Neu in Wien: Was du als Erstes tun kannst
Ein erster Kontakt macht den Einstieg leichter. Für den Alltag helfen Informationen auf Albanisch; für neue Bekanntschaften ein Treffen, eine Veranstaltung oder ein gemeinsames Interesse. Wähle den Weg, der gerade zu dir passt:
Studium & junge Erwachsene
Bei AYSA nach Treffen fragen
Die Albanian Youth and Students Association ist eine Anlaufstelle für Studierende und junge Erwachsene. Frag nach aktuellen Aktivitäten und wie du teilnehmen kannst.
AYSA-Kontakt im ÖH-Verzeichnis →Kultur & Begegnung
Qendra IKRE kennenlernen
Das Zentrum in Meidling verbindet Bibliothek, Kultur und religiöses Gemeindeleben. Schau dir die Angebote an und frage vor einem Besuch nach dem aktuellen Programm.
Zentrum und Kontakt ansehen →Arbeit, Wohnen & Alltag
StartWien auf Albanisch nutzen
Die Stadt bietet Informationsveranstaltungen zum Ankommen in Wien. Filtere im Programm nach Albanisch und prüfe, welche Themen und Termine angeboten werden.
Informationsveranstaltungen finden →Eltern & Kinder
Nach Albanisch-Unterricht fragen
Wenn dein Kind Albanisch auch lesen und schreiben lernen soll, frage die Schule nach Erstsprachenunterricht. Das offizielle Portal erklärt das Angebot.
Informationen zum Erstsprachenunterricht →Du suchst eine Religionsgemeinde, ein Berufsnetzwerk oder Hilfe bei Konsularfragen? Im Verzeichnis nach Anliegen stehen die passenden Kontakte. Die folgende Karte hilft dir, die Orte in Wien einzuordnen.
Eine Community mit mehreren Treffpunkten
Wer das albanische Wien kennenlernen möchte, findet mehrere Anlaufstellen über die Stadt verteilt. In Ottakring sitzen ein Jugendnetzwerk und muslimische Organisationen, in Rudolfsheim-Fünfhaus die katholische Mission, in Meidling ein Kulturzentrum mit Bibliothek. Für Konsularfragen führen die Wege nach Wieden.
Albanisches Wien finden
Geprüfte Angebote auf amtlichen Bezirksgrenzen · Stand 28.8.2026
- Bezirk04Diplomatische Dienste Albaniens & Kosovos
- Bezirk07Österreichisch-Albanische Gesellschaft
- Bezirk12Qendra IKRE Kulturzentrum
- Bezirk15Albanische katholische Gemeinde
- Bezirk16Verein Albanischer Muslime
- Bezirk16AYSA Studierende & Jugend
Angebotsstandorte, keine Wohndichte · Bezirksgrenzen: Stadt Wien OGD (CC BY 4.0)

Favoriten
Der Viktor-Adler-Markt gehört zum mehrsprachigen Alltag des 10. Bezirks. Handel, Gastronomie und öffentliche Plätze bringen hier unterschiedliche Wiener Nachbarschaften zusammen.
Foto: Peter Gugerell / Wikimedia Commons · CC0.

