EuroAlb Market, ein albanisches Lebensmittelgeschäft in der Arthur Avenue in der Bronx

Albaner in Amerika

Wo immer du gelandet bist – ein paar von uns sind in der Nähe.

Zwischen 750.000 und einer Million von uns leben hier, verteilt über einen ganzen Kontinent – und die Teile des albanischen Amerika liegen weiter voneinander entfernt, als jeder von ihnen von Albanien entfernt ist. Hier ist die Gemeinschaft wirklich zu Hause, und so findet sie zueinander.

Mehr als 1,1 Millionen Albanerinnen und Albaner sind schon auf dua.comFotoverifizierte Profile

Wo bist du?

Wähle einen Ort, und wir zeigen dir, was die Daten sagen – und wer schon dort ist.

In und um New York

68.240

Menschen albanischer Abstammung in der Metropolregion

Drei von zehn Albanoamerikanern. Staten Island ist zu 1,75 % albanisch – der höchste Anteil aller Countys des Landes – und der albanischste Census-Bezirk Amerikas liegt in Allerton in der Bronx, bei 16,8 %.

Albaner in New York entdecken

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750.000–1 Mio.

Die Schätzung der Gemeinschaft selbst

Albanian American Civic League · National Albanian Registry

228,504

Nach Abstammung gezählt

± 8.279 · ACS 2020–2024, Tabelle B04006

13,437

Schon auf dua.com in den USA

3.245 davon in New York · Juli 2026

Die albanische Nation hatte eine Zeitung in Boston, bevor sie ein Land hatte. Dielli – „Die Sonne“ – erschien erstmals am 15. Februar 1909, gedruckt von albanischen Einwanderern, viele von ihnen aus Dörfern rund um Korçë. Albanien sollte seine Unabhängigkeit erst drei Jahre später erklären.

Das ist ein bemerkenswertes Detail, aber es sagt auch etwas über die Albaner in Amerika. Dies ist eine alte Diaspora – alt genug, dass es nie funktionieren konnte, sie allein über den Geburtsort zu zählen.

Wie viele Albaner leben also tatsächlich in den Vereinigten Staaten?

Fragt man in der Gemeinschaft selbst, hört man 750.000 bis 1 Million. In den Daten der US-Behörden sieht das Bild ganz anders aus. 252.106 Menschen trugen in der detaillierten Frage zur ethnischen Zugehörigkeit „albanisch“ ein, 228.504 gaben albanische Abstammung an, 184.704 sprechen zu Hause Albanisch, und 110.504 Einwohner der USA wurden in Albanien geboren.

Das Seltsame daran: Alle vier Zahlen können stimmen. Sie zählen schlicht unterschiedliche Fassungen derselben Gemeinschaft.

Wer in der Bronx als Kind albanischer Eltern zur Welt kommt, hat womöglich nie in Albanien gelebt. Eine Familie aus dem Kosovo kann albanisch sein, ohne dass Albanien in ihren Geburtsortsdaten überhaupt auftaucht. Eine Familie in der dritten Generation kann sich noch immer als albanisch verstehen, lange nachdem am Esstisch Englisch an die Stelle des Albanischen getreten ist.

Und dann ist da der Kosovo. Er ist in keiner veröffentlichten Census-Tabelle je als eigener Geburtsort aufgetaucht, weshalb ein Teil der albanoamerikanischen Geschichte in der amtlichen Statistik besonders schwer zu erkennen ist.

Genau hier wird das Zählen der Albaner in Amerika kompliziert. Mit jeder Generation wird ein Teil der Gemeinschaft in den Daten schwerer sichtbar – auch dann, wenn das Albanischsein in der Familie keineswegs verschwunden ist.

Die Zahlen ergeben mehr Sinn, wenn man weiß, wie die Albaner hierhergekommen sind.

Die ersten Gemeinden entstanden rund um Boston. Dann schloss das kommunistische Albanien einen Migrationsweg faktisch für vier Jahrzehnte. Nach dem Sturz des Regimes kamen Albaner wieder in weit größerer Zahl, Tausende von ihnen über die Diversity-Visa-Lotterie. New York wurde zum naheliegenden Zentrum, doch das albanische Amerika gehörte nie einer einzigen Stadt. Gemeinden wuchsen in Michigan, Massachusetts, Connecticut und anderswo, während Familien aus dem Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und weiteren albanischsprachigen Regionen ihre eigenen Geschichten zur Diaspora hinzufügten.

Diese Geschichte ist im Alltag noch sichtbar. In den Kirchen und Moscheen, die frühere Generationen gebaut haben. In Restaurants, die ihre albanischen Besitzer einst hinter italienischen Namen versteckten, und in neueren, die albanische Wörter mit Stolz über die Tür schreiben. In Haushalten, in denen die Großeltern Albanisch sprechen, die Eltern zwischen zwei Sprachen wechseln und die Kinder mehr Albanisch verstehen, als sie zu sprechen bereit sind.

Sichtbar ist sie auch in einer Frage, die Albaner einander fast automatisch stellen: Nga je? – Woher kommst du?

In Amerika ist die Antwort selten so einfach wie die Frage.

Dieser Leitfaden verfolgt diese Gemeinschaft von den ersten Ankömmlingen in Boston bis zum albanischen Amerika von heute: wo sich die Menschen niederließen, wie sich die Migration nach dem Kommunismus veränderte, was der Census uns sagen kann und was nicht, wie sich Religion und Sprache über die Generationen gewandelt haben und wie eine über einen ganzen Kontinent verstreute Gemeinschaft weiterhin zueinanderfindet.

Eine Unterscheidung halten wir dabei durchgehend klar. Die Zahl von 750.000 bis 1 Million ist eine Schätzung der Gemeinschaft, keine Census-Zählung. Amtliche US-Datensätze kommen auf kleinere Werte, weil sie Bestimmtes messen – Abstammung, Geburtsort, Sprache oder Selbstzuschreibung – und nicht jede Person, die sich selbst als albanisch versteht.

Vielleicht wird es nie die eine Zahl geben, die das albanische Amerika genau erfasst. Zu verstehen, warum die Zahlen auseinandergehen, sagt ohnehin etwas Interessanteres: wie eine Diaspora wachsen, sich verändern und albanisch bleiben kann, während Teile von ihr langsam aus der Statistik verschwinden.

Zum Vergleich mit anderen albanischen Gemeinschaften im Ausland siehe Albaner in Massachusetts, Albaner in London: eine Gemeinschaft von rund 80.000, Albaner in Großbritannien: eine Gemeinschaft von mehr als 150.000, Griechenland, Italien, Deutschland and Österreich.

Aktueller Community-Hub

National beginnen. Den passenden lokalen Zugang finden.

Nutze verifizierte amtliche Statistiken für die Größenordnung und wechsle dann zu von der Community gepflegten Verzeichnissen und regionalen Seiten für aktuelle Kontakte.

Das National Albanian Registry ist eine unabhängige, von der Community geführte Nonprofit-Organisation. Die laufend aktualisierten Einträge werden selbst eingereicht und vom Registry-Team geprüft; sie sind weder eine Volkszählung noch eine repräsentative Bevölkerungsschätzung. Wir verlinken die Live-Tabellen, statt veränderliche Summen zu kopieren.

Regionale Einstiege

Diese Werte sind Abstammungsschätzungen, keine vollständigen Community-Zahlen. Metropolregionen und Bundesstaaten sind getrennt gekennzeichnet.

  • New YorkMetropolregion New York–Newark–Jersey City68,240 ±4,275ACS 2020–2024, 5 Jahre, B04006; Schätzung ± 90%-FehlermargeDie größte gemessene Metropolkonzentration und der erste vollständige Regional-Guide.Regionalen Guide lesen
  • DetroitMetropolregion Detroit–Warren–Dearborn24,575 ±2,354ACS 2020–2024, 5 Jahre, B04006; Schätzung ± 90%-FehlermargeEine lang etablierte Michigan-Community mit religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen.Regionaler Guide in Vorbereitung
  • MassachusettsBundesstaat Massachusetts21,625 ±1,972ACS 2020–2024, 5 Jahre, B04006; Schätzung ± 90%-FehlermargeEine landesweite Sicht einschließlich Boston, Worcester und Gemeinden außerhalb des Metrokerns.Regionaler Guide in Vorbereitung
  • ChicagoMetropolregion Chicago–Naperville–Elgin14,515 ±1,982ACS 2020–2024, 5 Jahre, B04006; Schätzung ± 90%-FehlermargeEine bundesstaatenübergreifende Community mit Institutionen jenseits der Stadtgrenzen.Regionaler Guide in Vorbereitung
  • New JerseyBundesstaat New Jersey18,304 ±2,221ACS 2020–2024, 5 Jahre, B04006; Schätzung ± 90%-FehlermargeEine landesweite Community, eng mit der New Yorker Metropolregion verbunden, aber nicht mit ihr identisch.Regionaler Guide in Vorbereitung
  • FloridaBundesstaat Florida17,470 ±3,513ACS 2020–2024, 5 Jahre, B04006; Schätzung ± 90%-FehlermargeEine verteilte Community; Jacksonville und Tampa sind nützliche lokale Ausgangspunkte.Regionaler Guide in Vorbereitung

Weitere regionale Zentren

Die sechs Hubs sind nicht die ganze Karte. Diese etablierten oder wachsenden Zentren gehören zum nationalen Bild; unzuverlässige kommerzielle Städterankings werden nicht übernommen.

  • Philadelphia

    Eine langjährige East-Coast-Community im größeren Netzwerk von Pennsylvania und Delaware Valley.

  • Waterbury und Connecticut

    Ein historisches Industriezentrum mit albanischen Institutionen und Siedlungsmustern über mehrere Generationen.

  • Cleveland

    Arbëreshë, Arbeitsmigration, Displaced Persons und Zuzug nach 1990 schufen eine sichtbare Community mit Kulturpark.

  • Dallas–Fort Worth

    Ein kleineres, verteiltes Sun-Belt-Netzwerk, das sich besser über aktuelle Organisationen und Live-Verzeichnisse erkunden lässt als über kommerzielle Städtezahlen.

Nationale Karte und Verzeichnis erkunden

Bevorstehende, vom Veranstalter bestätigte Termine

Die Daten stammen von Veranstalterseiten und wurden am 28. August 2026 geprüft.

  • One World Day 2026

    Cleveland Cultural Gardens, Cleveland, Ohio

    Ein kostenloses multikulturelles Festival, dessen Programm den Albanian Cultural Garden einschließt.

    Beim Veranstalter prüfen
  • St Mother Teresa Feast Day Celebration

    St Paul Albanian Catholic Church, Rochester Hills, Michigan

    Abendmesse zum Fest der heiligen Mutter Teresa; die Kirche nennt 18:00–19:30 Uhr.

    Beim Veranstalter prüfen
  • Albanian Festival of Staten Island

    South Beach Boardwalk, Staten Island, New York

    Das erste Staten-Island-Festival; laut Veranstalter steht die endgültige Ortsgenehmigung noch aus.

    Beim Veranstalter prüfen
  • Festa e Flamurit 2026

    St Paul Albanian Catholic Church, Rochester Hills, Michigan

    Die jährliche Feier zum albanischen Flaggentag der Gemeinde in Rochester Hills, ab 19:00 Uhr.

    Beim Veranstalter prüfen

Zeitpläne, Genehmigungen und Eintritt können sich ändern. Vor der Anreise beim Veranstalter bestätigen.

Verifizierte Institutionen

Die Links führen zu den eigenen Websites der Institutionen. Die Aufnahme dient der Information und ist keine Empfehlung.

  • Albanian American National Organization

    Nationale Kultur- und Gemeinschaftsorganisation mit Ortsgruppen und Jahreskongress.

    Offizielle Website
  • Albanian American Civic League

    US-Interessenvertretung; ihre Bevölkerungszahl ist eine Organisationsschätzung, keine Census-Summe.

    Offizielle Website
  • Albanian Orthodox Archdiocese in America

    Die albanische Erzdiözese der Orthodox Church in America und ihr Pfarrnetz.

    Offizielle Website
  • First Albanian American Bektashi Monastery

    Das in Michigan gegründete Bektaschi-Kloster als religiöses und kulturelles Zentrum.

    Offizielle Website
  • St Paul Albanian Catholic Church

    Albanisch-katholische Pfarrei im Raum Detroit mit öffentlichem Veranstaltungskalender.

    Offizielle Website
  • Albanian-American Chamber of Commerce of Michigan

    Regionale Wirtschaftskammer in Michigan mit Mitglieder- und Community-Programmen.

    Offizielle Website

Was die Zahlen aussagen können – und was nicht

Kein einzelnes Maß erfasst alle Albanisch-Amerikaner. Deshalb bleiben die Evidenzarten getrennt.

Abstammung

ACS B04006 zählt Personen mit albanischer erster oder zweiter Abstammung. Die landesweite Schätzung 2020–2024 beträgt 228.504 ±8.279.

Geburtsort und Sprache

Geburtsort und zu Hause gesprochenes Albanisch messen Verschiedenes; beides ist nicht mit Abstammung gleichzusetzen.

Flucht, Einwanderung und Community-Daten

Verwaltungsprogramme und Registry-Einträge beschreiben bestimmte Bewegungen oder freiwillige Teilnahme, nicht die Gesamtbevölkerung.

dua-Aggregate

Freigegebene dua-Zahlen sind anonyme Kontoaggregate für Ort und Stichtag, keine Bevölkerungsschätzungen. Individualdaten werden nicht veröffentlicht.

Prüfung und Korrekturen

Wesentliche Aussagen werden im Quellenregister protokolliert und nach Prüfung der Primärquelle korrigiert. ACS/PUMS werden bei einer neuen vergleichbaren Ausgabe aktualisiert; Veranstaltungen müssen vor dem Besuch erneut beim Veranstalter geprüft werden.

Evidenz und Links geprüft am 28. August 2026

Die Zahlen

Wie viele Albaner leben in den Vereinigten Staaten?

Die Antwort der Community lautet: 750.000 bis 1 Million. Diese Spanne verwenden albanisch-amerikanische Organisationen, um die gesamte Gemeinschaft zu erfassen — über Herkunftsländer, Generationen und Staatsbürgerschaften hinweg. Die offiziellen Zahlen fallen niedriger aus, weil jede Bundesstatistik jeweils ein enger gefasstes Merkmal misst und nicht die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gemeinschaft.

Offizielle und gemeinschaftliche Maßzahlen zur albanischen Bevölkerung der Vereinigten Staaten
MaßzahlWertWas sie abbildet
Schätzung der Community750.000–1 MillionDie Spanne, die albanisch-amerikanische Organisationen für die weitere ethnische Gemeinschaft samt Nachkommen verwenden.
Höchster derzeit veröffentlichter Census-Wert252.106Personen, die in der detaillierten Frage zur ethnischen Zugehörigkeit „Albanisch“ angeben, allein oder in Kombination.
Albanische Abstammung228.504 ± 8.279Personen, die im ACS 2020–2024 „Albanisch“ als eine von bis zu zwei Abstammungen angaben.
Vollerhebung des Census 2020236.635Eine vollständige Zählung statt einer Stichprobe, mit einer dokumentierten Fehlermarge von drei Personen.
Albanisch zu Hause gesprochen184.704Einwohnerinnen und Einwohner ab fünf Jahren, ermittelt in den ACS-Mikrodaten 2024.
In Albanien geboren110.504 ± 5.099Eine Aussage über Pässe, nicht über Identität.
Evidenzgestützter Näherungswert≈ 315.000Ein bereinigtes Modell aus Abstammung, Sprache, Geburtsland und erfassten Angehörigen; keine amtliche Zählung.

Beginnen wir mit 228.504. So viele Menschen gaben im American Community Survey an, albanischer Abstammung zu sein. Stellt man die Frage jedoch etwas anders, ändert sich die Zahl. In derselben Erhebung und im selben Zeitraum trugen 252.106 Menschen in der detaillierten Frage zur ethnischen Zugehörigkeit „Albanisch“ ein — der höchste albanische Wert in irgendeiner veröffentlichten Tabelle des US-Zensus.

Dann ist da 236.635. Anders als die übrigen Werte stammt dieser nicht aus einer Stichprobe. Es ist die Vollerhebung des Census 2020, veröffentlicht am 21. September 2023, mit einer dokumentierten Fehlermarge von gerade einmal drei Personen.

Und schließlich: 110.504 Einwohner der USA wurden in Albanien geboren.

Diese letzte Zahl wird am leichtesten missverstanden. Sie sagt, wo jemand geboren wurde, nicht wer er ist. Sie erfasst weder einen im Kosovo geborenen Albaner noch einen in New York geborenen Albaner der zweiten Generation noch ein Enkelkind in Michigan, dessen Familie sich seit Jahrzehnten als albanisch versteht.

Welche Zahl ist nun die richtige?

Auf ihre je eigene Weise: alle.

Die Abstammungsschätzung liegt bei 228.504 ± 8.279. Der Eintrag bei der ethnischen Zugehörigkeit bei 252.106 ± 8.977. Die in Albanien geborene Bevölkerung bei 110.504 ± 5.099. Jeder Wert stammt aus einem amtlichen US-Datensatz, doch jeder stellt eine andere Frage und sieht deshalb einen anderen Teil des albanischen Amerika.

Selbst die amtlichen Maßzahlen passen nicht sauber zusammen. Im selben Erhebungszeitraum bezeichneten sich in der Frage zur ethnischen Zugehörigkeit 10,3 Prozent mehr Menschen als albanisch als in der Frage zur Abstammung. Und die Vollerhebung des Census 2020 fiel 17 Prozent höher aus als die Stichprobenschätzung aus etwa derselben Zeit.

Diese Lücken sind aufschlussreich. Sie zeigen, warum eine einzelne Zensuszahl die viel größere Frage nicht klären kann, wie viele Albaner in Amerika leben.

Ein behördlicher Datensatz kann Geburtsort, Abstammung oder die Identität zählen, die jemand in ein Formular schreibt. Was er nicht präzise leisten kann, ist, eine Grenze um eine Diaspora zu ziehen — zumal um eine, zu der Familien aus Albanien, dem Kosovo und anderen albanischsprachigen Regionen gehören, dazu in den Vereinigten Staaten geborene Kinder und Enkel.

Deshalb sollten die offiziellen Zahlen und die Community-Schätzung von 750.000 bis 1 Million nicht als konkurrierende Antworten verstanden werden. Es sind Versuche, dieselbe Gemeinschaft von unterschiedlichen Ausgangspunkten aus zu beschreiben.

Verfünffacht seit 1990 — mit einem Plateau dazwischen

1990 verzeichnete der Zensus 47.710 albanische Abstammungsangaben. Im Jahr 2000 waren es 113.661 — ein so starker Anstieg, dass das Census Bureau ihn im eigenen Bericht hervorhob: Eine Handvoll kleiner Abstammungsgruppen, darunter die albanische, habe sich „mindestens verdoppelt“.

Zwischen den Erhebungsschätzungen von 2014 und 2018 bewegte sich die Zahl überhaupt nicht — von 191.021 auf 191.264, eine Veränderung von 0,1 Prozent in vier Jahren und damit klar innerhalb der Fehlermarge. Das albanische Amerika stagnierte gut sechs Jahre lang und begann erst in den 2020er-Jahren wieder zu wachsen.

Warum es keine amtliche Gesamtzahl der ethnischen Albaner gibt

Ein Grund, warum Albaner in Amerika so schwer zu zählen sind, ist einfach: Nicht alle Albaner kommen aus Albanien.

Sie kommen aus dem Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Südserbien, aber auch aus älteren albanischen Gemeinschaften in Griechenland, der Türkei und Italien. In der US-Statistik zum Geburtsland lassen sich jedoch nur die in Albanien Geborenen leicht erkennen.

Das Kosovo zeigt, wie viel zwischen der Gemeinschaft und den amtlichen Tabellen verschwinden kann.

Trotz der Unabhängigkeitserklärung von 2008 ist das Kosovo in den veröffentlichten Geburtsland-Tabellen des Census Bureau nie als eigene Zeile aufgetaucht — kein einziges Mal zwischen 2009 und 2024. Erst 2017 erhielt es in den öffentlichen Mikrodaten einen eigenen Code. Auch Montenegro hatte nie eine eigene veröffentlichte Zeile.

An der Oberfläche sind diese Menschen fast unsichtbar. Geht man unter die veröffentlichten Tabellen, hinein in die einzelnen Zensusdatensätze, tauchen sie auf.

2024 lebten in den Vereinigten Staaten schätzungsweise 23.069 im Kosovo geborene Einwohner, 12.945 in Montenegro geborene und 29.937 in Nordmazedonien geborene. Weitere 29.131 gaben als Geburtsland weiterhin Jugoslawien an — ein Land, das seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr existierte.

Und genau hier wird das Geburtsland für Albaner besonders irreführend.

Rund sieben von zehn im Kosovo geborenen Einwohnern geben albanische Abstammung an. Unter den in Montenegro Geborenen ist es mehr als ein Drittel. Das mag überraschen, wo Albaner nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung Montenegros ausmachen — doch die Migration nach Amerika war nie ein verkleinertes Abbild des zurückgelassenen Landes. Ein Großteil der montenegrinischen Auswanderung kam aus Orten mit alteingesessenen albanischen Gemeinschaften: Ulcinj, Tuzi, Plav und Gusinje.

Nordmazedonien erzählt eine andere Geschichte.

In Deutschland und Österreich sind etwa zwei Drittel der Auswanderer aus Nordmazedonien Albaner. In den Vereinigten Staaten kehrt sich das Muster um. Von den 29.937 in Nordmazedonien geborenen US-Einwohnern geben nur 22,4 Prozent albanische Abstammung an, dagegen 59,9 Prozent mazedonische.

Dieser Unterschied ist wichtig, weil er zeigt, warum sich Geburtsland nicht einfach in Ethnie umrechnen lässt. Ein im Kosovo geborener Einwohner kann Albaner sein. Ein in Montenegro geborener kann Albaner sein. Ein in Nordmazedonien geborener kann Albaner sein — ist es in den amerikanischen Daten aber eher nicht.

Ältere Aufzeichnungen machen das Bild noch unübersichtlicher. Manche Eingewanderte stecken bis heute in weit gefassten Kategorien wie „Übriges Osteuropa“, während in den Akten des Department of Homeland Security die herrlich bürokratische Bezeichnung „Jugoslawien (unbekannte Republik) vor dem 7. Februar 2003“ fortlebt.

