaise de Genève bezeichnet sich als parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Sie wurde am 14. April 2013 im Théâtre d’Onex-Parc mit 96 Gründungsmitgliedern gegründet und verbindet kulturelle mit praktischen Anliegen. Die Zahl beschreibt eine Vereinsversammlung, nicht die Grösse der gesamten Gemeinschaft.
Zu Genf gehören, ohne unsichtbar zu werden
Die gemeinsame Zahl kosovarischer und albanischer Staatsangehöriger im OCSTAT-Register stieg von 4'961 im Jahr 2013 auf 8'267 im Jahr 2025. Ein Registeranstieg ist keine Messung ethnischen Wachstums: Migration, Geburten, Todesfälle und Staatsangehörigkeitswechsel wirken zusammen. Ebenso wenig verschwindet eine albanische Familiengeschichte mit dem Schweizer Pass.
Lokale Mitsprache ist auch vor der Einbürgerung möglich. Nach den aktuellen kantonalen Angaben können ausländische Einwohner ab 18 Jahren mit gesetzlichem Wohnsitz in Genf und mindestens acht ununterbrochenen Jahren gesetzlichen Wohnsitzes in der Schweiz in ihrer Gemeinde abstimmen und wählen. Diese Rechte gelten nicht auf kantonaler oder eidgenössischer Ebene. Für persönliche Voraussetzungen und aktuelle Regeln hilft die vollständige kantonale Information.

Im Parc Barton steht mit einer Skanderbeg-Büste eine albanische historische Figur im öffentlichen Genfer Raum. Ein Denkmal ist eine Form der Sichtbarkeit. Ein Kurs, der im nächsten Schuljahr weitergeht, eine öffentliche Kulturveranstaltung oder ein Verein, der beim Verstehen eines Briefes hilft, sind weitere. Eine gute Geschichte über Zugehörigkeit braucht sie alle.
Die eigene Gemeinschaft in Genf finden
Beginnen Sie mit einer Tätigkeit, die Sie gerne mit anderen teilen möchten. Eltern können LAPSH–LEPA kennenlernen, Studierende AEAUG folgen, Tanzinteressierte den Gëzuar-Eintrag in Onex nutzen. Für Kurse und praktische Unterstützung ist UPA eine Anlaufstelle. Der Genfer Gemeinschaftsverein veröffentlicht öffentliche Veranstaltungen. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Angaben, besonders bei Terminen ausserhalb der Stadt.
Für Erwachsene, die eine Beziehung suchen, bietet dua.com eine weitere Möglichkeit, Menschen mit gemeinsamer albanischer Sprache oder kulturellen Verbindungen im Kanton und darüber hinaus kennenzulernen. Das ergänzt Begegnungen durch Freunde, Arbeit und Vereine.
Den grösseren Zusammenhang erklären Albaner in der Schweiz und der weltweite albanische Community-Hub. Von UPAs ersten Räumen bis zu den heutigen Klassen und Kulturveranstaltungen zeigt Genf einen besonderen Beitrag: Eine Gemeinschaft, die ihren eigenen Platz suchte, schuf auch Orte, an denen andere dazugehören konnten.
Nützliche Anlaufstellen in Genf
Im September 2026 geprüft. Die Links führen zu aktuellen Angeboten und Auskünften; die Aufnahme ist keine pauschale Empfehlung sämtlicher Leistungen.
- Université des Cultures de Genève (UPA) — Französischkurse, Familienaktivitäten und praktische Unterstützung.
- LAPSH–LEPA Genève — albanische Sprache und Kultur, Stundenplan 2026–27 und Anmeldung.
- Communauté albanaise de Genève — Verein, Veranstaltungen und eigene Gemeinschaftsvideos.
- Kulturverzeichnis von Onex — öffentlicher Kontakt von Gezuar-GE.
- AEAUG an der Universität Genf — studentische Kultur und Hochschulleben.
- Dituria Genève — albanisches islamisches Kulturzentrum in Plan-les-Ouates.
- CCIG — Genfer Handelskammer.
- Kanton Genf: Stimmrecht für ausländische Einwohner — aktuelle Voraussetzungen auf Gemeindeebene.
Fragen zum albanischen Genf
Wie viele Albaner leben in Genf?
Ende 2025 zählte der Kanton Genf 7’843 kosovarische und 424 albanische Staatsangehörige. Die separate Spracherhebung 2024 schätzt rund 9’842 Albanischsprachige ab 15 Jahren. Diese überlappenden Messungen dürfen nicht addiert werden. Keine erfasst vollständig die albanische Abstammung.
Gelten die Zahlen für die Stadt oder den Kanton?
Die Bevölkerungszahlen dieses Artikels beziehen sich auf den Kanton. Die Stadt Genf ist eine Gemeinde darin. Meyrin, Vernier, Onex und Plan-les-Ouates sind eigenständig. Grand Genève erstreckt sich in die Waadt und nach Frankreich; Lausanne gehört zur weiteren Genferseeregion.
Wo können Kinder Albanisch lernen?
LAPSH–LEPA Genève organisiert Unterricht in albanischer Sprache und Kultur. Auf der Website stehen der Stundenplan 2026–2027 und die Anmeldung. Prüfen Sie diese aktuellen Angaben für die Klassenwahl. Das Angebot ergänzt den regulären Schulbesuch.
Wie heisst die Université populaire albanaise heute?
Sie verwendet den Namen Université des Cultures de Genève und behält das Kürzel UPA. Der 1996 für Albanischsprachige gegründete Verein öffnete seine Angebote für die breitere Bevölkerung. Er ist von der Universität Genf als Hochschule zu unterscheiden.
Wo finde ich albanische Kulturveranstaltungen?
Im Kalender der Communauté albanaise de Genève, beim Gëzuar-Eintrag im Onexer Kulturverzeichnis und auf AEAUGs Universitätsseite. Die Videos hier dokumentieren vergangene Veranstaltungen. Aktuelle Termine, Orte und Eintrittsbedingungen sollten beim Veranstalter geprüft werden.
Welche Personen haben einen belegten Genfer Bezug?
Albana Krasniqi Malaj kam 1992 und wirkte am Aufbau von UPA mit. Elina Duni zog im selben Jahr mit ihrer Mutter nach Genf. Kastriot Imeri wurde hier geboren und wuchs in Meyrin auf. Ylljet Aliçka erscheint als kultureller Gast, nicht als Einwohner.
Können ausländische Einwohner lokal abstimmen?
Nach aktueller kantonaler Information können ausländische Einwohner ab 18 mit gesetzlichem Wohnsitz in Genf und mindestens acht ununterbrochenen Jahren gesetzlichen Wohnsitzes in der Schweiz auf Gemeindeebene abstimmen und wählen. Das gilt nicht kantonal oder eidgenössisch. Massgeblich sind die offiziellen Voraussetzungen.
Wie kann ich Albaner in Genf kennenlernen?
Gemeinsame Interessen schaffen Begegnungen: Sprachunterricht für Kinder, Studierendenangebote, Tanz, öffentliche Feste oder UPA-Kurse. Erwachsene auf Partnersuche können auch dua.com nutzen, um Menschen mit gemeinsamer Sprache und kulturellen Verbindungen in Genf und darüber hinaus kennenzulernen.