Ottakring
Rund um Brunnenmarkt und Yppenplatz wird das vielfältige öffentliche Leben des 16. Bezirks sichtbar. Einige langjährige Organisationen der albanischen Community haben im Bezirk ihren Sitz.
Foto: Peter Gugerell / Wikimedia Commons · gemeinfrei.
Was aus Treffpunkten dauerhafte Orte macht
Ein Verein bietet mehr als einen einzelnen Termin: Menschen können wiederkommen, Aufgaben übernehmen und Kontakte über Jahre pflegen. Der 1994 gegründete Verein Albanischer Muslime in Wien gehört zu dieser Entwicklung. Heute vertritt ALKIG albanische muslimische Gemeinden; an der Meiselstraße wird katholische Liturgie auf Albanisch gefeiert.
Daneben stehen Literatur, Bildung und Kultur. Eine Bibliothek, eine Lesung oder ein Studierendenabend bieten andere Zugänge als eine Religionsgemeinde. Rund um den 17. Februar, Kosovos Unabhängigkeitstag, und den 28. November, den albanischen Flaggentag, kommen weitere Programme hinzu. Die Kontakte und Veranstaltungskalender sind unten an einer Stelle gesammelt.
Aus Arbeitsmigration wird Familiengeschichte
Hinter diesen Zahlen stehen verschiedene Wege in dieselbe Stadt. Manche Familien kamen zum Arbeiten, andere fanden Schutz vor dem Krieg; ihre Kinder wuchsen hier auf. Das Foto oben zeigt einen gemeinsamen öffentlichen Moment: Am 17. Februar 2008 feiern Menschen vor dem Wiener Rathaus die Unabhängigkeit Kosovos.
Die Verbindung beginnt lange vor der großen Zuwanderung. An der Universität Wien wurde bereits ab 1903 Albanisch unterrichtet. Sprachwissenschaftler machten die Stadt zu einem frühen Zentrum der Albanologie. Zwei Biografien gehören zu dieser Vorgeschichte:

Gjergj Pekmezi
Der in Ohrid geborene und in Wien ausgebildete Sprachwissenschaftler half, den Albanisch-Unterricht in Wien aufzubauen. Seine Arbeit verband Forschung, Diplomatie und die albanische Nationalbewegung.
Porträt: Kel Marubi / Wikimedia Commons · gemeinfrei.