Alles zusammengenommen wird das Problem deutlicher. Der Zensus kann uns sagen, wo Menschen geboren wurden. Die Geografie allein kann uns nicht sagen, wer Albaner ist.

Für eine Diaspora, deren ethnische Grenzen nie sauber mit Staatsgrenzen zusammenfielen, konnte es nie die eine Geburtslandstatistik geben, die die ganze Gemeinschaft erfasst.

Das albanische Amerika in acht Zahlen, die die Geschichte erzählen

Bevor es in die Geschichte geht, lohnen sich acht Zahlen. Manche bestätigen, was die Community ohnehin weiß. Andere machen es komplizierter.

01750 Tsd.–1 Mio.

Albanisch-amerikanische Organisationen beziffern die Gemeinschaft auf 750.000 bis 1 Million Menschen.

Die Albanian American Civic League nennt 750.000; das National Albanian Registry setzt die Zahl näher an eine Million. Keine der beiden ist eine Zensuszählung. Dieser Unterschied ist entscheidend, denn die amtlichen Zahlen erzählen eine ganz andere Geschichte.

02252.106

Der höchste aktuelle albanische Wert in einer veröffentlichten Zensustabelle lautet 252.106.

Eine andere Tabelle verzeichnet 228.504 Menschen albanischer Abstammung, während die ACS-Mikrodaten 184.704 Personen ab fünf Jahren ausweisen, die zu Hause Albanisch sprechen. Der Abstand zwischen diesen Zahlen ist kein Fehler. Jede von ihnen sucht etwas anderes.

033 Personen

Die genaueste albanische Zählung, die die USA je hervorgebracht haben, lautet 236.635 — mit einer Fehlermarge von nur drei Personen.

Sie stammt aus dem Census 2020 und wurde am 21. September 2023 veröffentlicht. Soweit wir sehen können, ist die Zahl bei denen, die sie zählt, jedoch kaum angekommen.

044 von 5

Im Haushaltsjahr 2000 hatten vier von fünf Albanern, die eine unbefristete US-Aufenthaltserlaubnis erhielten, die Diversity-Visa-Lotterie gewonnen.

Das Interesse in der Heimat war außerordentlich: In einem einzigen Herbst reichte Albanien 367.231 Bewerbungen ein — 12,8 Prozent der Landesbevölkerung. Für Tausende Familien war die Lotterie keine Randnotiz der albanischen Migration nach Amerika. Sie war der Weg hinein.

05Nie

Das Kosovo ist seit 2008 unabhängig, doch dort geborene Albaner bleiben in veröffentlichten US-Statistiken ungewöhnlich schwer sichtbar.

Das Census Bureau führte 2017 einen Code „im Kosovo geboren“ ein, hat das Kosovo aber nie als eigene Zeile in einer Geburtslandtabelle veröffentlicht. Um die 23.069 im Kosovo geborenen US-Einwohner zu finden, die 2024 gezählt wurden, muss man in die Mikrodaten gehen.

0616,8 %

New York mag das Zentrum des albanischen Amerika sein, doch eine der stärksten Konzentrationen liegt in Michigan.

Unter den größeren US-Städten hat Sterling Heights mit 2,85 Prozent den höchsten albanischen Anteil. Auf County-Ebene führt Staten Island mit 1,75 Prozent. Zoomt man jedoch bis auf die Ebene der Census-Tracts, kehrt die Karte nach New York zurück: Ein Tract in Allerton in der Bronx ist zu 16,8 Prozent albanisch.

07Die 2010er

In den 2010er-Jahren kamen mehr Albaner in die Vereinigten Staaten als in jedem Jahrzehnt zuvor.

Nicht die große Auswanderungswelle der 1990er. Nicht die Jahre um den Kosovokrieg. Das stärkste Jahrzehnt albanischer Ankunft war jenes, das erst vor Kurzem zu Ende ging.

0835.546

Und dann sind da 35.546 Kinder und Enkel in albanischen Haushalten, die aus der albanischen Statistik vollständig verschwinden.

Sie leben in Familien, in denen ein albanischer Bezug weiterhin sichtbar ist, werden von den üblichen Maßzahlen zu Abstammung, Geburtsland oder Sprache aber nicht als albanisch gezählt. Rund 19.500 machten überhaupt keine Angabe zur Abstammung. Das ist eines der klarsten Beispiele dafür, wie eine Gemeinschaft am Esstisch sichtbar bleiben und zugleich langsam aus dem Datensatz verschwinden kann.

Die Karte

Wo das albanische Amerika lebt, Punkt für Punkt

Ein Punkt pro County mit mindestens 30 Menschen, die albanische Abstammung angeben – 407 Countys, auf die 98 % der landesweiten Gesamtzahl entfallen. Mit dem Mauszeiger über einen Punkt fahren zeigt County und Zahl, oder klicke auf einen Bundesstaat, um dessen eigene Gesamtzahl und die größten Countys zu sehen.

Quelle: US Census Bureau, ACS-Fünfjahresschätzungen 2020–2024, Tabelle B04006, County- und Tract-Ebene.

Dot size

302,00010,000

people per county

Counties with the largest Albanian population

Was die Karte in der Praxis bedeutet

Die Punkte sind das Problem – und der Grund, warum es dua.com gibt

Vierhundertsieben Countys, und fünf davon beherbergen ein Fünftel der Gemeinschaft. Ein Jahrhundert lang lernten sich Albaner in Amerika über den Dorfverein, den Gemeindesaal und den Cousin mit dem freien Zimmer kennen – Netzwerke, die innerhalb eines Punktes wunderbar funktionieren und an seinem Rand aufhören. Eine Familie in Phoenix ist vier Flugstunden von der nächsten Straße entfernt, in der die Sprache gesprochen wird.

dua.com ist dieser Kreis im Maßstab des ganzen Landes – und über den Atlantik hinweg. Mehr als 13.400 Mitglieder in den Vereinigten Staaten, 3.245 davon in New York, und 5.671 Matches zurück in den Kosovo, nach Albanien und Nordmazedonien zwischen April und Juli 2026.

Finde jemanden, der „të dua“ sagtDie Fotoverifizierung ist für alle Pflicht
Illustration eines albanischen Paares in Tracht, das gemeinsam auf ein Handy schaut, mit einer US-Flaggen-Anstecknadel

Orte

Wo das albanische Amerika lebt

Das albanische Amerika verteilt sich über das ganze Land, doch seine Geografie ist alles andere als zufällig.

Mehr als die Hälfte aller Menschen, die albanische Abstammung angeben, lebt in nur vier Bundesstaaten: New York, Michigan, Massachusetts und New Jersey. New York liegt mit 56.959 klar vorn, gefolgt von Michigan mit 26.598, Massachusetts mit 21.625 und New Jersey mit 18.304.

Doch die absoluten Zahlen verdecken etwas Interessanteres.

Betrachtet man die Dichte statt der Kopfzahl, verändert sich die Karte. Massachusetts und Connecticut sind anteilig albanischer als New York. Detroit ist mit 0,56 Prozent albanischer als die Metropolregion New York. Und die höchste Konzentration aller US-Metropolregionen findet sich rund um Waterbury in Connecticut, wo fast jede hundertste Person albanische Abstammung angibt.

Es gibt also nicht wirklich ein albanisches Amerika. Es gibt mehrere — und sie sind aus unterschiedlichen Gründen gewachsen.

  • Garfield, New Jersey

    albanischste Stadt Amerikas nach Punktschätzung

    3,63 %
  • Rocky River, Ohio

    eine Kolonie vor den Toren Clevelands

    3,03 %
  • Sterling Heights, Michigan

    3.804 Menschen — die größte statistisch gesicherte Zahl

    2,85 %
  • Worcester, Massachusetts

    älteste albanische Gemeinde der Vereinigten Staaten

    1,92 %
  • Staten Island, New York

    albanischstes County Amerikas

    1,75 %
  • Macomb County, Michigan

    albanischstes größeres County außerhalb von New York City

    1,38 %

Anteil der lokalen Bevölkerung mit Angabe albanischer Abstammung. ACS 2020–2024, Tabelle B04006.

Balkendiagramm der albanischsten Orte in den Vereinigten Staaten nach Bevölkerungsanteil, angeführt von Garfield in New Jersey mit 3,63 Prozent
Vier Bundesstaaten stellen mehr als die Hälfte. New York zählt 56.959 Menschen albanischer Abstammung, Michigan 26.598, Massachusetts 21.625 und New Jersey 18.304. Doch die Kopfzahl verdeckt das interessantere Muster: die Dichte. Nach Bevölkerungsanteil sind die albanischsten Bundesstaaten Massachusetts (0,307 Prozent), Connecticut (0,299) und New York (0,287); die albanischste große Metropolregion Amerikas ist nicht New York (0,34 Prozent), sondern Detroit (0,56 Prozent); und die albanischste Metropolregion überhaupt, unabhängig von der Größe, ist Waterbury–Shelton in Connecticut mit 0,90 Prozent.

New York: Die Bronx hat den Ruf, Staten Island hat die Zahlen

Wenn das albanische Amerika eine Hauptstadt hat, dann aber doch New York.

In der Metropolregion leben 68.240 Menschen mit Angabe albanischer Abstammung — etwa drei von zehn Albanoamerikanern.

Die Bronx hat die Geschichte und den Ruf. Die größte Zahl hat tatsächlich Queens mit 9.655. Und Staten Island ist still und leise zum albanischsten County des Landes geworden: 8.651 Einwohner oder 1,75 Prozent der Bevölkerung des Stadtbezirks geben albanische Abstammung an.

Um das albanische New York in seiner dichtesten Form zu sehen, muss man allerdings viel weiter hineinzoomen.

Rund um Pelham Parkway, Allerton und Morris Park schnellen die Anteile plötzlich nach oben.

Morris Park ist zu 5,85 Prozent albanisch. In einem Teil von Allerton, direkt nördlich des Pelham Parkway, geben 16,8 Prozent der Einwohner albanische Abstammung an — der höchste Anteil aller Census-Tracts, die wir in den Vereinigten Staaten gefunden haben.

Auf dieser Ebene beginnt die Statistik, einem echten Viertel zu ähneln.

New Yorker sprechen mitunter über Little Albania in der Bronx, als wäre es ein einzelnes Viertel. Vor Ort ist die Grenze schwerer zu ziehen.

Das Wohnzentrum liegt im Gebiet des Pelham Parkway, besonders rund um die Lydig Avenue. Albanische Bäckereien, Pizzerien und Läden stehen zwischen Geschäften russischer, jüdischer und anderer Gemeinschaften, die diesen Teil der Bronx ebenfalls zu ihrer Heimat gemacht haben.

Dann sind da Arthur Avenue und Belmont, traditionell bekannt als Little Italy der Bronx.

Dort wird ein weiterer Teil der albanischen Geschichte sichtbar.

Jahrzehntelang arbeiteten Albaner in italienischen Restaurants überall in New York. Viele lernten das Geschäft von innen — am Herd, im Service, an der Spülmaschine und schließlich als Betreiber eigener Lokale. Manche behielten die italienischen Namen und Speisekarten bei. Andere sahen dafür keinen Grund mehr.

Heute serviert Çka ka Qëllu mitten im alten italienischen Restaurantviertel der Bronx albanische Küche und steht im Michelin Guide.

Das Schild über der Tür sagt etwas, was die Statistik nicht sagen kann: Eine Gemeinschaft, die einst in der ethnischen Ökonomie anderer Arbeit fand, setzt zunehmend selbstverständlich den eigenen Namen über das Geschäft.

Mujo Rugova hat diesen Wandel miterlebt.

Er kam in den 1980er-Jahren aus Plav in Montenegro und baute mit der Zeit ein Geschäft mit europäischen Lebensmittelmärkten und Vertrieb auf. Mit Blick auf das Restaurantgewerbe der Bronx beschrieb er den Kreislauf nüchtern: Albaner hätten früher für italienische Eigentümer gearbeitet; später seien sie selbst die Eigentümer geworden. Neuere Einwanderergruppen erledigten heute viele der Arbeiten, die einst Albaner machten.

Eine alte New Yorker Geschichte, nur mit anderen Namen über den Schaufenstern.

Die Bronx bleibt das symbolische Zentrum des albanischen New York. Doch die Gemeinschaft verschiebt sich bereits nach Norden.

Über drei aufeinanderfolgende Erhebungszeiträume sank die Bevölkerung albanischer Abstammung in der Bronx von 10.317 auf 9.546 auf 8.828.

Westchester entwickelte sich in die andere Richtung: 7.878, dann 7.917, dann 8.932.

Die Zahlen zeigen, was viele Einwanderergemeinschaften irgendwann tun, wenn Familien etablierter werden: Sie ziehen nach außen und bewahren zugleich die Institutionen und Beziehungen, die die Gemeinschaft zusammenhalten.

In diesem Fall zog eine dieser Institutionen um, bevor es die Statistik tat.

Die albanisch-katholische Gemeinde stand einst an der Park Avenue in der Bronx. 1999 eröffnete Our Lady of Shkodra ihre neue Kirche in Hartsdale, Westchester.

Die Bronx hörte nicht auf, albanisch zu sein, als Familien nach Norden zogen. Die Grenzen des albanischen New York wurden schlicht weiter.

Michigan: dem Van Dyke nach Norden folgen

New York hat mehr Albaner. Die Region Detroit ist albanischer.

In der Metropolregion Detroit leben rund 24.575 Menschen albanischer Abstammung, und nirgends ist die Konzentration deutlicher als in Macomb County. In Sterling Heights geben 3.804 Einwohner — 2,85 Prozent der Stadt — albanische Abstammung an; damit ist es nach statistisch belastbarem Maßstab die albanischste größere Stadt Amerikas.

Die interessantere Geschichte ist jedoch, wie sie dorthin kamen.

Vergleicht man die Karte von 2000 mit der von heute, kann man dem albanischen Detroit fast dabei zusehen, wie es entlang des Van-Dyke-Korridors nach Nordosten wandert.

Hamtramck fiel von 635 Albanern auf gerade noch 26. Warren sank von 1.053 auf 202. Auch die Stadt Detroit selbst verlor.

Zugleich wuchs Sterling Heights um 66 Prozent. Troy hat sich mehr als verdoppelt, Westland mehr als verdreifacht.

Die Gemeinschaft verschwand nicht. Sie zog um.

Diese Bewegung sagt etwas darüber aus, wie etabliert das albanische Amerika inzwischen ist. Frühere Einwanderer siedelten sich in der Nähe von Fabriken, bezahlbaren Wohnungen und Verwandten an. Als Familien Häuser kauften und nach außen zogen, folgte der Schwerpunkt ihnen in die Vororte.

Michigan ist noch in anderer Hinsicht ungewöhnlich. Seine albanische Bevölkerung stammt aus dem gesamten albanischsprachigen Balkan: etwa die Hälfte aus Albanien selbst, dazu beträchtliche Gruppen mit Wurzeln in Nordmazedonien, dem Kosovo und Montenegro.

Und wenn die Bronx ihre albanisch geführten Pizzerien hat, dann hat Detroit seine Coney Islands.

Die Hot-Dog-Lokale der Stadt wurden zu einem jener Einwanderergeschäfte, in denen Verwandte Verwandte nachholten, Angestellte zu Eigentümern wurden und aus einem Job ein Standbein in Amerika wurde. Andere Speisekarte, vertraute Geschichte.

Eine Behauptung über Detroit gehört korrigiert. Die Stadt wird bisweilen als größte albanische Gemeinschaft außerhalb Europas bezeichnet. Das stimmt nicht: In der Metropolregion New York geben rund 68.240 Menschen albanische Abstammung an, in Detroit 24.575.

Was Detroit für sich beanspruchen kann, ist ohnehin interessanter. Unter den großen Metropolregionen Amerikas ist die albanische Identität nirgends so konzentriert.

Zum vollständigen Guide über Albaner in Detroit mit ACS-Fehlerspannen, Migrationsquellen, Institutionen, Schulen, Unternehmen, Fußball und aktuellem Verzeichnis.

Worcester und Waterbury: Die alte Karte überlebt

Wenn Detroit zeigt, wohin das albanische Amerika gezogen ist, zeigt Worcester, was geblieben ist.

Albaner bauen dort seit über einem Jahrhundert Institutionen auf. Die albanisch-orthodoxe Gemeinde der Stadt wurde 1911 gegründet, und ihre Kirche an der Wellington Street wurde als Nachbau von St George in Korçë entworfen.

Heute ist etwa zwei Drittel ihrer Liturgie auf Englisch.

Dieses kleine Detail sagt über ein Jahrhundert albanisch-amerikanischen Lebens vielleicht ebenso viel aus wie die Bevölkerungszahlen. Die Kirche blieb. Die Sprache um sie herum änderte sich.

Worcester selbst ist noch immer zu 1,92 Prozent albanisch, doch Massachusetts folgt nicht mehr der alten Industriekarte. Orte wie Southbridge sind verblasst, während rund um Boston und entlang der North und South Shore neuere Gemeinschaften gewachsen sind. In Quincy etwa ist die albanische Bevölkerung seit 2000 stark gestiegen.

Connecticut bietet eine andere Art von Kontinuität.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg kamen Albaner für die Fabrikarbeit nach Waterbury. Ein Jahrhundert später hat die Stadt noch immer 2.131 Einwohner mit Angabe albanischer Abstammung — bemerkenswert nah an den 2.174, die im Jahr 2000 gezählt wurden.

Und doch: Fragt man vor Ort, wie viele Albaner dort leben, hört man womöglich eine ganz andere Zahl.

2008 bezifferte der Bürgermeister von Waterbury die Gemeinschaft auf „rund 15.000“. Die Zensuszählung lag nicht einmal in der Nähe.

Diese siebenfache Diskrepanz erinnert erneut an das Problem, das sich durch diese ganze Geschichte zieht: Die Gemeinschaft, der Menschen sich zugehörig fühlen, ist oft viel größer als die Gemeinschaft, die ein amtliches Formular sehen kann.

New Jersey: das neuere Zentrum

Und dann ist da New Jersey.

Seit 2000 ist die Bevölkerung albanischer Abstammung dort um rund 150 Prozent gewachsen, schneller als in jedem anderen großen albanischen Bundesstaat.

Eine der deutlichsten Konzentrationen ist Garfield, wo schätzungsweise 3,63 Prozent der Einwohner albanische Abstammung angeben. Auch die Herkunft unterscheidet sich von der in Massachusetts: In Nordmazedonien Geborene bilden einen besonders sichtbaren Teil der dortigen Gemeinschaft.

Das ist wichtig, weil es nicht die eine albanisch-amerikanische Migrationsgeschichte gibt. Worcester ging aus der frühen Auswanderung von Albanien nach Amerika hervor. Detroit zog stark aus mehreren Teilen des Balkans. New Jersey spiegelt spätere Bewegungen aus Albanien wie aus dem früheren Jugoslawien.

Manchmal hinkt auch der Ruf den Zahlen hinterher.

Paterson taucht regelmäßig auf Listen albanisch-amerikanischer Zentren auf. Die aktuelle Abstammungsschätzung findet dort gerade einmal 94 Menschen.

Gemeinschaften bewegen sich schneller als Klischees.

Die Karte ist weiter in Bewegung

Jenseits der großen Zentren wird das albanische Amerika verstreuter.

In der Metropolregion Chicago leben etwa 14.515 Menschen albanischer Abstammung, mit besonders starken Wurzeln in Gemeinschaften aus Nordmazedonien. Florida, wo inzwischen 17.470 leben, ist zu einem der größten albanischen Bundesstaaten des Landes geworden. Und in Rocky River, Ohio, machen Albaner rund 3 Prozent der Bevölkerung aus.

Zugleich sind manche Orte, die einst erkennbare albanische Gemeinschaften hatten, nahezu leer geworden.

Bridgeport fiel von 386 auf 79. Ansonia von 208 auf 32. Boise von 275 auf 51. El Cajon in Kalifornien von 208 auf gerade noch 5.

Einzeln betrachtet sehen diese Zahlen nach Niedergang aus.

Das sind sie nicht.

Das albanische Amerika hat sich seit 2000 in etwa verdoppelt und ist zugleich aus vielen Orten verschwunden, in denen eine frühere Generation lebte. Familien zogen aus den Städten in die Vororte, aus alten Industriestädten in neuere Wirtschaftszentren und aus den ersten Wohnungen in Viertel, die ihre Großeltern nie mit Albanern in Verbindung gebracht hätten.

Die Bevölkerung wuchs. Die Karte darunter veränderte sich.

Geschichte

Boston, 1886: das Land, das in Amerika begann

Das albanische Amerika ist älter als Albanien. Die erste albanische Zeitung, die in den Vereinigten Staaten gedruckt wurde, Kombi, verließ im Juni 1906 eine Presse in einem Bostoner Keller. Dielli folgte am 15. Februar 1909. Der panalbanische Verband Amerikas, Vatra, wurde 1912 in Boston gegründet. Albanien erklärte am 28. November desselben Jahres in Vlora seine Unabhängigkeit. Für ein paar Jahre standen mitten in alldem die folgenreichsten albanischen Institutionen der Welt in Massachusetts.

Die Gemeinschaft erinnert an ihren eigenen Anfang mit einem Segensspruch, den Feldforscher 1939 aufzeichneten: „Wer Amerika geöffnet hat, dem möge die Seele leuchten und leuchten; einer aus Korcha und einer aus Katundi, ihnen mögen die Seelen leuchten und leuchten.“ Der Mann aus Korçë kam 1876 und zog fast sofort weiter nach Argentinien. Der aus Katundi blieb.

Er hieß Kolë Kristofori, und in Amerika wurde daraus Nicholas Christopher — weniger eine Umbenennung als eine Übersetzung, denn Kolë ist Nikolaus und Kristofori ist Christophorus. Dielli, die Zeitung, die seine eigene Generation in Boston gründete, ließ diesen Zufall einmal in einer Schlagzeile arbeiten: der albanische „Kolumbus“, der Amerika für die Albaner entdeckte. Es ist die Formulierung eines einzelnen Autors — Dalip Grecas, 2017 — und sie hat ungefähr das richtige Format für das, was dieser Mann getan hat.

Geboren wurde er um 1859 in Katundi, einem Dorf in den Bergen von Vithkuq oberhalb von Korçë. Er überquerte den Atlantik auf einem griechischen Dampfer, ging Mitte der 1880er-Jahre in Boston an Land und verbrachte seine erste Nacht in Amerika im Freien neben einem Bahndepot, zwischen den Griechen, mit denen er gefahren war, weil er in der Stadt niemanden kannte. Er ist der erste Albaner, der zum Arbeiten nach Amerika kam und blieb. Dann fuhr er nach Hause und kehrte 1892 an der Spitze einer Gruppe von sechzehn oder siebzehn Männern aus seinem eigenen Dorf zurück, und er holte immer weitere nach, bis, wie es die Studie von 1939 formuliert, die ersten zehn Albaner in den Vereinigten Staaten alle aus demselben Dorf kamen. Was das Dorf erinnert, ist kein Argument, sondern ein Bild: der Mann, der in europäischer Kleidung und mit gestärktem Kragen zurückkam, Geld in den Taschen, und erzählte, in Amerika könne man zehn Dollar am Tag verdienen, wenn man auf der Straße Blumen und Obst verkaufe. Es musste nicht wahr sein, um ein Dorf zu leeren.

Was er danach aufbaute, überdauerte ihn. 1908 versammelte er in Boston die Männer aus Katundi in Fatbardhësia — „Gutes Geschick“ —, einem Dorfverein, der Geld nach Hause schickte, um albanische Kinder zur Schule zu schicken, und der ein halbes Jahrhundert später die erste Geschichte des albanischen Amerika druckte. Im Haus seiner Familie in Katundi wurde eine kostenlose Mädchenschule eröffnet, während der osmanische Staat den Druck auf Albanisch noch verbot; unterrichtet hat dort seine Schwester Sofi. 1917 wurde er zum Priester geweiht, in Fan Nolis eigener Kathedrale St. George. Albanisch-amerikanische Autoren zählen ihn zu den Gründern der Nationalbewegung in der Diaspora. Er starb am 26. Juli 1940 in Boston, im Alter von achtzig Jahren.

Um 1900 lebten in ganz Massachusetts vielleicht zweiundvierzig Albaner. Zwanzig Jahre später waren es Zehntausende in ganz Neuengland — und der Grund war derselbe, der auch jedes andere Detail ihres Lebens prägte: Die Arbeit in den Fabriken brachte Geld, und sie verlangte kein Englisch.

Eine albanische Frau in Tracht, 1905 auf Ellis Island fotografiert
1886

Ein Mann aus Katundi

Kolë Kristofori lässt sich in Massachusetts nieder, verkauft Bananen auf der Straße und fährt wieder und wieder nach Hause — bis die ersten zehn Albaner in den Vereinigten Staaten alle aus seinem Dorf stammen.

Redaktionelle Illustration zur ersten Dielli-Ausgabe in Boston am 15. Februar 1909
1909

Eine Zeitung vor einem Staat

Dielli — „Die Sonne“ — erscheint erstmals am 15. Februar, gedruckt von Fabrikarbeitern aus den Dörfern rund um Korçë. Drei Jahre später erklärt Albanien seine Unabhängigkeit.

Die Kathedrale St. George, die albanisch-orthodoxe Kathedrale in South Boston
1912

Ein verweigertes Begräbnis begründet eine Kirche

Vatra wird in Boston gegründet. Die albanisch-orthodoxe Kirche in Amerika beginnt damit, dass ein Priester sich weigert, einen Einwanderer zu bestatten — und endet als Kathedrale in South Boston.

Diagramm der Green Cards, die pro Haushaltsjahr an in Albanien geborene Menschen ausgegeben wurden, 1986 bis 2024
1990s

Die Lotterie, die eine Gemeinschaft baute

367.231 Bewerbungen für die Diversity-Visa-Lotterie aus Albanien in einem einzigen Herbst. Im Haushaltsjahr 2000 gingen vier von fünf albanischen Green Cards auf einen Lotteriegewinn zurück.

EuroAlb Market, ein albanischer Lebensmittelladen an der Arthur Avenue in der Bronx
2026

Eine Gemeinschaft, über einen Kontinent verteilt

228.504 nach Abstammung gezählt; 750.000 bis 1 Million nach der eigenen Rechnung der Gemeinschaft. Ihre Teile sind weiter voneinander entfernt, als irgendeiner von ihnen von Albanien.

1886–1920

Zehn Mann pro Wohnung

Die meisten der ersten albanischen Migranten kamen nicht, um sich in Amerika ein Leben aufzubauen. Sie kamen allein und rechneten damit, zu arbeiten, Geld zu sparen und wieder heimzukehren.

Schon die Anreise verlangte mitunter eine kleine Täuschung. Die Überfahrt kostete mehr als fünfzig Dollar, Geld, das viele sich bei Geldverleihern im Dorf liehen. Doch ein US-Gesetz von 1907 erlaubte es, Arbeiter abzuweisen, die mit geliehenem Geld ankamen — also lernten die Migranten, was man auf Ellis Island sagt. Junge Männer gaben an, das Geld stamme von ihren Vätern; manchmal wurden Fremde angeworben, um diese Rolle zu spielen. Fiel die Geschichte bei der Befragung auseinander, endete die Reise mit der Abschiebung.

Wer durchkam, fand Arbeit in den Textilfabriken, Schuhfabriken und Metallbetrieben von Massachusetts und den Industriestädten der Umgebung. Sie drängten sich zu zehnt oder fünfzehnt in einer Wohnung, in Gemeinschaftsquartieren, die sie konaks nannten.

Romantik war daran wenig. Ein Einwanderer erinnerte sich später an die konaks als „oft nicht besser als kolnets“ — Hundehütten.

Und doch geschah in diesen Zimmern etwas Unerwartetes.

1945–1990

Die vierzig verschlossenen Jahre

Vier Jahrzehnte lang war eine der ältesten albanischen Gemeinschaften im Ausland von Albanien selbst fast vollständig abgeschnitten.

Die US-Einwanderungsquoten hatten die Tür bereits verengt. Dann schloss Enver Hoxhas Regime sie faktisch von der anderen Seite. In den 1980er-Jahren ließ sich die Zahl der Ankommenden aus Albanien in Dutzenden zählen: 22 im Jahr 1983, 32 im Jahr 1984, 45 im Jahr 1985.

Selbst das große antikommunistische Exil klingt erstaunlich klein, wenn man es auf Zahlen herunterbricht. In den 1950er-Jahren wurden rund 1.400 Albaner aufgenommen, in den 1960er-Jahren 1.950. Unter ihnen waren Nationalisten, Monarchisten, religiöse Führer und politische Exilanten, die Institutionen aufbauen, sich gegen Hoxha organisieren und Jahrzehnte damit verbringen sollten, sich eine Rückkehr auszumalen.

Ein mittelgroßes Theater hätten sie nicht gefüllt.

Eine Zeit lang glaubten manche, sie könnten Hoxha tatsächlich stürzen.

1949 gründeten albanische Exilanten mit amerikanischer Rückendeckung das Nationalkomitee Freies Albanien. Dahinter stand eine noch ehrgeizigere Operation: Britische und amerikanische Geheimdienste bildeten bewaffnete Emigranten aus und schickten sie zurück nach Albanien, um Widerstand zu organisieren.

Es endete schlecht. Viele der Männer wurden gefasst.

Jahrelang lautete die geläufige Erklärung, der sowjetische Spion Kim Philby habe die Operation verraten. Neuere Archivforschung verkompliziert diese Geschichte: Philbys Rolle scheint überzeichnet worden zu sein, während Washington und London das Ziel, Hoxha zu stürzen, still und leise viel früher aufgegeben hatten, als man es den Albanern sagte.

Familien im Exil schickten weiter Söhne in einen Kampf, von dem ihre Auftraggeber längst nicht mehr erwarteten, dass er zu gewinnen war.

Der Kalte Krieg wurde nicht nur über Komitees und verdeckte Operationen geführt. 1951 versammelten sich in Chicago albanische antikommunistische Demonstranten öffentlich gegen die jugoslawische Herrschaft und die Verfolgung der Albaner im Kosovo. Viele trugen den traditionellen weißen Plis — ein unverkennbar albanisches Symbol, getragen auf einer amerikanischen Straße. Die Fotografie ist wichtig, weil sie einen Teil der Geschichte weiter zurückreicht, als wir sie gewöhnlich erzählen: Der Kosovo war eine albanisch-amerikanische politische Sache, Jahrzehnte bevor er in Washington zu einer wurde.

1995–heute

Die Lotterie, die eine Gemeinschaft baute

Im Sommer 1990 kletterten Tausende Albaner über die Mauern der ausländischen Botschaften in Tirana, und das Regime, das das Land fünfundvierzig Jahre lang verschlossen hatte, begann auseinanderzufallen. Der Exodus, der folgte, ging nicht nach Amerika. Im Haushaltsjahr 1990 erhielten achtundsiebzig in Albanien geborene Menschen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten. 1991 waren es 142.

Amerika öffnete sich vier Jahre später — und es öffnete sich per Losverfahren.

In der Geschichte der modernen albanischen Migration nach Amerika steckt eine seltsame Ironie.

Mehr als vierzig Jahre lang hatte Enver Hoxhas Regime es fast unmöglich gemacht, Albanien zu verlassen. Dann schufen die Vereinigten Staaten 1990 ein Einwanderungsprogramm, das Länder für genau das belohnte: dafür, sehr wenige Einwanderer nach Amerika geschickt zu haben.

Albanien qualifizierte sich beinahe aus Versehen.

Das Diversity-Visa-Programm vergab Green Cards per Losverfahren an Menschen aus Ländern mit historisch niedriger Einwanderung in die Vereinigten Staaten. Als Albanien aus dem Kommunismus hervorging, war es fast perfekt positioniert, um davon zu profitieren.

Die Albaner mussten nicht lange überzeugt werden.

Jahre später, bei der Registrierung für die DV-2018-Lotterie, kamen 367.231 Bewerbungen aus Albanien. In einem Land mit weniger als drei Millionen Einwohnern entsprach das 12,8 Prozent der gesamten Bevölkerung, die in einem einzigen Herbst ihren Namen in die Ziehung gaben.

Diese Zahl lässt sich schwer als bloße Begeisterung für ein Visum lesen.

Für viele albanische Familien stand Amerika für etwas, das den größten Teil ihres Lebens unerreichbar gewesen war: die Chance zu gehen, zu arbeiten, zu verdienen und anderswo neu anzufangen. Die Lotterie schrumpfte diese gewaltige Entscheidung auf etwas fast Alltägliches zusammen. Das Formular ausfüllen. Abschicken. Warten.

Und hoffen, dass der eigene Name gezogen wird.

Albanien war nicht buchstäblich das Land mit der weltweit höchsten Teilnahmequote. Einige kleinere Länder lagen zeitweise sogar darüber. Doch innerhalb der albanischen Welt war der Unterschied auffällig. Im DV-2019-Zyklus entsprachen die Bewerbungen 11,6 Prozent der albanischen Bevölkerung, verglichen mit 3,1 Prozent im Kosovo, 1,7 Prozent in Nordmazedonien und 0,5 Prozent in Montenegro.

Dasselbe Volk, im Großen und Ganzen dieselbe Sprache und Kultur — aber sehr unterschiedliche Migrationsgeschichten. Albaner außerhalb Albaniens hatten andere Wege ins Ausland, vor allem nach Europa. Für die Menschen in Albanien hatte die amerikanische Lotterie ein anderes Gewicht.

Und die Menschen gewannen.

Zwischen den Haushaltsjahren 1995 und 2016 erhielten 44.806 in Albanien geborene Menschen ein Diversity-Visum. Nur Äthiopien, Nigeria, Ägypten und die Ukraine brachten mehr Gewinner hervor — obwohl alle vier weit größere Bevölkerungen haben.

Ende der 1990er-Jahre war die Lotterie keine kuriose Randerscheinung der albanischen Migration mehr. Sie war einer der wichtigsten Wege, auf denen das albanische Amerika entstand.

1996 machten Diversity-Visa 60 Prozent der Green Cards aus, die an in Albanien geborene Einwanderer vergeben wurden. 1998 erreichte der Anteil 80,6 Prozent.

Dann kam das Jahr 2000.

In diesem Jahr erhielten 4.756 in Albanien geborene Menschen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in den USA. Von ihnen hatten 3.909 — mehr als vier von fünf — die Lotterie gewonnen.

Man muss sich vorstellen, was auf jeden Gewinnbrief folgte. Ein Mensch ging. Oft kamen Ehepartner und Kinder mit. Jemand fand eine Wohnung und einen ersten Job. Verwandte kamen zu Besuch. Manche zogen irgendwann nach. Kinder wurden in Amerika geboren.

Aus einer zufälligen Ziehung wurde still und leise ein Migrationsnetzwerk.

Und genau deshalb sehen die Zahlen heute so anders aus.

2024 waren nur noch 24 Prozent der in Albanien geborenen Neu-Daueraufenthaltsberechtigten des Jahres über das Diversity-Visa-Programm gekommen. Siebenundfünfzig Prozent kamen als engste Angehörige von US-Staatsbürgern.

Die Lotterie hatte an Bedeutung verloren, nicht weil die Albaner aufgehört hätten zu kommen, sondern weil jene, die Jahrzehnte zuvor gewonnen hatten, Wurzeln geschlagen hatten. Sie wurden Staatsbürger. Sie heirateten, bekamen Kinder und holten Angehörige über die gewöhnliche Maschinerie der amerikanischen Einwanderung nach.

In diesem Sinne hat das Diversity-Visum etwas viel Größeres bewirkt, als Green Cards zu verteilen.

Es hat geholfen, aus einer Migrationswelle eine Gemeinschaft zu machen.

Hausmeister, Pizzerien und die Bronx

In New York führte ein unwahrscheinlicher Weg in die Mittelschicht durch die Keller von Mietshäusern.

Viele albanische Einwanderer hatten vor ihrer Ankunft in Amerika Zeit in Italien oder in italienischen Flüchtlingslagern verbracht. In der stark italienisch geprägten Bronx war das ein Vorteil: Sie konnten als Hausmeister arbeiten und mit italienischen Hauseigentümern in deren eigener Sprache sprechen.

Einer von ihnen war Sali Nezaj. Er kam 1970 an und zog bei Cousins ein. Er arbeitete auf dem Bau, während seine Frau nachts Büros in Manhattan putzte. 1984 kauften sie ein Haus mit neunzehn Wohnungen an der Bainbridge Avenue. 1992 besaß Nezaj vier Häuser.

Das Muster wurde vertraut: über jemanden, den man kannte, Arbeit finden, sparen, etwas kaufen und dann dem Nächsten helfen, dasselbe zu tun.

Manchmal war diese Hilfe bemerkenswert wörtlich zu nehmen. Der Bronxer Immobilienmakler Rexh Xhakli lieh Albanern, die er kaum kannte, bis zu 80.000 US-Dollar — zinslos und manchmal auf kaum mehr als einen Handschlag hin.

Seine Erklärung kam ohne Wirtschaftstheorie aus:

„Einem Bruder nimmt man keine Zinsen ab.“

Ein anderer Hausmeister, Peter Mrnaci, scherzte gern mit seinem Vermieter: „Eines Tages gehört mir dieses Haus.“

Irgendwann gehörte es ihm.

Aus dem Vermieter wurde sein Mieter.

Das war das albanische Amerika, das wuchs, während Albanien selbst verschlossen war: weniger über förmliche Institutionen gebaut als über Verwandte, Empfehlungen, geliehene Zimmer, geteilte Jobs und Vertrauen.

Der Leiter einer albanischen Zeitung in der Bronx fasste die Migration später schlichter zusammen:

Für die Albaner stand ein weiterer Krieg bevor.

Der Konak wurde zur Schule

Viele der Männer waren unter osmanischer Herrschaft aufgewachsen und hatten nie gelernt, Albanisch zu lesen. In Amerika setzte sich der eine Mann in der Wohnung, der lesen konnte, mit einer Zeitung hin und las sie laut vor. Nicht nur die Politik, sondern alles — manchmal sogar die Anzeigen. Danach stritten alle über das Gehörte.

Bücher trafen ein, von albanischen Verlegern im Ausland. Zeitungen ebenso.

Sotir Peçi machte Kombi in einem Keller an der Hudson Street in Boston. Dann kam, am 15. Februar 1909, Dielli — „Die Sonne“.

Drei Jahre später erklärte Albanien seine Unabhängigkeit.

Bei dieser Reihenfolge lohnt es sich zu verweilen. Bevor Albanien einen eigenen Staat hatte, druckten albanische Einwanderer in Boston bereits Zeitungen, stritten über Politik und malten sich aus, wie dieser Staat aussehen könnte.

Dielli erscheint bis heute und ist damit die älteste noch bestehende albanischsprachige Zeitung der Welt.

Ein Begräbnis, dann eine Kirche

Die Religion schuf ein weiteres Problem.

Orthodoxe Albaner in Neuengland besuchten in der Regel griechische Kirchen, in deren Liturgie das Albanische keinen Platz hatte. 1907 ließ sich der Konflikt nicht mehr übersehen: In Massachusetts starb ein junger albanischer Nationalist, und ein griechischer Priester weigerte sich, ihn zu bestatten. Er wurde ohne religiöse Zeremonie beerdigt.

Die Antwort bestand nicht darin, einen anderen griechischen Priester zu suchen. Die Albaner bauten ihre eigene Kirche.

Im Zentrum stand Fan Noli, eine der bemerkenswertesten Figuren der frühen Diaspora. Am 22. März 1908 feierte Noli in einem Saal an der Washington Street in Boston die erste orthodoxe Liturgie auf Albanisch, vor einer Gemeinde von mehr als fünfhundert Menschen.

Für viele im Raum muss es mehr bedeutet haben als einen Sprachwechsel, Albanisch am Altar zu hören. Auch die Kirche wurde albanisch.

Die erste eigens errichtete albanische Kirche in Amerika, St. Nicholas in Southbridge, folgte 1912. 1939 gab es in Massachusetts sechs albanisch-orthodoxe Kirchen.

Boston wurde mehr als ein Zielort

Im selben Jahr, in dem St. Nicholas eröffnete, halfen Noli und Faik Konica bei der Gründung von Vatra — „Der Herd“.

1918 war diese Politik nicht mehr nur auf den Seiten von Dielli sichtbar, sondern auch auf der Straße. Bei einer Flag-Day-Versammlung in New York zogen Albaner mit der amerikanischen Flagge neben dem albanischen Doppeladler durch die Stadt. Es ist ein aufschlussreiches Bild der ersten Diaspora-Generation: Sie bauten sich in den Vereinigten Staaten ein Leben auf und kämpften zugleich für das Überleben eines Landes, das die meisten von ihnen noch immer als Heimat dachten.

Es einen Einwandererverein zu nennen, wird dem, was daraus wurde, kaum gerecht. Vatra gab Dielli heraus, organisierte die Diaspora, sammelte Geld und betrieb Lobbyarbeit für einen albanischen Staat, dessen Fortbestand alles andere als sicher war.

Und das Geld kam von Menschen, die selbst nicht viel davon hatten.

Bei einer Spendenkampagne gab ein kleiner Ladenbesitzer aus Boston 500 US-Dollar. Zwei Werftarbeiter in Quincy gaben je 360 US-Dollar. Als Albanien 1920 eine Staatsanleihe auflegen musste, kam sein Finanzminister nach Boston und ging über Vatra. Albanisch-Amerikaner zeichneten 222.900 US-Dollar.

Der Weg vom konak zur nationalen Politik erwies sich als erstaunlich kurz.

Als die siegreichen Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg Pläne erwogen, die Albanien aufgeteilt hätten, betrieb Vatra jahrelang Lobbyarbeit in Washington gegen die Teilung. Der albanisch-amerikanische Druck war nicht allein für Albaniens Fortbestand verantwortlich, und Woodrow Wilson war nie der unkomplizierte Fürsprecher, zu dem ihn die spätere Erinnerung mitunter machte. Aber die Diaspora hatte sich politisch unübersehbar gemacht.

Das ist das Außergewöhnliche an diesem ersten Kapitel des albanischen Amerika: Männer, die den Atlantik überquert hatten, um in Spinnereien und Fabriken zu arbeiten, fanden sich dabei wieder, für das Überleben eines Landes tausende Meilen entfernt zu streiten.

Noli kehrte schließlich zurück und wurde 1924 für kurze Zeit Ministerpräsident Albaniens. Seine Regierung hielt nur Monate. Er ging in die Vereinigten Staaten zurück, übersetzte Shakespeare und Cervantes ins Albanische, promovierte mit über fünfzig an der Boston University und starb 1965.

Da war die Migration, die seine Bostoner Welt geschaffen hatte, längst weitgehend zum Erliegen gekommen.

Die US-Einwanderungsbeschränkungen von 1924 senkten Albaniens Quote auf gerade einmal 100 Menschen pro Jahr. In den folgenden vier Jahrzehnten schloss die kommunistische Herrschaft daheim die andere Seite der Tür.

Das erste albanische Amerika war gebaut. Ein zweites musste warten.

Die Stimme, die durchkam

Aus Albanien herauszukommen war kaum möglich. Informationen aber kamen weiterhin hinein.

Für Generationen von Albanern unter dem Kommunismus war Zëri i Amerikës — Voice of America — eine der wenigen Stimmen von außen, die jeden Tag über die Grenze kamen.

Diese Geschichte hat ein passendes Ende.

Am 22. Juni 1991, als die kommunistische Herrschaft zerfiel, füllten rund 300.000 Menschen den Skanderbeg-Platz, um US-Außenminister James Baker zu hören. Doch die Stimme, die viele Albaner über die Lautsprecher hörten, war die seines Dolmetschers Elez Biberaj — eines Albaners aus Montenegro, der mit fünfzehn nach Amerika gekommen war und jahrelang zurück über den Atlantik gesendet hatte.

Ein späterer albanischer Botschafter erinnerte sich schlicht an „den Klang der Geschichte“.

Das albanische Amerika veränderte sich ohnehin

Während die Migration aus Albanien fast zum Stillstand gekommen war, war eine andere albanische Migration bereits im Gange.

1990 waren nur 5.627 in den Vereinigten Staaten lebende Menschen in Albanien geboren. Doch 13.608 im Ausland geborene Einwohner sprachen zu Hause Albanisch.

Diese Lücke erzählt die Geschichte besser als fast alles andere aus jener Zeit. Das albanische Amerika wuchs über Albanien hinaus.