Norbert Jokl
Der Wiener Albanologe wurde 1938 als Jude entlassen und verfolgt, 1942 deportiert und ermordet. Das Gedenkbuch der Universität dokumentiert sein Schicksal und die Beschlagnahme seiner Bibliothek.
Porträt: Charles Scolik / Wikimedia Commons · gemeinfrei.
1965: ein Abkommen mit Folgen für Generationen
Am 19. November 1965 unterzeichneten Österreich und Jugoslawien in Wien ein Anwerbeabkommen. Unter den Arbeitskräften waren Albaner aus Kosovo und Westmazedonien. In den damaligen Statistiken erschienen sie als Jugoslawen; ihre Sprache und familiäre Herkunft ließen sich daraus nicht ablesen.
Die Anwerbung war auf vorübergehende Arbeit ausgerichtet. Für viele wurde daraus ein dauerhaftes Leben: Ehepartner und Kinder kamen nach, Familien brauchten Wohnungen und Schulen. Später entstanden eigene Vereine, religiöse Gemeinden und Kulturangebote. Die Geschichte des albanischen Wien verlagerte sich vom Arbeitsplatz in die Nachbarschaft.
1999: Schutz suchen, wo schon Angehörige leben
Der Kosovo-Krieg brachte eine weitere Zäsur. Bei der österreichischen Evakuierung wurden Menschen mit Angehörigen im Land bevorzugt aufgenommen. Das Innenministerium dokumentierte 5.123 Kosovo-Albaner aus Lagern in Mazedonien und weitere 127 über die Botschaft in Tirana. Diese Zahlen gelten für ganz Österreich. Sie zeigen, welche Bedeutung die früher entstandenen Familienverbindungen nun für die Aufnahme hatten.
Wiens albanische Brücke: 1903–2026
Institutionen, Migration und öffentliches Leben in einer Stadt
- Albanisch-Unterricht wird in Wien etabliert
- Anwerbeabkommen Österreich–Jugoslawien
- Erstsprachenunterricht Albanisch beginnt
- Verein Albanischer Muslime gegründet
- Kosovo-Evakuierung folgt Familienbezügen
- Unabhängigkeit vor dem Rathaus gefeiert
- Etwa 27.000: mehrere Generationen
Neue Ankünfte verändern die Community weiter
Die jüngere Entwicklung lässt sich besonders an der Zuwanderung aus Albanien erkennen. 2002 lebten 516 dort geborene Menschen in Wien, 2026 waren es 3.191. Auch die Zahl der in Kosovo und Nordmazedonien Geborenen wuchs, allerdings prozentual langsamer. Die Register erklären keine individuellen Motive; sie zeigen, dass neben der älteren jugoslawischen Migrationsroute weitere Wege nach Wien an Gewicht gewinnen.
Drei Migrationsgeschichten, ein Wien
Bevölkerung nach Geburtsland · 1. Jänner 2002–2026
- Geboren in Albanien200251620263 191
- Geboren im Kosovo20024 133202610 326
- Geboren in Nordmazedonien20027 020202613 453
Verwaltungsdaten zum Geburtsland, nicht zur Ethnizität · Quelle: Statistik Austria
Die Geschichte der Albaner in Österreich ordnet diese Wiener Entwicklung in den landesweiten Zusammenhang ein.
Die nächste Generation wächst hier auf
Mit dem Familienleben verändert sich die Frage nach der Sprache. Albanisch im Gespräch mit den Großeltern und Deutsch in Schule oder Beruf können zum selben Alltag gehören. Für Kinder geht es auch darum, die Sprache, die sie hören, lesen und schreiben zu lernen.
Dafür gibt es den staatlich unterstützten Erstsprachenunterricht. Im Jänner 2025 umfasste das Wiener Angebot 204 Schulen und 25 Sprachen, darunter Albanisch. Welche Schule aktuell Unterricht anbietet, hängt von Nachfrage und Planung ab. Eltern können bei der eigenen Schule nachfragen; der offizielle Informationsweg steht im Verzeichnis.
Nach der Schule entstehen neue Netzwerke
Studium, Berufseinstieg und Unternehmensgründung bringen andere Fragen mit sich als die Anwerbung der 1960er-Jahre. AYSA verbindet Studierende, Absolventen und junge Berufstätige über Bildungs- und Kulturangebote. Das Global Albanian Business Network organisiert professionelle Kontakte und Messen. Solche Netzwerke geben der gemeinsamen Sprache einen weiteren praktischen Ort im Wiener Alltag.
Ein Stück albanische Geschichte in Wien
Die Wiener Hofjagd- und Rüstkammer bewahrt einen Helm und ein Schwert auf, die mit Skanderbeg, dem albanischen Heerführer des 15. Jahrhunderts, verbunden werden. Neben der heutigen Community lässt sich hier eine weitere Seite albanischer Geschichte entdecken.
Das Museum verfolgt diese Zuschreibung bis ins späte 16. Jahrhundert zurück: Ein Ambraser Inventar von 1593 erwähnte den Helm und zwei Schwerter, ein Inventar von 1596 beschrieb den markanten Helm. Diese Überlieferung belegt nicht, dass jedes erhaltene Teil Skanderbeg persönlich gehörte.
Der Helm kam 1806 von Ambras nach Wien. Heute führt das Museum den Helm und das erhaltene Schwert mit Scheide in der Hofjagd- und Rüstkammer der Neuen Burg. Prüfe vor einem Besuch die aktuellen Besucherinformationen.
Hier zu Hause sein und mitentscheiden
Wie lange jemand in Wien lebt, sagt noch nichts über das Wahlrecht aus. Das Wiener Wahl-Factsheet zählte für 2025 610.795 Menschen im Wahlalter, die wegen ihrer Staatsbürgerschaft nicht an der Gemeinderatswahl teilnehmen konnten. Das waren 35,6 % der entsprechenden Stadtbevölkerung.
Gemeinderatswahl: 35,6 % ohne Wahlrecht
Wiener Bevölkerung ab 16 Jahren ohne österreichische Staatsbürgerschaft · Gemeinderatswahl 2025.
- 2002
- 15,9%
- 2013
- 22,7%
- 2023
- 33,4%
- 2025
- 35,6%
610.795 Wienerinnen und Wiener ab 16 waren bei der Gemeinderatswahl im April 2025 ausgeschlossen
Nach Altersgruppe, 2025
- 16–3044,4%
- 31–4446,4%
In beiden Altersgruppen fehlt fast der Hälfte das Wahlrecht bei der Gemeinderatswahl.
2003 weitete Wien das Bezirkswahlrecht aus. Der VfGH hob das Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger 2004 auf.
Quellen: Stadt Wien – Integration und Diversität (MA 17), „Wien-Wahl 2025: Wer darf (nicht) wählen?“; frühere Jahre aus derselben Reihe und aus SORA-Analysen.
Anfang 2023 lebten in Wien 101.072 in Österreich geborene Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft; 27.082 waren 16 Jahre oder älter.
Diese Werte beschreiben ganz Wien. Sie sind keine Zählung der albanischen Community. Sie machen aber sichtbar, warum ein Leben in derselben Stadt mit unterschiedlichen Möglichkeiten politischer Mitsprache verbunden sein kann. Für persönliche Fragen zur Staatsbürgerschaft gibt es die amtlichen Informationen der Stadt Wien.
Im unmittelbaren Umfeld bieten Elternvereine, Studierendengruppen, Betriebsräte und Nachbarschaftsinitiativen weitere Möglichkeiten, mitzugestalten. Gerade die Einrichtungen, die Familien über Generationen begleiten, sind auf diese Mitarbeit angewiesen.
Albanische Biografien auf Wiener Bühnen
Einige dieser Lebenswege sind öffentlich dokumentiert — im Theater, in der Musik und im Fußball. Sie führen aus unterschiedlichen Orten nach Wien und gehören inzwischen zur Geschichte der Institutionen, in denen diese Menschen arbeiten oder gearbeitet haben.