Die Neuankömmlinge kamen aus dem Kosovo, aus Westmazedonien und aus albanischen Gemeinden in Montenegro — aus Orten wie Debar, Struga, Tetovo, Gostivar, Ulcinj, Plav und Gusinje. Viele kamen mit jugoslawischen Pässen.

Und anders als spätere Flüchtlingsgruppen kamen sie in der Regel an, ohne dass ein Aufnahmesystem auf sie gewartet hätte. Es gab keine Behörde, die die Wohnung und den ersten Job organisierte.

Es gab meist etwas Informelleres: einen Cousin, ein freies Zimmer und jemanden, der wusste, wer gerade Leute einstellt.

Michigan, 1954: Die Grenze reichte bis nach Amerika

1953 sagten siebzehn albanische Männer in Detroit zu, Baba Rexheb zu helfen — einem Bektaschi-Geistlichen, der über Lager für Displaced Persons und Ägypten nach Michigan gelangt war —, die erste Bektaschi-Teqe der westlichen Hemisphäre zu bauen.

Dann trafen Briefe aus Albanien ein.

Die Botschaft war eindeutig: Wenn die Männer weitermachten, könnten Angehörige daheim dafür bezahlen.

Zehn der siebzehn zogen sich zurück.

Die verbliebenen sieben machten weiter. Sie kauften einer deutschamerikanischen Familie in Taylor, Michigan, eine Farm von achtzehn Acres ab, und im Frühjahr 1954 öffnete die Teqe ihre Türen.

Es war eine kleine Religionsgemeinschaft, tausende Meilen von Albanien entfernt. Doch die Entfernung schützte weniger, als es schien. Hoxhas Regierung konnte Albaner in Amerika nicht ohne Weiteres kontrollieren; die Familien, die sie zurückgelassen hatten, erreichte sie sehr wohl.

Dieser Druck erreichte auch das orthodoxe Leben. Nach Fan Nolis Tod 1965 spaltete ein Streit über seine Nachfolge die albanisch-amerikanischen Gemeinden — in jene, die der Kirchenhierarchie im kommunistischen Albanien verbunden blieben, und jene, die einen unabhängigen Weg wollten. Bis 1971 hatte sich die Mehrheit losgesagt und der Orthodox Church in America angeschlossen.

Doch institutionelle Streitigkeiten deuten nur an, was vier Jahrzehnte Trennung innerhalb von Familien bedeuteten.

Halil Bushka kam 1954 mit sieben Kindern in Waterbury, Connecticut, an. Seine Frau Haxhire und der jüngste Sohn blieben in einem albanischen Internierungslager zurück.

Haxhire kam 1990 frei.

Sechsunddreißig Jahre sind eine lange Zeit, um sie mit Einwanderungsstatistiken zu erklären.

1981: Der Kosovo verändert das albanische Amerika

Anfang der 1980er-Jahre begann ein weiterer politischer Kampf, die Diaspora umzuformen.

1981 brachen in Pristina Studentenproteste aus. Begonnen hatten sie mit Beschwerden über die Zustände an der Universität, doch die jugoslawischen Behörden antworteten mit Repression, und Albaner wurden zunehmend als Sicherheitsproblem behandelt.

Der Wandel lässt sich in den Archiven ablesen. Ein Forscher, der später kroatische Geheimpolizeiakten durchsah, fand vor 1981 nur etwa acht Albaner in den Unterlagen. Wenige Jahre später waren es Tausende.

Was im Kosovo geschah, blieb nicht im Kosovo.

In den Vereinigten Staaten trieb es die albanischen Gemeinden zu einer Zusammenarbeit, die zuvor kaum vorstellbar gewesen war. In Detroit mobilisierten ein katholischer Priester, ein sunnitischer Imam und ein Bektaschi-Baba ihre Gemeinden gemeinsam für Demonstrationen in Washington und New York.

Für eine Diaspora, die nach Herkunftsregion, Religion und Migrationswelle geteilt war, zählt dieses Bild. Der Kosovo begann, dem albanischen Amerika eine gemeinsame politische Sache zu geben.

Und manchmal wirkte die Verbindung in die andere Richtung: Ideen, die im Kosovo entstanden, überquerten den Atlantik und traten ins albanisch-amerikanische Leben ein.

Im Juli 1990 kam Anton Çetta, ein Folkloreprofessor der Universität Pristina, in die Bronx und brachte die Bewegung zur Versöhnung der Blutfehden mit, die im Kosovo bereits riesige Versammlungen angezogen hatte.

„Die Zeit ist gekommen, dass wir uns alle die Hand reichen“, sagte er zu den Familien, die sich am Pelham Parkway versammelt hatten.

Binnen einer Woche waren zehn Racheschwüre zurückgenommen und zwölf Fehden ausgesöhnt. Dann reiste Çetta weiter nach Detroit.

Ein Drucker aus der Bronx verglich ihn mit Gandhi.

Der Vergleich mag groß gewesen sein, doch der Moment sagt etwas Wichtiges darüber, wie sich die Diaspora verändert hatte. Die ersten albanischen Einwanderer hatten Zeitungen, Geld und politische Ideen zurück über den Atlantik geschickt. 1990 bewegte sich der Einfluss in beide Richtungen.

Und das albanische Amerika war nicht länger bloß eine Ansammlung von Gemeinden aus derselben Weltgegend. Es begann, sich wie eine einzige Diaspora zu verhalten.

Die anderen Türen

Nicht alle warteten auf eine Ziehung. Anfang der 1990er-Jahre war Albanien für kurze Zeit selbst ein Herkunftsland von Flüchtlingen, und der Zusammenbruch der Pyramidensysteme 1997 löste eher eine Welle von Asylanträgen als eine Welle von Booten aus. Studierende kamen — und blieben: Der Overstay-Bericht des Department of Homeland Security beziffert die Overstay-Quote albanischer Studierender und Austauschbesucher im Haushaltsjahr 2023 auf 8,07 Prozent, gegenüber 1,15 Prozent bei allen erfassten Reisenden weltweit.

Albanien, der Kosovo und Nordmazedonien gehören nicht zum Visa Waiver Program: Jeder Tourist und jeder Geschäftsreisende muss zum Konsularinterview. Den Verkehr hat das nicht gebremst. Im Haushaltsjahr 2024 wurden albanische Staatsangehörige 31.580 Mal in die Vereinigten Staaten eingelassen — ein Allzeitrekord und mehr als das Dreifache der 9.990 des Haushaltsjahres 2015.

Und die Migration endete nicht mit dem Kosovokrieg, was auch immer die gängige Erzählung behauptet. Von den im Ausland geborenen albanischen Amerikanern, die heute in den Vereinigten Staaten leben, kamen mehr in den 2010er-Jahren an als in jedem anderen Jahrzehnt — 38.831, gegenüber 33.955 in den 2000er-Jahren und 32.113 in den 1990er-Jahren.

Amerikaner werden

Die Lotterie brachte Zehntausende Albaner nach Amerika. Die meisten blieben nicht lange Neuankömmlinge.

Zwischen 1987 und 2024 wurden 81.064 in Albanien geborene Menschen US-Staatsbürger. Fast alle diese Einbürgerungen — 96,7 Prozent — fanden nach 2000 statt, als die Migrationswelle der 1990er-Jahre den Punkt erreichte, an dem man die Staatsbürgerschaft beantragen konnte.

Der Höhepunkt lag 2010, als 5.088 in Albanien geborene Einwanderer Amerikaner wurden. Weitere 4.607 taten es 2022.

Heute sind 70,5 Prozent der im Ausland geborenen albanischen Amerikaner US-Staatsbürger, gegenüber rund 53 Prozent der im Ausland geborenen Bevölkerung insgesamt.

Dieser Unterschied sagt etwas über die Gemeinschaft, die das Diversity-Visum mit hervorgebracht hat. Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren ankam, ließ sich nicht einfach nieder. Diese Menschen bürgerten sich ein, kauften Häuser, zogen in Amerika geborene Kinder groß und konnten enge Angehörige nachholen.

Der Migrationsweg veränderte sich mit ihnen.

Eine Generation zuvor hätte eine albanische Familie auf ein Lotterieergebnis gewartet. Heute kommen viele, weil jemand aus einer früheren Welle bereits amerikanischer Staatsbürger ist.

Eine weitere Veränderung ist im Blick zu behalten. Seit dem 10. April 2026 müssen die meisten Bewerber für das Diversity-Visum einen gültigen Reisepass besitzen und eine Kopie hochladen; Ausnahmen gibt es nur wenige. Das Außenministerium führte die Regel ein, nachdem es 2,5 Millionen betrügerische Bewerbungen im DV-2025-Programm gemeldet hatte.

Für Albanien könnte diese Auflage mehr bedeuten, als sie klingt. Als zuletzt eine Passpflicht galt, fielen die albanischen Bewerbungen binnen eines Jahres um rund 30 Prozent.

Ob die neue Regel dieselbe Wirkung entfaltet, bleibt abzuwarten. Doch die größere Verschiebung hat bereits stattgefunden: Das albanische Amerika hängt nicht mehr so von der Lotterie ab wie einst.

Die Lotterie half den Menschen, dorthin zu gelangen. Die Staatsbürgerschaft half ihnen zu bleiben — und die nächste Generation mitzubringen.

Kosovo

Kosovo, und was das albanische Amerika unternahm

Als der Krieg den Kosovo erreichte, hatte das albanische Amerika bereits mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, Washington zum Hinsehen zu bewegen.

Zu den hartnäckigsten Stimmen gehörte Joseph DioGuardi, republikanischer Kongressabgeordneter aus New York und der erste Albanoamerikaner im Kongress. 1987 berief er die erste Anhörung des Kongresses zum Kosovo ein, und nach seinem Ausscheiden aus dem Repräsentantenhaus 1989 gründete er die Albanian American Civic League.

Hinter seiner albanischen Identität stand eine ungewöhnliche Geschichte. DioGuardis Vater stammte aus Greci, einem Arbëresh-Dorf in Süditalien, das von Albanern gegründet worden war, deren Vorfahren Jahrhunderte zuvor die Adria überquert hatten.

Als DioGuardi die Sache des Kosovo also in den Kongress trug, kam eine der sichtbarsten albanischen Stimmen in Washington aus einem Zweig der Diaspora, der den Balkan rund fünfhundert Jahre zuvor verlassen hatte.

1998 reichte Lobbyarbeit dann nicht mehr aus.

Offizielles Kongressporträt von Joseph J. DioGuardi
Joseph J. DioGuardi, Republikaner aus New York — der erste und bislang einzige Albanoamerikaner, der in den Kongress gewählt wurde. United States Congress, 1985 · gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Als der Krieg kam, antwortete die Diaspora

Albanoamerikaner sammelten Geld, lieferten Waffen und gingen zurück, um zu kämpfen.

Das Geld floss über Vendlindja Thërret„Die Heimat ruft.“ Der Fonds bewegte sich durch die Orte, an denen albanoamerikanisches Leben ohnehin stattfand: Restaurants, Vereine, Gemeindeorganisationen und Pfarrsäle von der Bronx bis nach Michigan.

Ein Teil dieser Unterstützung ging an die Kosovo-Befreiungsarmee UÇK.

Florin Krasniqi, ein kosovarischer Dachdeckerunternehmer aus Brooklyn, wurde einer der bekanntesten Organisatoren. Er gründete rechtlich verbundene Schützenvereine in den Vereinigten Staaten und in Albanien, kaufte in Amerika legal Gewehre und exportierte sie legal nach Albanien. Von dort gelangten die Waffen über die Berge in den Kosovo.

Doch mit Geld und Waffen war es nicht getan.

Auch Menschen gingen.

Mehrere Hundert Albanoamerikaner — die meisten Berichte nennen rund 400 — bestiegen in den Vereinigten Staaten einen Charterflug, reisten über Irland und Italien und erreichten schließlich ein Ausbildungslager der UÇK bei Burrel in Nordalbanien.

Berufssoldaten waren sie nicht.

Ein Taxifahrer aus Stamford. Ein Student am John Jay College in Manhattan. Ein Pizzeria-Besitzer aus Yonkers mit drei Kindern zu Hause.

Dieses Detail lohnt es zu behalten. Ein Krieg im Kosovo hatte so tief in das amerikanische Leben hineingereicht, dass Menschen Jobs, Universitäten und Familien in New York und Connecticut verließen, um in einem Land zu kämpfen, dem viele von ihnen längst entkommen waren.

Nicht jeder, der sich meldete, durfte auch gehen.

Die Rekrutierer wiesen Männer ab, deren Aufenthaltsstatus in Amerika ungeklärt war. Einigen fehlten die richtigen Papiere; andere hatten gar keine oder warteten noch auf eine Entscheidung in ihrem Verfahren.

Daraus entstand einer der seltsameren Widersprüche des Krieges: Um sein amerikanisches Leben für den Kosovo aufs Spiel zu setzen, musste man zuerst wissen, dass Amerika einen wieder hereinlassen würde.

Und dann kam das juristische Paradox

Das Verhältnis Amerikas zur UÇK war nie einfach.

Das Außenministerium setzte die UÇK nicht auf seine offizielle Liste ausländischer terroristischer Organisationen. Doch im Februar 1998 bezeichnete ein US-Sondergesandter sie öffentlich als Terrorgruppe, um kurz darauf von dieser Formulierung wieder abzurücken.

1999 griff dann die NATO gegen jugoslawische Verbände ein — ein Krieg, dessen Ausgang den Kosovo von heute erst möglich gemacht hat.

Man könnte annehmen, dass die juristische Geschichte damit endet.

Tat sie nicht.

Das US-Einwanderungsrecht enthielt weit gefasste Bestimmungen über die Unterstützung bewaffneter Organisationen. Albaner, die Geld für die UÇK gesammelt oder sie anderweitig unterstützt hatten, konnten deshalb noch Jahre nach dem Krieg auf terrorismusbezogene Einreisehindernisse stoßen.

Der Widerspruch hielt sich bis 2012.

Man halte sich den Abstand zwischen diesen beiden Momenten vor Augen.

Ende der 1990er-Jahre konnte jemand in ein albanisches Restaurant in der Bronx gehen, Geld in eine Sammlung für den Kosovo legen und glauben, damit der Heimat zu helfen. Kurz darauf führten die Vereinigten Staaten eine NATO-Intervention gegen serbische Verbände an.

Und doch konnte dieselbe Unterstützung Jahre später noch immer zum Problem im amerikanischen Einwanderungsrecht werden.

Das albanische Amerika hatte Jahre darauf verwendet, den Kosovo in die amerikanische Außenpolitik zu tragen. Als Washington endlich handelte, brauchte das Recht sehr viel länger, um nachzuziehen.

Fort Dix, 1999

Im Frühjahr 1999 wurden Tausende Kosovaren aus ihren Häusern vertrieben. Manche landeten mehr als 4.000 Meilen entfernt, auf einem Militärstützpunkt in New Jersey.

Ab Mai flogen die Vereinigten Staaten im Rahmen der Operation Provide Refuge 4.045 Flüchtlinge aus Mazedonien nach Fort Dix aus. Sie kamen mit dem an, was sie gerade hatten mitnehmen können — und in vielen Fällen ohne jede Vorstellung davon, wo in Amerika sie einmal leben würden.

Die Regierung nannte es eine Nothilfeaktion für Flüchtlinge. Für die Ankommenden war es das Ende einer Reise und der Anfang einer anderen.

Eine der ersten Geschichten aus Fort Dix handelte von einem Baby.

Er war das erste Kind, das dort kosovarischen Flüchtlingen geboren wurde. Seine Familie nannte ihn Amerikan.

Eine Woche später flog er mit vierundzwanzig Verwandten nach Dallas, nachdem ein Familienmitglied die Bürgschaft für die ganze Gruppe übernommen hatte.

Ein anderer Flüchtling kam an, nachdem seine Mutter während des Fluges nach Amerika gestorben war. Zum Kommandeur von Fort Dix sagte er, er wünschte, sie hätte nur drei Tage länger gelebt, lange genug, um noch „die Freundlichkeit Amerikas“ zu erleben.

Solche Geschichten erklären etwas, das Statistiken allein nicht können: warum die Vereinigten Staaten in der kosovarischen Erinnerung an den Krieg einen so ungewöhnlichen Platz einnehmen.

Die Zahlen zählen trotzdem. Im Haushaltsjahr 1999 entfiel etwa jeder sechste von den Vereinigten Staaten aufgenommene Flüchtling auf Serbien und Montenegro; rund 13.000 Menschen kamen über das Kosovo-Notkontingent.

Doch auch die Statistik tut sich schwer damit, zu zeigen, wer diese Menschen waren.

Drei Jahre später erhielten 10.401 in „Jugoslawien“ geborene Menschen eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Mehr als 8.500 davon waren Flüchtlinge oder Asylberechtigte, die ihren Status anpassen ließen. Die Kosovaren standen in den Daten — nur noch nicht unter dem Namen Kosovo.

Das Land, aus dem sie geflohen waren, sollte verschwinden, bevor das Vokabular des Census nachkam.

Vom Bill-Clinton-Boulevard zu einem komplizierteren Verhältnis

Als der Kosovo am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit erklärte, erkannten ihn die Vereinigten Staaten am Tag darauf an.

Da war die Dankbarkeit gegenüber Amerika längst Teil des Stadtbildes geworden.

Pristina hat einen Bill-Clinton-Boulevard, an dem 2009 eine dreieinhalb Meter hohe Statue des früheren Präsidenten enthüllt wurde. Es gibt eine Straße, die nach George W. Bush benannt ist. Jahrelang fand man dort sogar eine Damenboutique namens Hillary.

Es fällt schwer, eine andere europäische Hauptstadt zu nennen, in der die Zuneigung zu amerikanischen Politikern derart wörtlich geworden ist.

Aber Statuen lassen sich leichter erhalten als politische Beziehungen.

Das Verhältnis zwischen Washington und Pristina ist komplizierter geworden, seit der Kosovo von Befreiung und Unabhängigkeit zu den gewöhnlichen Streitfragen der Staatlichkeit übergegangen ist. Im September 2025 teilte die US-Botschaft mit, der geplante Strategische Dialog mit dem Kosovo sei auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Das löscht die Geschichte davor nicht aus. Es zeigt aber, dass sich die Beziehung verändert hat.

Für Albanoamerikaner entsteht damit eine andere politische Welt als jene, die DioGuardi und die Aktivisten der 1980er-Jahre vorfanden. Damals ging es vor allem darum, Washington überhaupt davon zu überzeugen, dass der Kosovo wichtig ist.

Dieses Argument muss heute niemand mehr führen.

Wie politischer Einfluss heute aussieht

Ein Weg, den Wandel zu sehen, führt über den Congressional Albanian Issues Caucus.

Seine vier Co-Vorsitzenden — Ritchie Torres, Robert Aderholt, Jim Himes und Lisa McClain — sind keine Albaner. Aber drei von ihnen vertreten Regionen, die eng mit großen albanoamerikanischen Gemeinden verbunden sind: New York, Connecticut und Michigan.

Die Geografie ist kein Zufall.

In NY-11, das Staten Island und Teile von South Brooklyn umfasst, geben rund 1,68 Prozent der Bevölkerung albanische Herkunft an. In MI-10, mit Schwerpunkt Macomb County, sind es etwa 1,35 Prozent.

Das sind kleine Anteile. In der amerikanischen Politik müssen konzentrierte Gemeinschaften nicht immer groß sein, um wahrgenommen zu werden.

Und politische Teilhabe beschränkt sich längst nicht mehr auf Lobbyarbeit im Kongress zu Albanien oder dem Kosovo.

Ardian Zika, 1980 im Kosovo geboren, kam 1997 als Jugendlicher in die Vereinigten Staaten. Einundzwanzig Jahre später wurde er mit 60 Prozent der Stimmen in das Repräsentantenhaus von Florida gewählt und übte das Amt zwei Legislaturperioden lang aus.

Seine Geschichte kehrt die der Generation vor ihm beinahe um. Die früheren albanischen Aktivisten nutzten die amerikanische Politik, um die Ereignisse in der Heimat zu beeinflussen. Zika ging in die amerikanische Politik — als amerikanischer Politiker.

Dieser Unterschied zählt.

Die Diaspora schaut allerdings weiterhin über den Atlantik.

Als Albanien seinen Bürgern im Ausland 2025 erstmals die Briefwahl erlaubte, kamen aus den Vereinigten Staaten 20.648 registrierte Wähler — die viertgrößte Diaspora-Wählerschaft nach Italien, Griechenland und Deutschland.

Und die Albaner im Ausland gingen tatsächlich wählen.

Die Wahlbeteiligung im Ausland erreichte 82,2 Prozent gegenüber 42,2 Prozent innerhalb Albaniens. Die Diaspora unterstützte die regierenden Sozialisten mit 61,1 zu 23,5 Prozent — noch deutlicher als die Wähler in Albanien selbst.

Dieses Ergebnis erschwert eine alte Annahme über Auswanderung: dass die, die gehen, ganz von selbst zu den schärfsten Gegnern derer werden, die das verlassene Land regieren.

Die albanischen Wähler im Ausland verhielten sich nicht so.

Vielleicht ist das die interessantere Geschichte der albanoamerikanischen Politik von heute. Die Gemeinschaft kann in Washington für den Kosovo lobbyieren, in Albanien wählen, in Amerika in Albanien geborene Politiker ins Amt bringen und auf beiden Seiten des Atlantiks gegen Regierungen protestieren.

Die ersten Albanoamerikaner mussten sich eine politische Stimme erst erarbeiten. Ihre Nachkommen haben eine geerbt — und müssen nun entscheiden, wofür sie sie einsetzen.

Der Pass, der den umgekehrten Weg nahm

Hundertvierzig Jahre lang liefen die Papiere in eine Richtung. Am 10. April 2026 liefen sie in die andere. Präsident Bajram Begaj unterzeichnete ein Dekret, das Eric Adams, Bürgermeister von New York City von 2022 bis Ende 2025, auf dessen eigenen Wunsch die albanische Staatsbürgerschaft verlieh. Vier Tage später meldete sich Adams als Einwohner der Verwaltungseinheit Nr. 2 in Tirana an, und am selben Abend überreichte ihm Edi Rama beim vierten Diaspora-Gipfel, einen weißen wollenen plis auf dem Kopf, einen albanischen Pass und einen Personalausweis.

„Ich bin gern Amerikaner“, sagte Adams in den Saal, „aber heute bin ich dank Ihres Premierministers Albaner.“ Albanischsprachige Berichte geben denselben Satz als „Ich bin auch Albaner“ wieder. Vor dem Hintergrund des Rests dieser Seite ist das eine kleine, fröhliche Umkehrung. Der ersten Generation hier wurde beigebracht, die Inspektoren auf Ellis Island anzulügen, um überhaupt hineinzukommen, und Albanien reichte einst 367.231 Anträge bei einer einzigen amerikanischen Visa-Lotterie ein, um legal kommen zu dürfen. Ein Jahrhundert später bat ein Bürgermeister von New York Tirana um einen Pass — und bekam ihn.

Glaube

Vier Glaubensrichtungen, eine Gemeinschaft

Niemand kennt die religiöse Zusammensetzung des albanischen Amerika, und niemand kann sie kennen: Dem US-Zensus ist es seit 1976 untersagt, verpflichtend nach Religion zu fragen. Belegen lassen sich die Institutionen.

Orthodox: die Kirche, die ein verweigertes Begräbnis erbaut hat

Die älteste Institution des albanischen Amerika begann, wie das Gründungskapitel beschreibt, mit einem Leichnam, den niemand beerdigen wollte. Fan Nolis Liturgie vom 22. März 1908 brachte die Albanisch-Orthodoxe Kirche in Amerika hervor; ihre Kathedrale ist St George, 517 East Broadway in South Boston. Ihre Erzdiözese, heute Teil der Orthodox Church in America, hat elf Gemeinden — in Connecticut, Massachusetts, Michigan, New York, Ohio und Pennsylvania, und sonst nirgends.

Eine halbe Meile entfernt, in der 245 D Street, steht ein zweiter albanisch-orthodoxer Hauptsitz, und der Grund für seine Existenz ist in einem freigegebenen Bericht des Außenministeriums von 1950 aktenkundig. Die Weihe eines rivalisierenden albanischen Bischofs sollte, in den Worten des Ministeriums, „dem schädlichen Einfluss von Bischof Fan Noli, der kommunistischen Neigungen anhängt, in der albanischen Gemeinschaft entgegenwirken.“ 2020 meldete er zwei Gemeinden, 800 Gläubige und rund 160 Menschen im Gottesdienst an einem gewöhnlichen Sonntag — die kleinste aktive ostorthodoxe Jurisdiktion der Vereinigten Staaten.

Sunnitisch: von einer Kirche in Detroit zu einer Bowlingbahn in Brooklyn

Für die erste Generation albanischer Muslime in Amerika fand der Islam meist ohne Moschee statt.

Es hatte kleine Versuche der Organisation gegeben — darunter eine kurzlebige Moschee in Waterbury um 1919 —, doch sie hinterließen kaum etwas. Eine bedeutende Studie über das albanische Amerika aus dem Jahr 1939 formulierte es unverblümt: „Muslimische Albaner in Amerika bauten weder Moscheen, noch besuchten sie welche.“

Detroit änderte das.

Im November 1945 gründeten Albaner vor Ort die Albanian-American Moslem Society. Vier Jahre später holten sie Imam Vehbi Ismail aus Ägypten, um die Gemeinde zu leiten.

Sie begannen nicht mit Kuppel und Minarett.

1951 kaufte die Gemeinde eine alte Kirche an der Hamilton Avenue und machte eine Moschee daraus. Sie war bescheiden, aber sie gab den albanischen Muslimen in Detroit etwas, das die frühere Generation nie hatte halten können: ein eigenes religiöses Zuhause.

Ein ehrgeizigerer Bau folgte. Am 3. November 1963 eröffnete das Albanian Islamic Center in Harper Woods; Kuppel und Minarett griffen bewusst die balkanisch-osmanische Architektur auf.

Harper Woods wird oft als erste albanische Moschee Amerikas beschrieben. Die Geschichte ist etwas unordentlicher — und interessanter. Die Gemeinde an der Hamilton Avenue hatte zwölf Jahre früher eröffnet. Harper Woods war die erste eigens erbaute albanische Moschee, die überdauert hat, nicht der erste Ort, an dem albanische Muslime zum Gebet zusammenkamen.

New York ging einen anderen Weg.

Als albanische Muslime aus New York und New Jersey 1972 ihre Moschee in Flatbush eröffneten, zogen sie in nichts ein, was einer traditionellen Moschee auch nur ähnelte. Sie kauften eine umgebaute Villa in einem überwiegend jüdisch und italienisch geprägten Viertel.

Ein Minarett gab es nicht.

Dafür gab es eine Bowlingbahn im Keller.

Die New York Times notierte in ihrem Bericht über die Eröffnung, die Gemeinde plane noch, daraus einen Speisesaal zu machen.

Ein wunderbar gewöhnliches Detail. Der albanische Islam in Amerika wurde nicht unverändert vom Balkan verpflanzt. Die Gemeinden nahmen, was Amerika ihnen bot — eine alte Kirche in Detroit, eine Villa mit Bowlingbahn in Brooklyn — und machten darin etwas Eigenes.

Weitere Institutionen folgten, darunter das Albanian Islamic Cultural Center am Victory Boulevard auf Staten Island.

Da hatte sich die Geschichte erheblich von jener entfernt, die 1939 festgehalten worden war. Albanische Muslime praktizierten ihren Glauben nicht mehr nur in Einwandererwohnungen und informellen Kreisen.

Sie hatten begonnen, Orte zu bauen, die bleiben sollten.

Bektaschi: eine Farm in Michigan mit weit größerer Reichweite

Die Geschichte der Bektaschi in Amerika begann mit Baba Rexheb, sieben Unterstützern und einer Farm vor den Toren Detroits.

Als das kommunistische Albanien die neue teqe nicht anerkennen wollte, wandte sich Rexheb für die geistliche Autorität stattdessen an die Kaygusuz-teqe in Kairo. Selbst der Bau selbst überschritt religiöse Grenzen. Die Geschichtsschreibung des Bektaschi-Ordens erinnert daran, dass Bektaschi, sunnitische Muslime und Christen gemeinsam an seiner Errichtung arbeiteten.

Das wirkt ausgesprochen albanisch: eine religiöse Institution, gebaut nicht nur von denen, die dort beteten, sondern von einer Gemeinschaft, die verstand, warum es sie brauchte.

Was 1954 in Michigan eröffnete, war die erste Bektaschi-Teqe der westlichen Hemisphäre. Jahrzehntelang, während in Albanien die Religion unterdrückt wurde, half ein Farmhaus in den Vororten Detroits, eine Tradition zu bewahren, die daheim einen Großteil ihres institutionellen Lebens verloren hatte.

Siebzig Jahre später war der Bektaschismus in einem ganz anderen Zusammenhang zurück.

Am 22. September 2024 nutzte Albaniens Premierminister die Bühne der Vereinten Nationen in New York, um den Vorschlag eines souveränen Bektaschi-Staates innerhalb Tiranas anzukündigen.

Ob daraus am Ende wird, was seine Befürworter sich vorstellen, ist eine andere Frage. Aber der historische Bogen ist bemerkenswert: Ein religiöser Orden, den unter anderem Exilanten auf einer Farm in Michigan am Leben gehalten hatten, war nun als möglicher souveräner Bewohner eines Stücks der albanischen Hauptstadt im Gespräch.

Katholisch: von der Bronx zurück nach Tirana

Das albanisch-katholische Amerika kam später.

Viele seiner Familien stammten aus dem Kosovo, aus Montenegro und aus den nordalbanischen Gebieten — Teil jener Migration aus Jugoslawien, die New Yorks albanische Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg neu formte.

Bis 1970 waren es genug, dass die New York Times die Eröffnung dessen vermelden konnte, was sie die „erste albanisch-katholische Kirche der Hemisphäre“ nannte, in der Bronx.

Die Kirche stand an der 4221 Park Avenue. 1989 richtete Kardinal John O'Connor dort die erste albanisch-katholische Pfarrei der Vereinigten Staaten ein.

Dann begann die Gemeinde zu tun, was so viele albanische Familien in New York taten: nach Norden zu ziehen.

1999 folgte die Pfarrei ihrer Gemeinde aus der Bronx nach Hartsdale in Westchester. Our Lady of Shkodra steht dort bis heute.

Doch die interessanteste Reise ging in die Gegenrichtung.

Der erste Pfarrer der Gemeinde, Rrok Mirdita, hatte Jahre damit verbracht, albanische Katholiken in der Bronx und in Westchester zu betreuen. Dann brach der Kommunismus in Albanien zusammen und hinterließ ein Land, in dem religiöse Institutionen systematisch zerstört worden waren.

Im Dezember 1992 wurde Mirdita zum Erzbischof von Tiranë–Durrës ernannt. Papst Johannes Paul II. weihte ihn im April darauf.

Ein Priester, der Albanern geholfen hatte, sich in New York ein religiöses Zuhause zu bauen, wurde nun gebeten, beim Wiederaufbau der katholischen Kirche in Albanien zu helfen.

Es ist eine weitere Umkehrung, wie sie sich durch die Geschichte dieser Diaspora zieht. Zunächst bauten Albaner Institutionen in Amerika, weil sie sie zu Hause nicht bauen oder erhalten konnten. Als Albanien sich wieder öffnete, machten sich einige der im Ausland entstandenen Menschen und Einrichtungen auf den Rückweg.

Der Verkehr über den Atlantik lief nicht mehr nur in eine Richtung.

Präsident Reagan überreicht Mutter Teresa 1985 im Weißen Haus die Presidential Medal of Freedom
Mutter Teresa erhält die Presidential Medal of Freedom, Weißes Haus, 20. Juni 1985. Foto: US National Archives and Records Administration · gemeinfrei.
Die Kathedrale St George, die albanisch-orthodoxe Kathedrale in South Boston
Die Kathedrale St George in South Boston — Fan Nolis Kirche und die Mutterkirche des albanischen Amerika. Foto: Jameslwoodward / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0.

Wie dieses Nebeneinander tatsächlich aussieht

Die Albaner sagen von sich, die Religion des Albaners sei das Albanertum — eine Zeile, die um 1878 Pashko Vasa schrieb, ein Katholik in osmanischen Diensten. Hier also die Belege.

  • Als Detroits albanische Christen 1929 die St Thomas Orthodox Church gründeten, halfen ihnen die albanischen Muslime der Stadt bei der Hypothek.
  • Imam Vehbi Ismail 1995 im Interview darüber, wie seine Moschee entstand: „Das Albanian Islamic Center wurde mit der Unterstützung sowohl der Muslime als auch der Orthodoxen gebaut … Bischof Noli selbst spendete 500 Dollar, und wir haben ebenso zum Bau albanisch-orthodoxer Kirchen beigetragen … Wir sind alle Albaner und Kinder desselben Gottes.“
  • 1981 mobilisierten ein katholischer Priester, ein sunnitischer Imam und ein Bektaschi-Baba gemeinsam ihre Detroiter Gemeinden für die Kosovo-Kundgebungen in Washington und New York.
  • 2013 zeichnete der albanische Staatspräsident alle vier albanischen Gotteshäuser Detroits — zwei katholische Kirchen, eine sunnitische Moschee und eine Bektaschi-Teqe — am selben Tag aus.

Ein Mitglied von St Thomas beschrieb 1995 im Interview, wie die gemeinsamen Flaggentag-Feiern eines gemischt orthodox-muslimischen Wohltätigkeitsvereins endeten: Der Verein zerfiel im Streit politischer Lager, und Michigans Albaner begingen ihren Nationalfeiertag nicht mehr als eine Gemeinschaft. Das Nebeneinander war echt. Der Kalte Krieg auch.

Arbeit & Geld

Arbeit, Geld und der Weg nach Hause

Albanoamerikanische Haushalte verdienen im Median 102.000 US-Dollar im Jahr, gegenüber einem amerikanischen Median von 81.604 — und einzelne Albanoamerikaner verdienen weniger als der nationale Median. Beides stimmt, und die Erklärung ist die ganze Wirtschaftsgeschichte in einer Zeile: Die Haushalte sind größer (3,05 Personen gegenüber rund 2,5), und es leben mehr Verdienende darin. Die Armutsquote liegt bei 7,5 Prozent gegenüber amerikanischen 12,1. Vierzig Prozent der Albanoamerikaner über fünfundzwanzig haben einen Bachelor-Abschluss, gegenüber 36,8 Prozent landesweit. Es gibt eine krasse Ausnahme, und sie gehört vor die Erfolgsgeschichte. Die Altersarmut unter Albanoamerikanern liegt bei 13,4 Prozent — deutlich über der Quote der eigenen Gemeinschaft und über dem amerikanischen Wert. Die Großeltern kamen spät, über Familienvisa, ohne amerikanische Erwerbsbiografie, und sie sind mit weitem Abstand der ärmste Teil der Gemeinschaft.

7,5 %

Armutsquote, gegenüber amerikanischen 12,1 %

40 %

haben einen Bachelor-Abschluss, gegenüber 36,8 % landesweit

13,4 %

Altersarmut — über der Quote der eigenen Gemeinschaft und über dem amerikanischen Wert

2,24 %

arbeiten im Lkw-Transport — fast doppelt so häufig wie alle erwerbstätigen Amerikaner

Die Großeltern kamen spät, über Familienvisa, ohne amerikanische Erwerbsbiografie, und sie sind mit weitem Abstand der ärmste Teil der Gemeinschaft. Diese Ausnahme gehört vor die Erfolgsgeschichte, nicht dahinter.

Die Häuser

Die auffälligste ökonomische Tatsache über das albanische New York trägt ein Datum. Als 1973 Co-op City eröffnete und die Wirtschaft der Bronx auseinanderfiel, stürzten die Immobilienwerte so tief, dass Vermieter begannen, ihren eigenen Hausmeistern Gebäude für fünf- bis zwanzigtausend Dollar über der Restschuld zu überlassen. Die Hausmeister waren Albaner.

Im August 1979 fand die New York Times Nikoll Vataj, sechsunddreißig, der es in sieben Jahren vom Portier an der Upper East Side über den Hausmeister zum Eigentümer von sechs Gebäuden mit 550 Wohnungen gebracht hatte. Seine Erklärung, warum er angefangen hatte, war vier Worte lang: „Bleibe ich immer Portier, bleibe ich mein Leben lang arm.“ Seine Auskunft darüber, was er da kaufte, war noch schroffer: „Jeder Albaner, der ein Haus kaufte, kaufte es, als es völlig zerstört war.“

Die Lastwagen

Die Michigan-PUMS-Stichprobe 2020–2024 bestätigt ein Lkw-Signal, aber ein kleineres als ältere Auszüge vermuten ließen. Rund 5,42 Prozent ±2,35 Prozentpunkte der Erwerbstätigen in Michigan mit albanischer Abstammung arbeiteten im Lkw-Transport, gegenüber 1,30 Prozent im Bundesstaat — etwa 4,18-mal so häufig, auf Basis von 21 ungewichteten albanischen Datensätzen. Das ist eine Michigan-Schätzung, kein Detroiter Arbeitszensus.

Auch Selbstständigkeit ist erhöht, ohne ‚jeden Vierten‘ zu erreichen: 18,00 Prozent ±3,58 Punkte, gegenüber 8,69 Prozent in Michigan. Die Fahrzeugherstellung liegt bei 6,38 Prozent ±2,18 Punkten und damit nahe am Michigan-Wert von 7,47 Prozent. Die Daten stützen Unternehmertum, Gastronomie, Bau und Transport; sie stützen keine einzige Berufsbiografie für alle Albaner Detroits.

Die Pizzerien und der Name auf der Markise

Die andere New Yorker Nische war die italienische Küche, und die Ablösung ist von beiden Seiten dokumentiert. 2001 sagte ein Lieferant von siebenhundert New Yorker Pizzerien der Times: „Die Italiener schaffen die Arbeit nicht mehr, sie sind in Amerika fett geworden. Wer heute in ein italienisches Restaurant geht, sieht Albaner. Man hält sie für Italiener. Sie sprechen Italienisch, sie sehen aus wie wir, das Essen ist großartig.“

Die Albaner stimmten zu — und versteckten sich. Gjergj Dedvukaj kaufte Giovanni's an der Arthur Avenue und änderte weder den Namen noch die Karte, weil „die Kunden albanisches Essen nicht kennen.“ Eine Familie setzte ihre Mutter Roze als „Mamma Rosa“ auf ein Glas Marinara-Soße und schrieb in die Firmenbroschüre, die Familie habe den Weg von Italien nach Amerika angetreten — Albanien kam nicht vor. Einer der Brüder sagte, warum: „Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Idee gefällt, damit zu werben, dass wir Albaner sind. Das ist eine heikle Sache.“

Fünfundzwanzig Jahre später führt Ramiz Kukaj vier Restaurants namens Çka Ka Qëllu — der Name ist albanisch, das Essen ist albanisch, eines steht im Guide Michelin, und eines stand auf der Liste der hundert besten Restaurants der Stadt in der New York Times. Dieser Bogen, von „Mamma Rosa“ zu einer albanischen Redewendung auf der Markise in Belmont, ist das klarste Maß dafür, was sich in einer Generation verändert hat.

Eine Generation aus der Küche heraus

Die erste Generation kam meist über jene Jobs in die amerikanische Wirtschaft, die eben verfügbar waren: Restaurants, Bau, Hausverwaltung und kleine Familienbetriebe.

Berufsanteile unter Albanoamerikanern, nach Ankunftskohorte
BerufNach 2010 eingewandertIn den USA geboren, unter 40
Bau14,7 %
Küche und Speisenzubereitung13,0 %4,2 %
Lkw-Transport10,6 %
Management16,7 %
Gesundheitsberufe8,2 %
Software und Mathematik7,3 %
Selbstständig16,1 %8,6 %

Die Software, die die Pizzerien am Laufen hält

In der zweiten Generation ändert sich das Bild.

Das klarste Beispiel ist die Gastronomie. Unter neueren albanischen Einwanderern ist Küchenarbeit weiterhin ungewöhnlich verbreitet. Unter in Amerika geborenen Albanoamerikanern ist der Anteil der in Küchen Beschäftigten bereits unter den US-Durchschnitt gefallen.

So kann sozialer Aufstieg in einer einzigen Generation aussehen. Der Familienbetrieb mag überleben, aber die Kinder erben nicht zwangsläufig den Job.

Ilir Sela liefert ein fast zu perfektes Beispiel.

Seine Familie stammt aus Debar, und er wuchs zwischen den unabhängigen Pizzerien auf, die für albanische Familien in New York zu einem so vertrauten Weg in die Selbstständigkeit wurden. Später gründete er Slice, ein Technologieunternehmen rund um Onlinebestellungen und Zahlungen für unabhängige Pizzerien.

In dieser Entwicklung liegt etwas Stimmiges.

Eine Generation von Albanern lernte, Amerikas Pizzerien zu führen. Eine andere baute die Software dafür.

Das Geld geht weiterhin nach Hause

Der wirtschaftliche Erfolg in Amerika blieb nicht vollständig in Amerika.

2021 überwiesen Albanoamerikaner schätzungsweise 129,96 Millionen US-Dollar nach Albanien. Im selben Jahr betrugen die gesamten US-Warenexporte nach Albanien 97,9 Millionen Dollar.

Mit anderen Worten: Albanische Haushalte in Amerika schickten mehr Geld nach Albanien, als amerikanische Unternehmen dorthin an Waren lieferten.

Der Kosovo zeigt dasselbe Muster in noch größerem Maßstab. Die Vereinigten Staaten exportierten 2024 Waren im Wert von 46,1 Millionen Dollar in den Kosovo, während die Rücküberweisungen aus Amerika bei rund 100 Millionen Euro lagen.

Für Albanien wie für den Kosovo sind die Vereinigten Staaten heute die drittgrößte Quelle von Rücküberweisungen.

Doch was mit dem Geld der Diaspora geschieht, verändert sich.

Es hilft weiterhin Eltern, Geschwistern und weiteren Verwandten. Zunehmend kauft es aber auch Wohnungen, Häuser und Land. Im zweiten Quartal 2025 erreichten die ausländischen Direktinvestitionen im Kosovo 231,5 Millionen Euro. Mehr als 80 Prozent flossen in Immobilien, wobei die Nachfrage aus der Diaspora eine wichtige Rolle spielte.

Wer den Sommerrhythmus des Kosovo oder Albaniens kennt, wird einen Teil der Geschichte wiedererkennen: Familien, die sich ihr Leben in New York, Detroit oder Chicago aufgebaut haben, wollen daheim trotzdem etwas Greifbares.

Das Geld überquert den Atlantik auch dann noch, wenn die Familie es nicht mehr dauerhaft tut.

Das 30-Millionen-Dollar-Experiment

Es gibt noch eine andere Art albanoamerikanischer Investition, und sie begann nicht bei der Diaspora, sondern bei der US-Regierung.

1995 stellte USAID 30 Millionen Dollar bereit, um den Albanian-American Enterprise Fund zu gründen. Albanien lag erst wenige Jahre hinter dem Kommunismus, und die Idee war, mit amerikanischem Kapital und amerikanischer Geschäftserfahrung eine Privatwirtschaft nahezu aus dem Nichts aufzubauen.

Der Fonds investierte in Unternehmen und half beim Aufbau dessen, was Albaniens erste Bank westlichen Zuschnitts werden sollte.

Dann geschah etwas Ungewöhnliches.

Er machte Gewinn.

Im Januar 2011 führte der Fonds 15 Millionen Dollar an das US-Finanzministerium zurück. Seine Erträge halfen außerdem, die Albanian-American Development Foundation zu dotieren, die seither mindestens 109 Millionen Dollar für 28 Projekte in Albanien zugesagt hat.

So begann eine der größten Institutionen, die den albanoamerikanischen Namen tragen, als amerikanische Entwicklungshilfe und wurde nach und nach zu etwas, das einer dauerhaften Investition in Albaniens Entwicklung nahekommt.

Dieser Unterschied zählt. Rücküberweisungen verbinden Familien. Der Enterprise Fund versuchte, Institutionen zu verändern.

Beides gehört zu der wirtschaftlichen Beziehung, die die Diaspora mit aufgebaut hat.

Unternehmerische Präsenz

Die Unternehmen, die Albaner in ganz Amerika aufgebaut haben

Die Verzeichnis-Momentaufnahme von ALB Connection vom Juli 2026 dokumentiert 1.459 verifizierte Unternehmen in albanischem Besitz in 43 Bundesstaaten und Washington, D.C. Sie übersetzt die Familiengeschichten von oben in ein nationales Bild: Das Unternehmertum ballt sich in einigen historischen Zentren, reicht aber bis in 491 Städte und Gemeinden.