Alexander Moissi
Der Sohn eines albanischen Kaufmanns aus Durrës kam 1898 nach Wien. 1920 spielte er den ersten Jedermann der Salzburger Festspiele; 1935 starb er in Wien. Seine Laufbahn verbindet die Stadt mit der Theatergeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Bild: Ernst Stern & Heinz Herald via Wikimedia Commons · gemeinfrei. Biografie: Salzburger Festspiele.

Eno Peçi und Shkëlzen Doli
Peçi kam 1998 aus Tirana nach Wien und wurde Solotänzer und Choreograf. Doli, in Elbasan geboren und in Gjakova aufgewachsen, trat 2006 ins Staatsopernorchester und 2009 in die Wiener Philharmoniker ein.
Staatsoper: C. Stadler / Bwag / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0. Daten: offizielle Opern- und Philharmonikerbiografien.

Ronald Gërçaliu
Gërçaliu kam als Elfjähriger aus Tirana nach Österreich. Seine Vereinslaufbahn führte ihn unter anderem zu Austria Wien. Ab seinem Debüt 2005 spielte er 14-mal für das österreichische A-Nationalteam.
Foto: Jacktd / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 AT. Bilanz: Österreichische Bundesliga.

Flaka Goranci
Die in Gjakova geborene und in Tirana ausgebildete Mezzosopranistin baute von Wien aus eine internationale Karriere auf. Zu ihren Auftrittsorten gehören Konzerthaus, Musikverein und Theater an der Wien.
Foto: Venusicon / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0. Biografie: offizielle Website der Künstlerin.
2026: Albanisch beim Song Contest in Wien
Eine andere Verbindung entstand im Mai 2026: Der in Shkodra geborene Alis vertrat Albanien mit „Nân“ beim Eurovision Song Contest in Wien. Er erreichte das Finale in der Stadthalle und trat auch im Eurovision Village am Rathausplatz auf. Nach der Unabhängigkeitsfeier von 2008 war der Platz damit erneut Schauplatz eines öffentlichen albanischen Moments — diesmal durch Musik.