1.459

verifizierte Unternehmen in den USA

43 + DC

vertretene Bundesstaaten und die Hauptstadt

491

Städte und Gemeinden

Mehr als ⅓

der Einträge arbeiten im Lebensmittelbereich

Wo sich das Verzeichnis am stärksten ballt

New York bleibt mit deutlichem Abstand das größte Zentrum, gefolgt vom Michigan-Cluster im Großraum Detroit und den lange etablierten Gemeinden im Nordosten und im Mittleren Westen.

  1. New York550
  2. Michigan193
  3. Illinois129
  4. Pennsylvania120
  5. New Jersey114
  6. Connecticut70
Zusammen entfallen auf diese sechs Bundesstaaten rund 81 % der US-Einträge von ALB Connection.

Die Branchen, die die Wirtschaft prägen

Das Lebensmittelgewerbe ist die bestimmende Branche, während das Baugewerbe und die freien Berufe die nächste sichtbare Schicht albanoamerikanischen Unternehmertums bilden.

  1. Restaurants449
  2. Bau & Renovierung127
  3. Schönheit & Wellness83
  4. Immobilien67
  5. Rechtsberatung51
Rechnet man Pizzerien, Cafés und Bäckereien hinzu, entfällt auf das Lebensmittelgewerbe mehr als ein Drittel aller dokumentierten Unternehmen.

Eine ausgesprochen digitale Unternehmerschaft

Die meisten Unternehmen im Verzeichnis lassen sich online finden und kontaktieren — nützlich für eine Gemeinschaft, die über einen ganzen Kontinent verteilt ist.

Betreiben eine Website90%
Haben eine verifizierte E-Mail-Adresse81%

Quelle: Unternehmensverzeichnis von ALB Connection, Juli 2026. Die Zahlen erfassen öffentlich sichtbare Unternehmen, die den Zwei-Signal-Verifizierungsstandard des Verzeichnisses erfüllen, und sind als dokumentiertes Minimum zu lesen, nicht als vollständige Unternehmenszählung. Die Abdeckung ist im Nordosten und im Mittleren Westen am stärksten, und die Methode begünstigt Unternehmen mit öffentlicher digitaler Präsenz.

Den vollständigen Bericht von ALB Connection lesen

Institutionen

Die Organisationen, die alles zusammenhalten

Geld ist eine Art, wie eine Diaspora verbunden bleibt. Institutionen sind eine andere.

Die Institutionen, die überlebt haben

Und manche Institutionen des albanischen Amerika sind bemerkenswert alt.

Vatra – die Panalbanische Föderation von Amerika – wurde 1912 in Boston gegründet, von Fan Noli, Faik Konica und ihren Zeitgenossen. Für die ersten Jahre wird der Begriff Einwanderervereinigung ihr kaum gerecht. Vatra betrieb Lobbyarbeit in Washington, stritt für das Überleben Albaniens und half, unter Arbeitern, die selbst oft sehr wenig Geld hatten, eine nationale Anleihe aufzubringen.

Mehr als ein Jahrhundert später gibt es Vatra immer noch.

Doch Langlebigkeit sollte man nicht mit Größe verwechseln.

Ihre heutigen Ortsgruppen können winzig sein. Eine Steuererklärung der Ortsgruppe Queens wies gerade einmal 2.960 Dollar Jahreseinnahmen aus, allesamt Mitgliedsbeiträge, und 814 Dollar Vermögen. Die Bostoner Ortsgruppe – in der Stadt, in der Vatra begann – musste 2024 neu gegründet werden.

Dieser Kontrast ist aufschlussreich.

Die Institutionen, die einst für die nahezu gesamte organisierte Gemeinschaft sprachen, teilen sich das Feld heute mit Kirchen, Moscheen, Kulturvereinen, Berufsnetzwerken, Unternehmen, sozialen Medien und Organisationen, die von sehr viel jüngeren Einwanderungswellen aufgebaut wurden.

Die Institution hat überlebt. Die Gemeinschaft um sie herum hat sich verändert.

Für Dielli gilt auf seine Weise dasselbe.

Erstmals erschienen am 15. Februar 1909, wird die Zeitung bis heute produziert und ist damit die älteste erhaltene albanischsprachige Zeitung der Welt – auch wenn ihre Erscheinungsgeschichte nicht völlig ununterbrochen verlief.

Dann kam Illyria, 1991 in New York gegründet und geprägt von einem anderen albanischen Amerika – einem, das sich zunehmend mit dem Kosovo und den Umbrüchen im ehemaligen Jugoslawien befasste.

Legt man die beiden Zeitungen nebeneinander, kann man dem Generationswechsel der Diaspora fast zusehen.

Dielli gehörte zu der Gemeinschaft, die Albanien schaffen und bewahren wollte.

Illyria ging aus einer Gemeinschaft hervor, die darum kämpfte, dass Amerika den Kosovo versteht.

Die nächste albanisch-amerikanische Institution wird womöglich keiner von beiden ähneln.

Die Stimme, die verstummte

Vierzig Jahre lang war unter dem Kommunismus Zëri i Amerikës, der albanische Dienst von Voice of America, der vertrauenswürdigste Klang in albanischer Sprache – illegal gehört, bei leise gedrehtem Radio, von Menschen, die dafür ins Gefängnis kommen konnten. Seit dem 15. März 2025 schweigt er, als per Dekret das gesamte Programm von Voice of America ausgesetzt wurde. Albanisch war eine von neunundvierzig Sprachen; nur eine Handvoll wurde wieder aufgenommen, Albanisch ist nicht darunter. Die Website steht noch, und jeder Beitrag darauf stammt aus dem März 2025.

Ein am 3. Februar 2026 unterzeichnetes Haushaltsgesetz stellt Voice of America für das Haushaltsjahr 2026 199,5 Millionen Dollar bereit. Das Geld kam zurück. Das Albanische nicht.

Die Lobby – und wo das Geld tatsächlich liegt

Die Albanian American Civic League, im Januar 1989 von Joseph DioGuardi gegründet, gilt auf dem gesamten Balkan als die Organisation, die die amerikanische Kosovo-Politik geprägt hat, und auf ihrer Website heißt es, sie spreche für 750.000 Albanoamerikaner. Ihre jüngste Steuererklärung weist Gesamteinnahmen von 52.230 Dollar aus, Ausgaben von 45.417 Dollar und ein Vermögen zum Jahresende von 14.807 Dollar. Sie hat neunundzwanzig Vorstandsmitglieder, einen ehrenamtlichen Präsidenten und ein Postfach in Ossining, New York: Der ihr zugeschriebene Einfluss auf den Kosovo wurde mit diesen Summen errungen, von Freiwilligen. So werden die Institutionen dieser Gemeinschaft finanziert, und die League ist eher die Regel als die Ausnahme.

Die beiden reichsten Institutionen mit „Albanian-American“ im Namen wiederum entstanden per Kongressbeschluss und geben ihr Geld in Albanien aus. Der Albanian-American Enterprise Fund, gegründet auf Grundlage des SEED Act von 1989, verfügt über rund 82,8 Millionen Dollar; seine Nachfolgeeinrichtung, die Albanian-American Development Foundation, meldete 2018 ein Vermögen von 216 Millionen Dollar. Zusammen also rund 300 Millionen Dollar – gegenüber Gemeindeorganisationen, die mit vier- und fünfstelligen Beträgen auskommen. Beiden steht ein Amerikaner vor, den Präsident Clinton in den Vorstand des Fonds berufen hatte.

Einunddreißig Schulen, von denen fast keine ein eigenes Klassenzimmer besitzt

Das Register der albanischen Regierung selbst führt 31 albanischsprachige Schulstandorte in den Vereinigten Staaten auf, die unter 21 Schulnamen in neun Bundesstaaten arbeiten. Dreizehn davon liegen allein in New York – 42 Prozent aller albanischen Schulstandorte des Landes.

Fast keine besitzt den Raum, in dem sie unterrichtet; sie mieten am Wochenende amerikanische Gemeinderäume. Sie heißen Fol Shqip – Sprich Albanisch – und Mëso Shqip – Lerne Albanisch – und Udha e shkronjave, der Weg der Buchstaben.

Die größte von ihnen öffnete im April 2022 auf Staten Island mit rund fünfzig Schülern und meldet heute zwischen zweihundert und zweihundertvierzig. Getragen wird sie gemeinsam von drei Vereinen – Kraja, Ana e Malit und Ulqini –, allesamt benannt nach albanischen Gemeinden an der montenegrinischen Küste.

Niemand weiß, wie viele Kinder in Amerika die albanische Schule besuchen. Weder Tirana noch Pristina veröffentlicht eine Zahl; Kosovos Bildungsministerium hat selbst öffentlich erklärt, es brauche eine Datenbank mit der genauen Zahl der Lehrkräfte und Schüler im Ausland. Dokumentiert ist die Fracht: Als Albanien im September 2021 3.595 kostenlose Schulbücher in zehn Länder verschickte, erhielt die Botschaft in Washington 1.080 davon – die größte Einzellieferung der Sendung.

Menschen

Die Menschen

Vier Aussagen werden auf diesem Feld ständig verwechselt, deshalb hält diese Seite sie auseinander: in Albanien geboren zu sein, ethnischer Albaner zu sein, Albanoamerikaner zu sein und ein Albaner, der in Amerika gearbeitet hat, zu sein. Alle Personen weiter unten wurden anhand einer Primär- oder Nachschlagequelle überprüft; wo die Belege dünn sind, steht das da, statt beschönigt zu werden.

Bebe Rexha bei einem Auftritt im Jahr 2023

Bebe Rexha

Brooklyn, aus einer Familie aus Debar

Ava Max bei einem Auftritt im Jahr 2023

Ava Max

Milwaukee, Eltern aus Sarandë

Action Bronson bei einem Auftritt beim Governors Ball 2016

Action Bronson

Queens, über Gjakova

Eliza Dushku im Jahr 2012

Eliza Dushku

Boston, aus einer Familie aus Korçë

John Belushi bei einem Presse-Dinner in Washington 1976

John Belushi

1949–1982 · Chicago, aus Qytezë

Ferid Murad, Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin

Ferid Murad

Nobelpreisträger für Medizin, 1998

Die stärkste Einzelfigur, die niemand mitzählt

Gjon Mili wurde 1904 in Korçë geboren, wuchs in Rumänien auf und kam nach Amerika, um am MIT Elektrotechnik zu studieren. 1937 lernte er Harold Edgerton kennen, der das Stroboskoplicht gebaut hatte, und begann, für LIFE Bewegung mit einer Hunderttausendstelsekunde zu fotografieren. Er fotografierte Picasso, wie er mit einer Taschenlampe in die Luft zeichnete. Er fotografierte Billie Holiday bei den nächtlichen Jazzsessions, die er selbst veranstaltete. Auf dem Schild in seinem New Yorker Studio stand: ALL THE WORLD'S A CAMERA. LOOK PLEASANT, PLEASE. Seine eigene Zusammenfassung dessen, was ihm das Stroboskop gab, ist der beste Satz, den je ein Albanoamerikaner über die eigene Arbeit gesagt hat: „Die Zeit ließ sich wirklich anhalten. Die Textur blieb erhalten, trotz plötzlicher, heftiger Bewegung.“

1944 führte er für Warner Bros. auch Regie bei Jammin' the Blues, einem neunminütigen Jazz-Kurzfilm mit Lester Young – nominiert für einen Academy Award und 1995 zur Bewahrung in das United States National Film Registry aufgenommen. Ein Junge aus Korçë drehte einen Film, den die Library of Congress schützt. Es existiert nirgends ein frei lizenziertes Foto von ihm; das einzige Bild von ihm ist die Briefmarke, die Albanien 2008 in einer Serie zu Ehren von Albanoamerikanern herausgab, neben John Belushi.

Öffentliches Amt

In der politischen Geschichte dieser Gemeinschaft steckt eine Korrektur, die niemand vorgenommen hat. Mark Gjonaj war der erste Albanoamerikaner, der im Bundesstaat New York gewählt wurde, und der erste im New York City Council. Der Erste in Amerika war er nicht. Louis V. Mato, 1903 in Pogradec geboren, Handelsvertreter für Gastronomiebedarf und Restaurantbesitzer in Fairchild, Wisconsin, saß von 1963 bis 1971 in der Wisconsin State Assembly – vier Amtszeiten, ein halbes Jahrhundert vor Albany, und niemand erinnert sich an ihn.

Und den schönsten Bogen von allen schlägt ein Richter. Emin Toro wurde 1974 in Tirana geboren. Ein Pfarrer aus Florida, der Missionsarbeit in einem albanischen Waisenhaus leistete, brauchte einen Dolmetscher; die Wahl fiel auf Toro, und der Pfarrer nahm ihn zum Studium mit nach Amerika. Er ging nach Palm Beach Atlantic, dann an die juristische Fakultät in North Carolina, war anschließend Clerk bei einem Richter am DC Circuit und dann bei Richter Clarence Thomas am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Am 1. August 2019 bestätigte ihn der Senat per Zuruf für eine fünfzehnjährige Amtszeit am United States Tax Court.

Die andere Uhr

Das albanische Amerika läuft nach zwei Uhren.

Die eine beginnt in den 1890er-Jahren, als Migranten Korçë und andere Teile des Balkans in Richtung der Spinnereien und Fabriken Neuenglands verließen.

Die andere setzt fast fünf Jahrhunderte früher ein.

Die Arbëreshë sind Nachfahren von Albanern, die während und nach der osmanischen Expansion auf dem Balkan nach Süditalien übersetzten. Dort bauten sie Dörfer auf, bewahrten Formen der albanischen Sprache und blieben jahrhundertelang eigenständige Gemeinschaften.

Dann überquerten einige ihrer Nachfahren erneut den Atlantik.

Als arbëreshische Einwanderer aus Italien in den Vereinigten Staaten ankamen, sah Amerika allerdings meist Italiener. Sie hatten italienische Pässe und Nachnamen, kamen aus italienischen Orten und traten meist gemeinsam mit anderen italienischen Einwanderern in katholische Gemeinden ein.

Ihre albanische Geschichte war viel leichter zu übersehen.

Joseph DioGuardi ist vielleicht das deutlichste Beispiel.

Sein Vater stammte aus Greci, einem kleinen Arbëreshë-Dorf in den Hügeln Kampaniens, in dem sich nach der ursprünglichen Wanderung jahrhundertelang eine albanische Sprache hielt.

DioGuardi wurde in den Vereinigten Staaten geboren, zog als Republikaner aus New York in den Kongress ein und wurde schließlich zu einem der beharrlichsten Fürsprecher des Kosovo und albanischer Anliegen in Washington.

Der Weg, den diese Identität zurückgelegt hat, hat etwas Bemerkenswertes.

Seine Vorfahren verließen die albanische Welt Richtung Italien, Jahrhunderte bevor es Albanien als modernen Staat gab. Ihr Nachfahre betrat am Ende den Kongress der Vereinigten Staaten und setzte sich dort für die Albaner auf dem Balkan ein.

Die Verbindung setzte sich in einer weiteren Generation fort. DioGuardis Tochter, die Songwriterin und Fernsehpersönlichkeit Kara DioGuardi, führt ihre Familie ebenfalls auf die Arbëreshë zurück.

Und die DioGuardis sind kein Einzelfall.

Der Romanautor Tom Perrotta wuchs mit einer Arbëreshë-Mutter auf, die er einmal als albanisch-italienisch beschrieb. Er erinnerte sich, dass dieser Unterschied selbst unter Italienern zählte: Er machte sie, in seinen Worten, zu „einer Italienerin zweiter Klasse“.

Der Schriftsteller und Musikkritiker Nick Tosches führte seine Familie auf die Arbëreshë-Gemeinde von Casalvecchio di Puglia zurück.

Ihre Geschichten zeigen einen Teil des albanischen Amerika, den die Tabellen des Zensus mit besonders geringer Wahrscheinlichkeit finden.

Ein Arbëreshë-Amerikaner kann einen italienischen Nachnamen haben, einen in Italien geborenen Großelternteil und Generationen katholischer Familiengeschichte in Süditalien. Fragt man nur nach Geburtsort oder jüngerer Abstammung, kann die albanische Verbindung völlig verschwinden.

Dabei hat sie Jahrhunderte überdauert, bevor sie Amerika erreichte.

Das verschiebt die Zeitrechnung.

Die vertraute Geschichte des albanischen Amerika beginnt mit Männern aus Korçë, die Ende des 19. Jahrhunderts in Boston ankamen. Doch eine andere albanische Wanderung war längst vom Balkan nach Italien gezogen, hatte dort Hunderte von Jahren gewartet und überquerte dann unter einem italienischen Namen den Atlantik.

Das albanische Amerika ist älter, als seine Einwanderungsakten es erscheinen lassen.

Ein Nobelpreis

Ferid Murads albanisch-amerikanische Geschichte beginnt mit einem Namen, der ursprünglich nicht der seiner Familie war.

Sein Vater kam im August 1913 auf Ellis Island an. Er war ethnischer Albaner, hatte weniger als ein Jahr Schulbildung, war Hirte gewesen, hatte den Balkan als Süßwarenhändler bereist und dabei irgendwie sieben Sprachen gelernt.

Bei der Einwanderung, erinnerte sich Murad später, fragte ein Beamter nach dem Namen seines Vaters und entschied dann einfach, wie Amerika ihn nennen würde:

„Der Beamte erklärte ihn zu John Murad und stempelte seine Papiere.“

Der Name blieb.

Ferid wuchs in Whiting, Indiana, in vier Zimmern hinter dem Restaurant mit 28 Plätzen auf, das seine Eltern führten. Als Junge zählte er die Rechnungen der Gäste im Kopf zusammen, bevor sie die Kasse erreichten.

1998 erhielt er gemeinsam mit anderen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für Arbeiten, die Stickstoffmonoxid als Signalmolekül im Herz-Kreislauf-System nachwiesen.

In diesen fünfundachtzig Jahren steckt eine fast zu saubere Einwanderergeschichte: Ein Beamter auf Ellis Island gibt einem albanischen Einwanderer einen amerikanischen Namen, und dessen Sohn trägt diesen Namen am Ende nach Stockholm.

Ein Space Shuttle

Doch albanisch-amerikanischer Erfolg begann nicht immer damit, dass jemand von einem Schiff aus Albanien stieg.

William G. Gregory wurde 1957 in Lockport, New York, geboren. Er wurde Pilot der Air Force, dann Testpilot, dann Astronaut.

Im März 1995 saß er bei STS-67 auf dem Pilotensitz des Space Shuttle Endeavour. Die Mission dauerte sechzehn Tage und fünfzehn Stunden – der längste Flug, den die Endeavour je unternommen hat.

Seine albanische Verbindung ist leicht zu übersehen. Gregory wurde in St Elia getauft, der ersten albanisch-orthodoxen Kirche im Bundesstaat New York.

Nicht in der Bronx oder in Manhattan, sondern in einer kleinen albanischen Gemeinde im Norden des Bundesstaats New York.

Das ist ein Grund, warum Listen berühmter Albaner in die Irre führen können. In der zweiten oder dritten Generation ist die Verbindung an Nachnamen, Geburtsort oder Lebenslauf oft nicht mehr abzulesen. Manchmal muss man der Familie bis zu einer Kirche zurückfolgen.

Eine Wette über 2 Milliarden Dollar

Mira Muratis Weg nach Amerika gehört zu einem viel jüngeren Albanien.

1988 in Vlorë geboren, verließ sie Albanien mit sechzehn dank eines Stipendiums und studierte später Ingenieurwesen in Dartmouth. Sie arbeitete am Model X von Tesla, bevor sie zu OpenAI ging, wo sie schließlich Chief Technology Officer wurde und im November 2023 kurzzeitig Interimschefin.

Dann ging sie, um etwas Eigenes aufzubauen.

2025 gründete Murati Thinking Machines Lab. Die erste Finanzierungsrunde brachte 2 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 12 Milliarden Dollar ein – ein außergewöhnlicher Betrag für ein Unternehmen ganz am Anfang.

Einer der Investoren war Albanien selbst.

Die albanische Regierung sagte 10 Millionen Dollar zu und änderte für diese Investition sogar den Staatshaushalt.

Dieses Detail schließt den Kreis beinahe. Frühere Generationen von Albanoamerikanern schickten Löhne und Überweisungen nach Hause. Vatras Fabrikarbeiter halfen, Albanien zu finanzieren. Ein Jahrhundert später investierte Albanien öffentliches Geld in ein Unternehmen, das eine Albanerin gegründet hatte, die das Land als Teenager verlassen hatte.

Die Beziehung zwischen Diaspora und Heimat verläuft nicht mehr nur in eine Richtung.

Die Belushis: albanisch auf beiden Seiten

Dann sind da die Namen, die fast jeder kennt.

John und Jim Belushi werden manchmal vage als Menschen mit albanischen Wurzeln beschrieben. Die Verbindung war viel enger.

Ihr Vater stammte aus Qytezë in der Region Korçë und ließ sich in Chicago nieder, wo er ein Restaurant an der North Avenue führte. Ihre Mutter wurde in Ohio als Tochter albanischer Einwanderer geboren, ebenfalls aus der Region Korçë.

Die Brüder wuchsen zugleich amerikanisch und albanisch auf.

Als Albaniens Präsident Jim Belushi 2008 in Tirana auszeichnete, beschrieb Belushi diese Identität in einem Satz:

„Ich bin in Amerika geboren und aufgewachsen, aber meine Gene sind albanisch.“

Es ist keine wissenschaftliche Definition von Diaspora-Identität.

Womöglich ist es eine, in der sich mehr Menschen wiedererkennen.

Die Frau, die das albanische Amerika weitgehend vergessen hat

Und dann ist da Nexhmie Zaimi.

Sie passt nicht recht neben Nobelpreisträger, Astronauten oder Hollywoodstars – vielleicht ist ihre Geschichte gerade deshalb interessanter.

1917 in Libohovë geboren, gehörte Zaimi zu den ersten sechs Mädchen in Albanien, die eine von amerikanischen presbyterianischen Missionaren geführte höhere Schule besuchten.

Später kam sie in die Vereinigten Staaten und wurde Schriftstellerin und Auslandskorrespondentin – ein Beruf, in dem sowohl ihre Nationalität als auch ihr Geschlecht sie zur Ausnahme machten.

Ihr Weg verbindet außerdem zwei Welten, die in dieser Geschichte immer wieder auftauchen: Amerikaner, die als Lehrer und Missionare nach Albanien kamen, und Albaner, die diese Verbindungen später nach Amerika zurücktrugen.

Zaimis Name ist heute weit weniger geläufig als der von Mili, Murad oder Belushi.

Das macht sie für diese Geschichte nicht zur Randfigur.

Es zeigt, wie viel albanisch-amerikanische Geschichte noch darauf wartet, erinnert zu werden.

Sport

Im September 1991 schlugen die Vereinigten Staaten Jamaika 1:0, und das einzige Tor erzielte ein Mann, der in Vusanje geboren wurde, einem Dorf oberhalb von Gusinje in den montenegrinischen Bergen. Sadri Gjonbalaj kam als Kind nach Brooklyn, spielte für North Carolina State und brachte es auf fünf Einsätze in der US-Nationalmannschaft.

Andy Varipapa, 1891 in einem arbëreshischen Dorf in Kalabrien geboren und mit zwölf nach Brooklyn gebracht, wurde zum berühmtesten Trickbowler der Welt; ein Abschluss über zwei Spiele, der genau 300 ergibt, heißt bis heute Varipapa 300.

Das Klischee – und die Aktenlage

Keine Seite über Albaner in Amerika ist ehrlich ohne diesen Absatz. Taken (2008) kostete 25 Millionen Dollar, spielte weltweit 226,8 Millionen ein und hat das Bild der Albaner in der amerikanischen Vorstellung stärker geprägt als ein Jahrhundert Migration. In Run All Night wurde Liam Neeson 2015 erneut von Albanern bedroht. 2019 produzierte die albanische Regierung einen Tourismusspot mit dem Titel „Be Taken by Albania“ und lud ihn ein, das Land zu besuchen.

Hinter dem Klischee steht ein einziger realer Fall. United States v. Ivezaj, 2009 vom Second Circuit entschieden, beschreibt die Rudaj Organization als „eine gewalttätige albanische Erpresserorganisation mit Sitz in New York City und Westchester County“, die der Familie Lucchese die Glücksspielclubs in Astoria abnahm. Sechs Männer legten Berufung ein; die Verurteilungen wurden bestätigt. Zwei der sechs Berufungskläger waren Italoamerikaner, die Opfer waren Griechen, und der strittige Besitz war illegales Glücksspiel.

Das ist der dokumentierte Kern „der albanischen Mafia in Amerika“. Eine amerikanische Kriminalstatistik zu Albanoamerikanern gibt es nicht, weil kein amerikanischer Datensatz je ein Feld dafür hatte – dieselbe Leerstelle, die sich durch jede andere Zahl hier zieht, diesmal in einer Form, die der Gemeinschaft zufällig zugutekommt.

Die Musik

Zwei der größten Popstimmen der Vereinigten Staaten sind Töchter albanischer Einwanderer. Wie Ava Max ihr eigenes Albanisch beschreibt, ist der ehrlichste einzelne Satz über Sprache in der zweiten Generation in dieser ganzen Geschichte: Sie spricht es, aber lesen kann sie es nicht. Hinter ihr und Bebe Rexha liegt eine arbeitende Schicht, die albanische Leser kennen und amerikanische nicht: Njomza, deren Autorencredits bis an die Spitze der Billboard-Charts reichen, und Unikkatil, wohl der kulturell bedeutendste albanisch-amerikanische Musiker, von dem kein Amerikaner je gehört hat.

Unikkatil

Wohl der kulturell bedeutendste albanisch-amerikanische Musiker, von dem kein Amerikaner je gehört hat. Geboren als Rin Mustafa, aufgewachsen in der Bronx, nachdem seine Familie den Kosovo verlassen hatte, baute er The Bloody Alboz auf und machte albanischsprachigen Rap zu einer eigenen Sprache der Diaspora – zum Soundtrack der Kosovo-Generation auf beiden Seiten des Atlantiks, Jahrzehnte bevor ein albanischer Name auf Englisch in die Charts kam.

In unserem Archiv gibt es kein frei lizenziertes Foto.

Nächste Generation

Sprache, Heirat und die nächste Generation

Das albanische Amerika ist noch eine junge Gemeinschaft. Sein Medianalter lag im Zensus 2020 bei 34,7 Jahren, gegenüber 38,8 landesweit. Fast ein Viertel der Bevölkerung war unter achtzehn, während nur 10,8 Prozent über fünfundsechzig waren. In diesen Zahlen ist die Migrationsgeschichte zu sehen. Das ist noch keine Diaspora, die überwiegend aus fernen Nachfahren besteht. Viele der Menschen, die in der großen Wanderung der 1990er- und 2000er-Jahre kamen, ziehen Kinder groß – oder sehen zu, wie diese Kinder eigene Familien gründen. Und genau hier wird die Geschichte schwerer zu zählen.

Die Sprache überlebt – aber sie verändert sich

In den Vereinigten Staaten sprechen rund 184.704 Menschen zu Hause Albanisch.

Diese Zahl ist deutlich gewachsen. Ebenso etwas, das nach mehreren Jahrzehnten der Ansiedlung überraschen mag: 41,3 Prozent der Albanischsprechenden geben an, weniger als „sehr gut“ Englisch zu sprechen. 2013 lag der Wert bei 43,9 Prozent.

Die naheliegende Erklärung ist nicht, dass Albaner kein Englisch lernen. Sondern dass die albanischsprachige Bevölkerung immer wieder Neuankömmlinge aufnimmt.

Zugleich schafft es das Albanische in die nächste Generation.

Fast ein Viertel derer, die es zu Hause sprechen – 42.463 Menschen –, wurde in den Vereinigten Staaten geboren.

Was „Albanisch sprechen“ in diesen Haushalten heißt, kann enorm variieren. Manche Kinder wachsen damit auf, es fließend mit Eltern und Großeltern zu sprechen. Andere verstehen alles, antworten aber auf Englisch. Manche können ein Gespräch führen, haben aber nie gelernt, die Sprache sicher zu schreiben.

Ava Max, deren Eltern Albaner sind, hat von sich gesagt, sie könne Albanisch sprechen, aber nicht lesen.

Das ist eine vertraute Erfahrung der zweiten Generation: Die Sprache überlebt zuerst im Ohr und in der Familie, nicht unbedingt auf dem Papier.

Selbst der Zensus tut sich schwer, das deutlich zu zeigen. Seine standardmäßig veröffentlichte Sprachtabelle gibt dem Albanischen keine eigene Zeile; es steckt in der Kategorie „Andere indoeuropäische Sprachen“.

So ist eines der deutlichsten Merkmale albanischen Lebens in Amerika zugleich eines der am schwersten auffindbaren in den Standardtabellen.

Es gibt nicht ein albanisches Amerika

Die Sprache verbindet die Gemeinschaft, aber sie trägt auch die Geschichte davon, woher die Menschen kamen.

Die erste große albanische Wanderung in die Vereinigten Staaten kam größtenteils aus Korçë und Südalbanien. Sie war überwiegend toskischsprachig und baute viele der frühen Gemeinschaften in Massachusetts und Neuengland auf.

Die spätere Wanderung, die New York und Detroit veränderte, speiste sich weit stärker aus dem Kosovo, dem Westen Nordmazedoniens und Montenegro, wo gegische Varietäten vorherrschen.

Diese Geschichten sind auf der amerikanischen Karte bis heute sichtbar.

Worcester hat laut ACS 2020–2024 3.258 ±626 in Albanien geborene Einwohner. Garfield, New Jersey, und Chicago haben eigenständige albanischsprachige Geschichten, die mit derselben Disziplin bei Geografie und Messgröße untersucht werden sollten.

Wenn also zwei Albanoamerikaner sagen, ihre Familien seien „von zu Hause“ gekommen, können sie sehr verschiedene Orte, Dialekte, Religionen und Migrationsgeschichten meinen.

Amerika hat diese Gemeinschaften einander nähergebracht.

Ihre Unterschiede hat es nicht zum Verschwinden gebracht.

Wen Albaner heiraten

Es gibt eine weitere Zahl, die zeigt, wie kurz ein großer Teil dieser Gemeinschaft erst hier ist.

Zweiundachtzig Prozent der Menschen, die albanische Abstammung angeben, geben ausschließlich albanische Abstammung an und nicht albanische neben einer anderen.

Vergleicht man das mit älteren Bevölkerungsgruppen europäischer Herkunft in Amerika, ist der Unterschied auffällig. Nach Generationen von Mischehen erscheinen Identitäten wie deutsch oder irisch häufig neben anderen Abstammungen.

Das albanische Amerika hatte weniger Zeit, dass so etwas geschieht.

Und für manche Familien reicht das Heiratsnetz noch immer über den Atlantik.

Im Haushaltsjahr 2024 stellten die Vereinigten Staaten 150 Verlobtenvisa für Staatsbürger Albaniens und 120 für Staatsbürger des Kosovo aus. Das sind kleine Zahlen in einer Gemeinschaft dieser Größe, aber sie zeigen eine Verbindung, die nie ganz verschwunden ist: Menschen, die sich in Amerika ein Leben aufbauen, lernen noch immer Menschen in der alten Heimat kennen und heiraten sie.

Wie diese Begegnungen zustande kommen, hat sich verändert.

Für frühere Generationen war das Netz vor allem physisch. Eine Cousine kannte eine Familie. Jemand lernte jemanden auf einer Hochzeit kennen. Kirchen, Moscheen, Gemeindeveranstaltungen und albanische Geschäfte brachten Menschen in dieselben Räume.

Das funktioniert anders, wenn eine Person auf Staten Island lebt, eine in Detroit, eine in Florida und eine in Pristina.

Digitale Plattformen dehnen dasselbe soziale Netz heute über die Nachbarschaft hinaus aus. dua.com etwa ermöglicht es Albanern, die jemanden innerhalb der Gemeinschaft kennenlernen möchten, Menschen weit über die Familien und Städte hinaus zu finden, die sie ohnehin kennen.

Die Technik ist neu.

Der Wunsch, jemanden zu finden, der versteht, woher man kommt, ist es nicht.

Es gibt noch eine Einwanderungszahl, die ich mag, weil sie die kulturelle Verbindung aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt.

2024 reisten 100 albanische Staatsbürger mit einem P-3-Visum in die Vereinigten Staaten ein, einer Kategorie, die Künstlern in kulturell besonderen Programmen vorbehalten ist.

In der Praxis können das die Menschen sein, die eine albanische Feier albanisch machen: Musiker, Folkloregruppen, valle-Gruppen und Unterhalter, die für Festivals und die Hochzeitssaison herüberkommen.

Nicht jede Verbindung über den Atlantik ist dauerhafte Migration.

Manchmal kommt sie nur für den Sommer.

Die Albaner, die aus der albanischen Statistik verschwinden

Dann kommen wir zu der Gruppe, die womöglich am meisten darüber verrät, wohin sich die Gemeinschaft bewegt.

Wir haben 35.546 Kinder und Enkel identifiziert, die in Haushalten mit sichtbarer albanischer Verbindung leben und selbst in den üblichen albanischen Kennzahlen nicht auftauchen.

Die meisten sind in den Vereinigten Staaten geboren. 23.889 sind unter achtzehn.

Über die Kennzahlen Abstammung, Geburtsort oder Haushaltssprache, die an anderer Stelle auf dieser Seite verwendet werden, gelten sie nicht als Albaner. Mehr als 19.000 gaben überhaupt keine Abstammung an; andere nannten Identitäten wie amerikanisch, irisch, italienisch oder deutsch.

Es wäre leicht, diese Zahlen zu betrachten und zu sagen, die albanische Identität verschwinde.

Die Wirklichkeit ist vermutlich komplizierter.

Ein Kind kann den Zensus auf Englisch beantworten, keine albanische Abstammung angeben und trotzdem die Sonntage bei albanischen Großeltern verbringen. Jemand kann aufhören, Albanisch zu sprechen, und trotzdem zu einer albanischen Hochzeit gehen, die kosovarische Nationalmannschaft verfolgen, genau wissen, wo das Dorf der Familie liegt, oder sich albanisch fühlen, wenn jemand fragt: Nga je?

Und auch das Gegenteil ist möglich. In manchen Familien wird die Verbindung mit jeder Generation tatsächlich schwächer.

Der Zensus kann uns nicht sagen, was in jedem einzelnen Haushalt geschieht.

Was er zeigen kann, ist der Abstand, der sich zwischen messbarer albanischer Identität und familiärer Verbindung auftut.

In diesem Abstand entscheidet sich das nächste Kapitel des albanischen Amerika.

Die erste Generation musste Kirchen, Moscheen, Zeitungen und Organisationen aufbauen, weil sie weit von zu Hause war. Die nächste Generation steht vor einem anderen Problem: wie man eine Identität erbt, wenn Zuhause kein Ort mehr ist, den man verlassen hat, sondern einer, an den sich Eltern oder Großeltern erinnern.

Deshalb sind die Samstagsschulen, Kirchen, Moscheen, Fußballklubs, die Parade im Juni – und zunehmend die digitalen Räume, die Albaner im ganzen Land verbinden – so wichtig.

Sie helfen nicht mehr nur Einwanderern, einander zu finden.

Sie helfen deren Kindern zu entscheiden, was es heißen wird, in Amerika Albaner zu sein.

Begegnungen heute

Wie sich Albaner in Amerika heute finden

Das Netzwerk der Cousins

Die meisten albanischen Diasporas leben noch in Reichweite der Heimat.

Aus Griechenland ist die Grenze eine Busfahrt entfernt. Aus dem Süden Italiens bringt einen eine Fähre noch am selben Tag nach Albanien.

Amerika hat den Maßstab verändert.

Ein Albaner in New York kann Tirana näher sein als einer anderen albanischen Familie in Kalifornien. Die Gemeinschaft hat starke Zentren – New York, Detroit, Boston, Connecticut –, doch jenseits davon dünnt sie über einen ganzen Kontinent hinweg rasch aus.

Diese Entfernung zählt, denn über weite Strecken der albanoamerikanischen Geschichte galt: Menschen fanden einander über Menschen, die sie bereits kannten.

Ein Cousin holte einen am Flughafen ab.

Jemand aus dem Dorf besorgte ein Zimmer. Ein Verwandter wusste, wer gerade Leute einstellte. Familien stellten ihre Kinder einander vor. Man begegnete sich in der Kirche, in der Moschee, auf Hochzeiten, bei Gemeindefesten und schließlich in den Geschäften, die Albaner um sich herum aufbauten.

Wie mächtig dieses Netzwerk war, wird leicht unterschätzt.

Weiter oben in dieser Geschichte haben wir gesehen, wie es per Handschlag Gebäude finanzierte, Neuankömmlingen Arbeit verschaffte, Geld für den Kosovo sammelte und sogar half, Blutfehden beizulegen.

Über Generationen hinweg galt: Wer einen Albaner kannte, bekam oft Zugang zu vielen weiteren.

In der Bronx, in Detroit oder in Worcester konnte dieses System bemerkenswert gut funktionieren.

Dann begann sich die Landkarte zu verändern.

Familien zogen aus der Bronx nach Westchester. Detroits albanische Gemeinschaft verlagerte sich nach außen in den Macomb County. Ältere Zentren wie Hamtramck, Bridgeport und Ansonia verblassten, während Albaner in Florida, Texas, Arizona und den Carolinas auftauchten.

Die Gemeinschaft wuchs und zerstreute sich zugleich.

Und daraus entsteht ein neues Problem für die Generation, die hier aufwächst.

Was passiert, wenn die Gemeinschaft nicht mehr um die Ecke wohnt?

Ein junger Albaner in New York wächst womöglich noch immer inmitten albanischer Familien auf.

Wer in Phoenix aufwächst, kennt vielleicht nur eine Handvoll.

Beiden kann gleich viel daran liegen, die Verbindung zu halten. Sie haben nur sehr unterschiedliche Chancen, über einen Cousin, eine Hochzeit oder die Familie von nebenan einen anderen Albaner kennenzulernen.

Besonders sichtbar wird das bei Beziehungen.

Das albanische Amerika ist noch eine vergleichsweise junge Diaspora. Zweiundachtzig Prozent derer, die albanische Abstammung angeben, geben ausschließlich albanische Abstammung an – ein Hinweis darauf, dass gemischte Herkunft weit seltener ist als in älteren europäisch-amerikanischen Bevölkerungsgruppen.

Doch den Wunsch zu haben, eine Albanerin oder einen Albaner kennenzulernen, und tatsächlich die Gelegenheit dazu zu bekommen, sind zwei verschiedene Dinge.

Das alte Netzwerk war für Gemeinschaften gebaut, die nah beieinander lebten.

Die nächste Generation lebt nicht immer so.

Von der Vermittlung zum Algorithmus

Hier fügt sich etwas wie dua.com in eine viel ältere albanische Gewohnheit ein.

Die Technik ist neu. Der Instinkt dahinter nicht.

Über Generationen verließen sich Albaner auf vertraute Netzwerke, um Menschen zusammenzubringen, die einander sonst nie begegnet wären. Ein Verwandter kannte eine Familie. Jemand kannte jemanden aus der richtigen Stadt. Eine Hochzeit führte zwei Kreise zusammen.

Eine Plattform hebt schlicht die geografische Grenze auf.

Wie das aussieht, zeigt ein realer Fall.

2020 schrieb eine Albanerin, die mit zehn Jahren in die Vereinigten Staaten gekommen war, an dua.com über jemanden, den sie über die App kennengelernt hatte. Sie war in Amerika aufgewachsen, hatte ein Stipendium an einer führenden Universität erhalten, ein Jurastudium abgeschlossen und sich eine fordernde berufliche Laufbahn aufgebaut. Er war promovierter Mathematiker. Beide waren Albaner, intellektuell auf einer Wellenlänge – und lebten in verschiedenen US-Bundesstaaten.

In der alten Geografie des albanischen Amerika hätten sich ihre Wege vielleicht nie gekreuzt.

In jenem Sommer lernten sie sich auf dua.com kennen. Im Oktober waren sie verlobt, kurz darauf zogen sie zusammen. Später schrieb sie, nachdem sie ihr Leben lang fast alles geplant habe, habe es, um ihn zu finden, etwas viel Einfacheres gebraucht: den richtigen Weg, damit sich ihre Pfade kreuzen konnten.

Genau dieses Problem löst die digitale Verbindung in Amerika besonders gut. Sie erzeugt nicht den Wunsch, einen anderen Albaner kennenzulernen. Sie vergrößert den Raum, in dem diese Person zu finden ist.

Ein Albaner in Florida kann jemanden in Michigan treffen. Wer in Kalifornien aufgewachsen ist, findet Anschluss in New York. Und das Netz reicht über den Atlantik zurück nach Albanien, in den Kosovo und in die weitere albanische Diaspora.

Das ersetzt weder das Netzwerk der Cousins noch die Hochzeit oder das Gemeindetreffen.

Es leistet etwas, womit sich diese Netzwerke in Amerika immer schwergetan haben:

Es lässt Entfernung weniger zählen.

Und Entfernung dürfte das prägende Problem der nächsten albanoamerikanischen Generation sein.

Ihre Großeltern sorgten sich darum, nach Amerika zu kommen. Ihre Eltern darum, sich hier ein Leben aufzubauen.

Für viele ihrer Kinder stellt sich die Frage anders.

Wie bleibt man einer Gemeinschaft verbunden, wenn man nicht mehr in ihrer Nähe leben muss?

Seit mehr als einem Jahrhundert finden albanische Amerikaner darauf immer wieder neue Antworten.

Community-Daten von dua.com

Ein Netzwerk von der Größe des Landes

Alles andere auf dieser Seite stammt vom Census Bureau, vom Department of Homeland Security und aus der Forschung. Hier zählen wir stattdessen unsere eigenen Mitglieder.

Mitglieder in den USA13,437
Mitglieder in New York3,245
Matches, aus denen ein Gespräch wird83 %
Wollen etwas Ernstes70 %

Zwischen April und Ende Juli 2026 verbanden mehr als 5.600 Matches Mitglieder in den Vereinigten Staaten mit Albanern im Kosovo, in Albanien und in Nordmazedonien – in vier Monaten mehr Verbindungen zurück über den Atlantik, als es in einem guten Jahr albanische Green Cards gab. Bei den Fly-Zielen führen New York, Pristina und Tirana, in dieser Reihenfolge: Die Menschen suchen ebenso sehr nach New York hin wie von dort fort.

Interne Daten von dua.com (dua_city_country_insights, Juli 2026). Die Prozentwerte sind Anteile an den Mitgliedern, die die jeweilige Profilfrage beantwortet haben, nicht an allen Mitgliedern. Die Matches mit den Herkunftsländern decken den Zeitraum April bis 27. Juli 2026 ab. Fly zeigt die in der App ausgewählten Ziele, keine bestätigten Reisen.

Illustration eines albanischen Paares in Tracht, das gemeinsam auf ein Handy schaut, dazu eine Anstecknadel mit der US-Flagge

Die Rechnung

Wie die Schätzung der Gemeinschaft und die amtlichen Messgrößen zusammenpassen

Die Vereinigten Staaten erheben Geburtsort, Abstammung, den detaillierten Eintrag zur ethnischen Zugehörigkeit und die zu Hause gesprochene Sprache. Albanoamerikanische Organisationen messen Zugehörigkeit breiter, über Herkunftsländer und Generationen hinweg. Dieser Abschnitt stellt die Gemeinschaftsschätzung von 750.000 bis 1 Million neben die amtlichen Messgrößen und das engere Analysemodell von dua.com – ohne so zu tun, als beantworteten sie dieselbe Frage.

Das evidenzgestützte Modell, Block für Block
BlockWas es ist und wie damit umgegangen wirdPersonen
Sichtbare AusgangsbasisACS 2020–2024, Tabelle B02024 – albanisch, allein oder in beliebiger Kombination. Veröffentlichte Tabelle, keine Anpassung.252.106
Direktes albanisches SignalMikrodaten 2024: albanische Abstammung oder Albanisch als Haussprache oder Geburt in Albanien oder im Kosovo. Die Vereinigung dreier gemessener Mengen, um Dopplungen bereinigt.278.414
Kinder und EnkelDieselben Haushalte, ohne eigenes albanisches Signal; 34.636 in den USA geboren, 23.889 unter 18. Mitgezählt.+35.546
Geschwister, Eltern, andere BlutsverwandteDieselben Haushalte. Mitgezählt.+3.599
Albaner, die der Census anderswo einordnetGeboren in Nordmazedonien, Montenegro, Serbien oder „Jugoslawien“. Geschätzt anhand der Volkszählungen der Herkunftsländer und dessen, was sie in Amerika angeben; Annahmen offengelegt.+4.000
Nichtalbaner, die in Albanien und im Kosovo geboren wurdenGriechen Albaniens, Kosovo-Serben, Bosniaken, Roma und andere – Albanien 2–4 %, Kosovo 8–12 %. Abgezogen.−6.500
Ehepartner, Partner, Angeheiratete, Mitbewohner49.261 Personen, die eingeheiratet haben, dazu 8.127 nicht verwandte Mitbewohner. Vollständig ausgeschlossen.0
Lebendes albanisches SignalDie Blöcke darüber, aufsummiert. Kein Aufschlagsfaktor, keine erfundenen Werte.≈ 315.000
Nachkommen der GründungsmigrationDie 40.000 bis 60.000 Menschen starke Gemeinschaft von 1945, fortgeschrieben mit der nationalen Wachstumsrate, abzüglich derer, die noch albanische Abstammung angeben. Eine Projektion, keine Messung.+110.000
Die ArbëreshëAmerikaner, die von den Albanern abstammen, die im 15. Jahrhundert nach Italien gingen. Unbegrenzt und nicht messbar. Nicht gezählt.
Modellsumme, nach AbstammungNach dem Stichprobenfehler der Erhebung selbst von ±6,7 % auf den gemessenen Blöcken.≈ 425.000

Die Rechnung offen auf dem Tisch

Zwei Eigenschaften dieser Tabelle wiegen schwerer als die Endsumme. Die erste: Die beiden großen Blöcke sind gemessen, nicht modelliert – sie stammen aus den Mikrodaten des American Community Survey 2024, aus einem einzigen Erhebungsrahmen, auf Haushaltsebene verknüpft. Die zweite: Aus diesem Modell fliegen mehr Menschen heraus, als hineingeschätzt werden. Siebenundfünfzigtausend Ehepartner, Partner, Angeheiratete und Mitbewohner werden ausgeschlossen; viertausend kommen hinzu.

Die Generation, die der Census nicht sieht

In den Daten verbirgt sich noch eine weitere Gruppe.

Wir haben 35.546 Kinder und Enkel gefunden, die in Haushalten mit albanischem Bezug leben und selbst in keiner der üblichen albanischen Messgrößen auftauchen. Fast alle wurden in den Vereinigten Staaten geboren, und 23.889 sind unter achtzehn.

Am auffälligsten: 19.498 gaben überhaupt keine Abstammung an. Andere bezeichneten sich als amerikanisch, irisch, italienisch, deutsch, mazedonisch oder montenegrinisch.

Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie aufgehört haben, Albaner zu sein.

Ein Kind kann zu Hause Englisch sprechen, die Frage nach der Abstammung leer lassen und trotzdem mit albanischen Großeltern, Hochzeiten, Essen und Familienbanden aufwachsen. Was zuerst verschwindet, ist womöglich nicht die Identität selbst, sondern die Spur im Census, über die wir sie finden können.

Und je weiter wir zurückgehen, desto größer wird dieser blinde Fleck.

Die Forschung schätzte 40.000 bis 60.000 albanische Amerikaner im Jahr 1945, einschließlich der bereits hier geborenen Kinder. Die meisten ihrer Enkel und Urenkel sind in heutigen Census-Daten nur schwer zu identifizieren.

Eine grobe demografische Fortschreibung legt nahe, dass diese frühe Gemeinschaft heute 110.000 bis 160.000 lebende Nachkommen haben könnte. Rechnet man Nachkommen hinzu, die in den üblichen Messgrößen zu Abstammung, Geburtsort und Sprache nicht mehr sichtbar sind, könnte eine breitere, auf Abstammung gestützte Schätzung in Richtung 425.000 gehen.

Mit dieser Zahl ist vorsichtig umzugehen. Sie ist eine Projektion, keine Census-Zählung, und weit unsicherer als die amtlichen Zahlen an anderer Stelle auf dieser Seite.

Doch die Unsicherheit ist selbst Teil der Geschichte.

Je länger Albaner in Amerika sind, desto schwerer lassen sie sich als Albaner zählen.

Was die Register uns sagen können

Es gibt weitere Wege, das albanische Amerika in amtlichen Registern zu suchen. Keiner davon zeigt uns die ganze Gemeinschaft.

Nehmen wir Albaniens erste Briefwahl in der Diaspora 2025. 20.648 Menschen in den Vereinigten Staaten registrierten sich, 17.244 schickten Stimmzettel zurück. Das sagt uns etwas Nützliches über politisch engagierte albanische Staatsbürger in Amerika.

Über den Albaner aus dem Kosovo, die Familie aus Montenegro oder den Amerikaner der dritten Generation, dessen Großeltern aus Korçë stammten, sagt es fast nichts.

Einbürgerungsregister haben dasselbe Problem, nur von der anderen Seite. Seit 1987 sind 81.064 in Albanien geborene Menschen US-Bürger geworden. Wieder eine belastbare Zahl – aber nur für Menschen, die in einem Land geboren wurden und einen einzigen Einwanderungsweg genommen haben.

Selbst der Census widerspricht sich, je nachdem, wie die Frage gestellt wird. Im selben Erhebungszeitraum bezeichneten sich 10,3 Prozent mehr Menschen in der detaillierten Frage zur ethnischen Zugehörigkeit als albanisch als in der Frage nach der Abstammung. Die vollständige Zählung des Census 2020 lag zudem 17 Prozent über der vergleichbaren Erhebungsschätzung.

Deshalb behandeln wir keine einzelne amtliche Zahl als die albanoamerikanische Bevölkerung.

Die Register zählen gut, wofür sie gebaut wurden. Die albanische Diaspora ist größer und unordentlicher als jede einzelne dieser Definitionen.

Wo wir die Grenze ziehen

Vorsichtig zu sein heißt auch zu wissen, wen man nicht dazuzählt.

Wir schließen 49.261 nichtalbanische Ehepartner, Partner, Angeheiratete und andere Mitglieder gemischter Haushalte aus. Sie gehören zum albanischen Familienleben, doch jeden mitzuzählen, der in einen albanischen Haushalt eingeheiratet hat, würde aus einem Maß für albanische Abstammung etwas anderes machen.

Wir addieren auch keine spekulative Zahl für Arbëreshë-Amerikaner oder Nachkommen von Albanern, die über die Türkei ausgewandert sind. Beide gehören in die Geschichte des albanischen Amerika, doch es gibt keine vertretbare Methode, ihre vollständige Zahl in aktuellen US-Daten zu bestimmen.

Das hinterlässt eine unvollkommene Grenze.

Aber eine unvollkommene Grenze, die wir erklären können, ist besser als eine größere Zahl, die wir nicht verteidigen können.

Die Schätzung der Gemeinschaft: 750.000 bis 1 Million

Wie viele albanische Amerikaner gibt es also?

Die ehrliche Antwort hängt davon ab, was wir unter albanischen Amerikanern verstehen.

Die Albanian American Civic League nennt eine Zahl von rund 750.000. Das National Albanian Registry sieht die Gemeinschaft eher bei einer Million.

Das sind Schätzungen der Gemeinschaft, keine Census-Zählungen. Kein öffentlicher US-Datensatz liefert derzeit annähernd eine Million Menschen, die sich einzeln als albanisch identifizieren lassen.

Bedeutungslos macht das die Schätzungen jedoch nicht.

Die amtliche Statistik beantwortet engere Fragen. Sie kann uns sagen, dass sich 252.106 Menschen in der größten derzeit veröffentlichten Census-Messgröße als albanisch bezeichneten, dass 228.504 albanische Abstammung angaben und dass 184.704 zu Hause Albanisch sprechen.

Keine dieser Fragen lautet schlicht: Bist du Albaner?

Und genau darin liegt die Schwierigkeit, die sich durch diese ganze Seite zieht.

Fünf Zahlen, fünf verschiedene Fragen

Wenn jemand „die Zahl der Albaner in Amerika“ nennt, lohnt sich die Frage, was tatsächlich gezählt wurde.

228.504 gaben albanische Abstammung an.

252.106 bezeichneten sich in der detaillierten Frage zur ethnischen Zugehörigkeit als albanisch.

110.504 wurden in Albanien geboren.

184.704 sprechen zu Hause Albanisch.

Und die Zahl der Amerikaner, die überhaupt irgendeine albanische Abstammung haben, ist unbekannt.

Diese Zahlen überschneiden sich stark, austauschbar sind sie nicht. Wer im Kosovo geboren ist, kann Albaner sein, ohne in Albanien geboren zu sein. Ein Amerikaner der dritten Generation kann albanische Vorfahren haben, ohne die Sprache zu sprechen. Ein Kind kann zu Hause Albanisch sprechen, ohne in der Abstammungszählung aufzutauchen.

Und wie wir gesehen haben, verschwinden manche Nachkommen irgendwann aus all diesen Messgrößen.

Das unterscheidet die Vereinigten Staaten von mehreren europäischen Ländern in dieser Reihe. Es gibt keine veröffentlichte amerikanische Kategorie, die Albaner aus Albanien, dem Kosovo, Nordmazedonien und Montenegro und die hier geborenen Generationen sauber zusammenfasst.

Diese fehlende Kategorie ist kein Mangel der Recherche. Sie ist Teil der Antwort.

Diese Seite verwendet deshalb 750.000 bis 1 Million, wenn von der breiten Schätzung der Gemeinschaft die Rede ist, und weist sie als solche aus.

Daneben nennen wir die Zahlen, die die US-Regierung tatsächlich messen kann: 252.106 in der größten derzeit veröffentlichten Census-Messgröße, 228.504 mit albanischer Abstammung und 184.704, die zu Hause Albanisch sprechen.

Hinzu kommt ein engeres Modell von rund 315.000 Menschen, deren albanischer Bezug sich über mehrere Signale in den Daten noch nachweisen lässt. Für die Analyse ist es nützlich, eine amtliche Bevölkerungszahl ist aber auch das nicht.

Irgendwo in einer Census-Tabelle verbirgt sich keine einzelne richtige Zahl.

Es gibt unterschiedliche Antworten, weil Amerika unterschiedliche Dinge zählt – Geburtsort, Abstammung, Sprache und Identität –, während das albanische Amerika all das umfasst.

Verzeichnis

Ein praktisches Verzeichnis

Alles Folgende wurde im August 2026 anhand der von den Organisationen selbst veröffentlichten Angaben geprüft. Wo ein Eintrag auf einem Verzeichnis der Gemeinschaft statt auf einer institutionellen Quelle beruht, ist das vermerkt.

Konsulate und Botschaften

Albanische und kosovarische Vertretungen in den Vereinigten Staaten
VertretungAdresseTelefon
Botschaft Albaniens2100 S Street NW, Washington, DC 20008+1 202 223 4942
Konsulat Albaniens, New York320 East 79th Street, New York, NY 10075+1 212 255 7381
Botschaft des Kosovo3612 Massachusetts Avenue NW, Washington, DC 20007+1 202 450 2130
Generalkonsulat des Kosovo, New York801 Second Avenue, Suite 301, New York, NY 10017+1 212 949 1400
Konsulat des Kosovo, Des Moines309 Court Avenue, Suite 223, Des Moines, IA 50309+1 515 875 4944

Diese fünf sind die vollständige Liste der albanischen und kosovarischen staatlichen Vertretungen in den Vereinigten Staaten. Mehrere kommerzielle Visa-Websites werben zusätzlich mit albanischen Honorarkonsulaten in Detroit, Boston, New Orleans und Stamford; keines davon steht im Vertretungsverzeichnis des albanischen Außenministeriums, und mindestens eines nennt einen Konsul, der verstorben ist. Verlassen Sie sich nicht darauf.

FAQ

Häufige Fragen zu Albanern in Amerika

Jede Antwort verweist zurück auf den Abschnitt dieser Seite, in dem die Belege stehen.

Wie viele Albaner leben in den Vereinigten Staaten?
Albanoamerikanische Organisationen schätzen, dass 750.000 bis 1 Million Albaner in den Vereinigten Staaten leben. Diese Schätzung der Gemeinschaft umfasst Menschen mit Wurzeln in Albanien, im Kosovo, in Nordmazedonien, in Montenegro und anderswo, über Generationen und Staatsbürgerschaften hinweg. Die amtlichen Zahlen sind enger gefasst: 252.106 ist der größte derzeit veröffentlichte Wert einer Census-Tabelle, 228.504 geben albanische Abstammung an und 184.704 sprechen zu Hause Albanisch.
Warum liegt die Schätzung der Gemeinschaft über den Census-Zahlen?
Weil die Organisationen der Gemeinschaft Zugehörigkeit breiter fassen als jede einzelne Bundesfrage. Sie zählen ethnische Albaner aus mehreren Balkanstaaten mit, in den USA geborene Nachkommen, albanischsprachige Familien und Menschen, die auf Behördenformularen „amerikanisch“, „kosovarisch“, „mazedonisch“ oder eine andere Identität eintragen. Die Spanne von 750.000 bis 1 Million sollte deshalb als Schätzung der Gemeinschaft ausgewiesen werden, die niedrigeren Census-Zahlen dagegen jeweils mit der konkreten Frage, die sie messen.
Warum zählt der US-Census die Kosovo-Albaner nicht?
Weil er Staaten zählt, keine Nationen. In der veröffentlichten Geburtsland-Tabelle des Census Bureau gab es nie eine Zeile „Kosovo“, in keiner Ausgabe von 2009 bis heute; im Kosovo Geborene werden unter „Other Eastern Europe“ geführt. Die öffentlichen Mikrodaten erhielten erst mit der Erhebung 2017 einen Code für Kosovo. Und einen Abstammungscode „kosovarisch“ gibt es überhaupt nicht – weshalb fast jeder kosovarische Amerikaner stattdessen „albanisch“ einträgt. Wer sich in die Mikrodaten gräbt, findet für 2024 23.069 im Kosovo geborene Einwohner, eine Zahl, die in keiner Census-Tabelle irgendwo auftaucht.
Wo leben die meisten albanischen Amerikaner?
New York, Michigan, Massachusetts und New Jersey stellen mehr als die Hälfte von ihnen, allein der Großraum New York drei von zehn. Nach Dichte kehrt sich das Bild um: Massachusetts und Connecticut sind pro Kopf albanischer als New York, und Waterbury in Connecticut ist die albanischste Metropolregion überhaupt.
Welche ist die albanischste Stadt Amerikas?
Sterling Heights, Michigan – 3.804 Menschen, 2,85 Prozent der Stadt, und der einzige große Ort, an dem der Anteil zugleich hoch und statistisch belastbar ist. Garfield in New Jersey hat mit 3,63 Prozent einen höheren Punktschätzwert, allerdings bei einer viel kleineren Bevölkerung. Staten Island ist mit 1,75 Prozent das albanischste County des Landes, und der albanischste Census-Bezirk liegt in Allerton in der Bronx, wo 16,8 Prozent der Einwohner albanische Abstammung angeben.
Ist die Bronx wirklich das Zentrum des albanischen New York?
Den Ruf und die Restaurants hat sie, die Zahlen nicht mehr. Queens zählt etwas mehr Menschen albanischer Abstammung als die Bronx, und Westchester County hat die Bronx inzwischen klar überholt, nach drei aufeinanderfolgenden Erhebungen mit Rückgang in der Bronx und Wachstum in Westchester. Die albanisch-katholische Pfarrei vollzog denselben Umzug schon 1999 und verließ die Park Avenue in der Bronx Richtung Hartsdale.
Wann kamen die ersten Albaner nach Amerika?
Ein Mann aus Korçë kam 1876 an und zog fast sofort weiter nach Argentinien. Geblieben ist Kolë Kristofori aus Katundi, der sich 1886 in Massachusetts niederließ und immer wieder in die Heimat zurückkehrte, um andere mitzubringen. 1892 kam er an der Spitze einer Gruppe von sechzehn oder siebzehn Männern zurück – und da beginnt eine Gemeinschaft. *Dielli*, die 1909 in Boston gegründete albanische Zeitung, titelte einmal, er sei der albanische „Kolumbus“, der Amerika für die Albaner entdeckt habe. Streng genommen war er nicht der erste Albaner in Nordamerika – der Mirdita-Priester Preng Doçi erreichte 1877 Neufundland –, aber er war der erste, der zum Arbeiten kam und blieb.
Welche Rolle spielte die Diversity-Visa-Lotterie?
Sie hat die moderne Gemeinschaft aufgebaut. Das Einwanderungsgesetz von 1990 reservierte Green Cards für Länder, aus denen zuletzt wenige Einwanderer gekommen waren – und Albanien kam gerade deshalb infrage, weil Enver Hoxha die Ausreise fünfundvierzig Jahre lang unmöglich gemacht hatte. Zwischen 1995 und 2016 entfielen auf Albanien 44.806 Diversity-Visa, mehr als auf jedes andere Land außer Äthiopien, Nigeria, Ägypten und der Ukraine. Bis 2024 war der Anteil der Lotterie auf 24 Prozent gefallen, weil die Gewinner der 1990er heute die Bürger sind, die Anträge für ihre Angehörigen stellen.
Was geschah 1999 in Fort Dix?
Die Vereinigten Staaten flogen 1999 innerhalb von etwa zehn Wochen 4.045 kosovarische Flüchtlinge aus Mazedonien aus und nahmen sie in Fort Dix, New Jersey, in einer Operation namens Provide Refuge auf. Die Rechtsgrundlage war ein einziger Satz, den Bill Clinton im August 1999 unterzeichnete und der eine unvorhergesehene Flüchtlingsnotlage in Europa feststellte. Das erste in Fort Dix geborene Baby erhielt den Namen Amerikan.
Welchen Glaubensrichtungen gehören albanische Amerikaner an?
Alle vier albanischen Traditionen sind hier vertreten – orthodox, sunnitisch-muslimisch, bektaschitisch und katholisch –, und der amerikanische Census darf nicht danach fragen, also hat niemand Prozentzahlen. Belegt ist, dass Detroits albanische Muslime den Orthodoxen 1929 bei einer Kirchenhypothek halfen; dass Bischof Fan Noli 500 $ zum Bau einer Moschee in Detroit beisteuerte; und dass die erste Bektaschi-*Teqe* der westlichen Hemisphäre in Michigan mit Geld aus allen drei Glaubensrichtungen gebaut wurde.
Welche berühmten Amerikaner sind albanischer Abstammung?
John und Jim Belushi, die von beiden Elternteilen her Albaner sind; der *LIFE*-Fotograf Gjon Mili, dessen Jazzfilm im National Film Registry liegt; der Nobelpreisträger Ferid Murad; Mira Murati, erst Technikchefin von OpenAI, dann Gründerin; Eliza Dushku; der Regisseur Stan Dragoti, der die Kampagne I ♥ NY mitentwickelte; Bebe Rexha und Ava Max; und, über die fünf Jahrhunderte alte Arbëresh-Linie aus Italien, der Kongressabgeordnete Joseph DioGuardi und die Songwriterin Kara DioGuardi.
Sprechen albanische Amerikaner noch Albanisch?
Ja, und von mehr Menschen, als das Feld zur Abstammung vermuten lässt: 184.704 Personen ab fünf Jahren, ein Plus von 38 Prozent seit der letzten detaillierten Sprachtabelle des Census Bureau, gegenüber rund 19 Prozent Wachstum bei der Abstammung über einen vergleichbaren Zeitraum. 42.463 von ihnen wurden in den Vereinigten Staaten geboren – die Sprache geht also in die zweite Generation über. Ava Max hat den Stand dieses Übergangs besser beschrieben als jede Statistik: Sie spricht es, kann es aber nicht lesen.
Wie eng ist die Gemeinschaft mit Albanien und dem Kosovo verbunden?
Eng, und zwar in barem Geld. Die Vereinigten Staaten sind für Albanien wie für den Kosovo die drittgrößte Quelle von Rücküberweisungen, und 2021 schickten albanische Amerikaner mehr Geld nach Hause, als Amerika Albanien an Waren verkaufte. Und als Albanien seine Bürger im Ausland 2025 zum ersten Mal per Brief wählen ließ, registrierten sich 20.648 Amerikaner, und 17.244 schickten ihre Stimmzettel zurück.
Wie lernen Albaner in Amerika andere Albaner kennen?
Historisch über den Dorfverein, den Gemeindesaal, die Hochzeit und das Netzwerk der Cousins. Diese Wege zählen weiterhin, funktionieren über einen ganzen Kontinent hinweg aber anders, denn 43 Prozent der Gemeinschaft leben außerhalb der fünf größten Metropolregionen. Heute begegnen sich albanische Amerikaner auch über landesweite Veranstaltungen, soziale Medien und Plattformen für die gesamte Diaspora; die First-Party-Daten weiter oben zeigen, wie diese Verbindungen sowohl Bundesstaatsgrenzen als auch den Atlantik überschreiten

Eduard Luta

CMO bei dua.com · Aktualisiert am 28.08.2026

Letzte vollständige Quellenprüfung: 28. August 2026

Quellen

US Census Bureau, American Community Survey, Fünfjahresschätzungen 2020–2024, Tabellen B04006, B02024 und B05006 · 2020 Census Detailed Demographic and Housing Characteristics File A, Tabelle T01001, Iteration 1114, veröffentlicht am 21. September 2023 · ACS Public Use Microdata Sample des Einjahreszeitraums 2024, Personen- und Haushaltsdateien · Department of Homeland Security, Yearbook of Immigration Statistics · interne Daten von dua.com, Juli 2026.

Methodik

Diese Seite stellt die Schätzung der albanoamerikanischen Gemeinschaft von 750.000 bis 1 Million voran und kennzeichnet sie als solche. Verglichen wird sie anschließend mit den getrennten amtlichen Messgrößen für Geburtsort, selbst angegebene Abstammung, den detaillierten Eintrag zur ethnischen Zugehörigkeit und zu Hause gesprochenes Albanisch. Diese Messgrößen erfassen die in den USA ansässige Bevölkerung unabhängig von der Staatsbürgerschaft, doch keine von ihnen ist eine vollständige Zählung der ethnischen Gemeinschaft. Gemeinschaftsschätzungen, amtliche Statistik, historische Überlieferung und redaktionelle Deutung werden durchgehend getrennt gekennzeichnet.